»EUTHANASIE«-VERBRECHEN · ERNA KRONSHAGE
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»EUTHANASIE«-VERBRECHEN · ERNA KRONSHAGE
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MOIN & SHALOM
• aufspüren • erforschen
• ge[h]|denken • er|innern • visualisieren
• vergegenwärtigen • imaginieren • nacherzählen
Ab 1934 werden im »Deutschen Reich« und später auch in kriegsbesetzten Gebieten etwa
400.000 Menschen aus »rassenhygienischen« Gründen zwangssterilisiert – von 1940 bis Mitte 1945 werden zudem fast 300.000 Menschen in arbeitsteilig exakt geplanten und durchorganisierten »Euthanasie«-Aktionen ermordet.
Diese Website skizziert Leben & Vernichtung meiner Tante Erna Kronshage (geboren 1922), die zunächst im Sommer 1943 zwangssterilisiert und im Februar 1944 im Zuge einer »Euthanasie«-Aktion in einer unter der deutschen Besatzung umfunktionierten Tötungsanstalt im besetzten Polen heimtückisch ermordet wird.
Darüberhinaus werden in verschiedenen Themenabschnitten die Ideologien und Praktiken zu diesen deutschen Eugenik-Verbrechen in den Blick genommen – und die gesellschaftlichen Wahrnehmungen, das Beschweigen und die Verdrängungen, Irrtümer, Bewertungen sowie die mittlerweile vielgestaltigen Aufarbeitungsversuche dazu.
Damit sich Abläufe und Geschehnisse vor mehr als 80 Jahren auch nur in etwa heutzutage vergegenwärtigen und wahrnehmen lassen, versuche ich neben Original-Fotos und überlieferten Doku-Materialien auch weitere »bildgebende Verfahren« in die digitalen Online-Darstellungen mit einzubeziehen – das Vergangene virtuell in Szene setzen, um ihm im Hier & Jetzt nachzuspüren – und es mit in die Zukunft zu konservieren . . .
• je gestern • desto heute • umso morgen
bildpoem
zu einem porträtphoto
von erna kronshage
»Sofern es überhaupt ein ›Bewältigen‹ der Vergangenheit gibt, besteht es in dem Nacherzählen dessen, was sich ereignet hat; aber auch dies Nacherzählen, das Geschichte formt, löst keine Probleme und beschwichtigt kein Leiden, es bewältigt nichts endgültig.
Vielmehr regt es, solange der Sinn des Geschehens lebendig bleibt (...) zu immer wiederholendem Erzählen an.«
H A N N A H A R E N D T
»Das Vergessen der Vernichtung
ist Teil der Vernichtung selbst.«
H A R A L D W E L Z E R
»Erinnerungskultur ist schon als Begriff eine Nebelkerze, die uns entlasten soll. Wenn man ihn verwendet, muss man ihn sauber verwenden.
Er ist definiert mit dem kommunikativen Gedächtnis – und vor allem auch: mit Inhalten, die erinnert werden.
Aber die Nazigeneration hat kaum etwas erzählt, die Kinder haben kaum etwas gehört, den Enkelkindern wird auch nichts erzählt. Wenn es also eine deutsche Erinnerungskultur gäbe, dann ist sie ein schwarzes Loch.
Mit Ausnahme von Millionen Menschen, die sich seit Jahrzehnten in der Erinnerungsarbeit engagieren!
Deswegen: Es gibt eine Kultur des Erinnerns. Das ist aber was ganz anderes. Und ich behaupte auch, ... dass diese mangelnde Empathie damit zu tun hat, dass das Kellergeschoss der Familiengeschichten nie gebaut wurde.
Man hat das Gefühl: Dieses deutsche Haus, von dem wir reden, es steht auf schwankendem Boden.« M I C H E L F R I E D M A N
An einem einzigen Durchführungs-Verfahren
zu diesen staatlich verordneten Eugenik-Verbre-chen sind jeweils mindestens zehn bis fünfzehn Personen arbeitsteilig eingebunden, beteiligt oder mit betroffen: z.B. Ärzte, Richter, Amtsinhaber vor Ort, Ortsfürsorgerinnen, Staatsanwälte, Polizisten – Beamte, Bedienstete und Sachbearbeiter in einer Vielzahl von zuständigen Ämtern und Verwaltungen der beteiligten Institutionen – Krankenpflege- und Medizinalpersonal, Fahrdienstleiter, Zugführer, Busfahrer – aber ebenso natürlich auch ängstlich-schamhaft wegschauende, schweigende, gleichgültige oder abgelenkte und überforderte geplagte Angehörige, Nachbarn und sonstige Bezugspersonen – Mitmenschen also wie du und ich.
Und das rechnet sich hoch zu mehr als drei bis vier Mio. Mitwissende aus den Reihen der damaligen »Reichs-bürger« quer durch die Mitte der Gesellschaft – bei über acht Mio. feiwillig eingetretenen NSDAP-Parteimit-gliedern – von knapp achtzig Mio. damaligen Einwohnern insgesamt. Und wie viele beteuerten und versichern immer noch, von »nichts gewusst« und »nichts mitbekommen« zu haben.
EDWARD WIEAND WEBSITE
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