»Das Leben
kann nur rückwärts verstanden,
aber nur vorwärts gelebt werden.«
Søren Kierkegaard
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Ab Herbst 1942 gerät die erst 19-jährige Erna Kronshage in eine akute Überforderungs-Situation.
Sie ist damals als »Haustochter« im elterlich landwirtschaftlichen Betrieb wie fast alle Jugendlichen kriegswirtschaftlich zwangsdienstverpflichtet eingebunden. Dort ist sie jedoch ab Kriegsbeginn immer öfter auf sich allein gestellt und fühlt sich so zunehmend mental und physisch ausgebrannt und überfordert.
Deshalb verweigert sie schließlich punktuell ihren Dienst. Ihre daraus resultierenden Arbeitsverwei-gerungen, Bummeleien und Widersetzlichkeiten werden aber inzwischen unnachgiebig als Dienstver-gehen von der damals zuständigen örtlichen NSV-Volkspflegerin (der Braunen Schwester) kontrolliert, registriert, geprüft und bewertet und bei Bedarf weitergeleitet – in diesem Fall sogar an den amtsärztlichen Dienst, um die Einsatzfähigkeit Ernas grundlegend abzuklären.
Schließlich wird Erna nach einer Kette von eigenartigen Verstrickungen innerhalb von 484 Tagen
- in eine »Heil«-Anstalt eingeliefert,
- dort mit »Schizophrenie« diagnostiziert
- schocktherapiert,
- zwangssterilisiert,
- interniert,
- aussortiert,
- abgeschoben –
und in einer »Euthanasie«-Tötungsanstalt im kriegs-besetzten Polen im Februar 1944
- ermordet.
