MOIN & SHALOM
INTRO
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1.34-min.-Video von Susanne Siegert (TikTok & Instagram):
Nach einer 484 Tage andauernden Leidenskette ab Herbst 1942 wird meine Tante Erna Kronshage im Februar 1944 mit 21 Jahren in einer
»Euthanasie«-Tötungsanstalt im damals kriegsbesetzten Polen ermordet.
Ein auch nur annähnerndes Vergegenwärtigen und Nachspüren dieses Verbrechens ist immer auch Teil einer noch ausstehenden umfassenden Aufarbeitung zu insgesamt hunderttausendfachen deutschen Eugenik- & Psychiatrie-Gewalttaten von 1933 bis 1945.
• je gestern • desto heute • umso morgen –
»Die Vergangenheit ist niemals tot.
Sie ist nicht einmal vergangen.«
William Faulkner
An einem einzigen Durchführungs-Verfahren
zu diesen staatlich verordneten Eugenik-Verbrechen sind jeweils mindestens zehn bis fünfzehn Personen arbeits-teilig eingebunden, beteiligt oder mit betroffen: z.B. Ärzte, Richter, Amtsinhaber vor Ort, Ortsfürsorgerinnen, Staats-anwälte, Polizisten – Beamte, Bedienstete und Sachbearbei-ter in einer Vielzahl von zuständigen Ämtern und Verwal-tungen der beteiligten Institutionen – Krankenpflege- und Medizinalpersonal, Fahrdienstleiter, Zugführer, Busfahrer – aber ebenso natürlich auch ängstlich-schamhaft wegschauende, schweigende, gleichgültige oder abgelenkte und überforderte geplagte Angehörige, Nachbarn und sonstige Bezugspersonen – Mitmenschen also wie du und ich.
Und das rechnet sich hoch zu mehr als drei bis vier Mio. Mitwissende aus den Reihen der damaligen »Reichs-bürger« quer durch die Mitte der Gesellschaft – bei über acht Mio. freiwillig eingetretenen NSDAP-Parteimit-gliedern – von knapp achtzig Mio. damaligen Einwohnern insgesamt.
Und wie viele beteuerten und versichern immer noch, von »nichts gewusst« und »nichts mitbekommen« zu haben.
»Sofern es überhaupt ein ›Bewältigen‹
der Vergangenheit gibt,
besteht es im Nacherzählen dessen,
was sich ereignet hat.«
Hannah Arendt
Mein Online-Bildpoem zu Erna
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