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In Gesprächen mit sieben Nachkommen von NS-Tätern und -Opfern geht der Dokumentarfilm von Christoph Hübner und Gabriele Voss ihren Bewältigungsversuchen der unfasslichen Verbrechen nach, getrieben von dem Wunsch, sich von der Last verdrängter Schuld zu befreien.

 

Wie geht man damit um, wenn man erfährt, dass der eigene Vater an Kriegsverbrechen wie der Erschießung Hunderter Menschen beteiligt war? "Nachlass - lass nach", schreibt einer der Protagonisten, Sohn eines von Hitler mehrfach ausgezeichneten Kampffliegers, auf ein Gemälde. Er erzählt, wie er damit versucht, die Schwere von dessen Erbe künstlerisch zu verarbeiten.

 

Dann ist da der Chemiker, dessen Vater Polizeiführer bei den Einsatzgruppen war, verantwortlich für die Ermordung Tausender Menschen. Da ist die ehemalige Gymnasiallehrerin, deren Vater SS-Arzt war. Immer noch hofft sie, dass ihr Vater nicht selbst geschossen hat. Da ist die Psychologin, deren Vater ein ranghoher SS-Mann war. Sie heilt die Traumata anderer und versucht, auch ihres zu ergründen. Und da ist ihr jüdischer Kollege, dessen Großeltern in Ungarn ermordet wurden. Beide sind Mitglied einer Dialoggruppe von Kindern aus Täter- und Opferfamilien. Sie sprechen über Wut, Scham und Vergebung.

Und da ist der Sohn der Psychotherapeutin und Enkel des Nazi-Großvaters. Er nähert sich als junger Filmemacher - schon mit einer gewissen Distanz - der Nazigeschichte in der Familie. Und nicht zuletzt ist da die junge israelische Historikerin, die zum Studieren nach Deutschland gegangen ist und sich für die Motive der Täter interessiert. Sie macht Führungen in der Gedenkstätte "Topografie der Terrors" in Berlin. Als sie zusammen mit einem Auschwitz-Überlebenden das Lager besuchte, war es ihr unmöglich, professionelle Distanz als Historikerin zu wahren: Durch ihn wurden die Leiden, die er an diesem - heute zum Museum gewordenen - Ort erlebte, real, und sie verstummte. Quelle: 3sat

NACH LASS | LASS NACH - Illustration von Jürgen Grislawski - Filmstill

 

NACHLASS


D 2017 108 Min. Farbe, HD/DCP 16:9, FSK ab 6 Jahre, FBW: besonders wertvoll

 

Kinostart: 27. September 2018

Das Schweigen der Väter brechen die Kinder und Enkel.

 

NACHLASS ist ein Dokumentarfilm von Christoph Hübner und Gabriele Voss.

 

Sieben Kinder und Enkel von NS-Tätern, Wehrmachtsangehörigen und Holocaust-Überlebenden erzählen in NACHLASS davon, wie Unausgesprochenes, Schuldgefühle und Traumata die Beziehungen zu ihren Vätern und Großvätern geprägt haben und wie befreiend die Auseinandersetzung mit diesem Vermächtnis für sie ist. Das Schweigen der Väter brechen die Kinder und Enkel.

 

NACHLASS holt die Erinnerung und das Wissen dahin zurück wo sie gebraucht werden – zu uns und unseren Familien.

 

Synopsis

 

Fast 70 Jahre nach Kriegsende leben wir an einer Schnittstelle – jedenfalls was die Geschichte der Kriegs- und Nazizeit betrifft. Die Zeitzeugen sterben, doch die Vergangenheit lebt weiter – als Erbschaft zwischen den Generationen und als Geschichte in jedem von uns. Im Zentrum des Films stehen Menschen, die nach dem Krieg geboren sind, oft schon die zweite oder dritte Generation. Sie alle sind mit dem Erbe befasst, vor allem durch die Geschichte in der eigenen Familie.

 

Das Unvorstellbare

 

Das Unvorstellbare für die nachfolgenden Genrationen, lässt sich auf eine einfache Frage komprimieren: Wie kann es sein, dass mein Vater oder mein Großvater wehrlose Menschen ermordet hat?

 

10-Tausende deutsche Männer haben in der Zeit des Nationalsozialismus als Polizisten in sogenannten Einsatzgruppen, als Angehörige von SA und SS und als Wehrmachtssoldaten bei Sondereinsätzen wehrlose Menschen aus rassistischen und ideologischen Gründen ermordet.


(Allein die SS hatte fast 800.000 Angehörige von denen 550.000 den Krieg überlebt haben. (Wikipedia: Schutzstaffel Artikel, Einsatzgruppen Artikel)

 

Die 68er gelten als die Generation, die den Eltern die Verstrickung in die Untaten der Nationalsozialisten vorgeworfen hat. Aber die Elterngeneration hat größtenteils geschwiegen und ihr Trauma, ein Täter, Mittäter oder Mitläufer zu sein, über dieses Schweigen an die nächsten Generationen weitergegeben. Im Nachlass vieler deutscher Familien finden sich Dokumente die die nächste Generation veranlassen sich an Archive zu wenden, die sie bei der Täter-Recherche unterstützen. Viele deutsche NS-Gedenkstätten bieten Seminare zur Familien Recherche während des Nationalsozialismus an und können über mangelnde Nachfrage nicht klagen.

 

Die Kinder der Täter, die 68er, haben als Antwort auf das Schweigen der Väter eine institutionalisierte Erinnerungskultur für die Verbrechen und die Opfer des Nationalsozialismus aufgebaut. Die Enkel holen die Geschichte der Täter heute in die Familien zurück. Wie kann es sein, dass geachtete und geliebte Großväter, die das Land nach dem Krieg wieder aufgebaut haben zwischen 39 und 45 unzählige wehrlose Menschen aus rassistischen und ideologischen Gründen ermordet haben?

 

Angesichts des wieder mehr in unsere Wahrnehmung rückenden Rassismus in Deutschland und weltweit, zahllosen durch Gewalt traumatisierten Bürgerkriegsflüchtlingen und von der AFD initiierten Bagatellisierungsversuchen der NS-Zeit, sind diese Fragen hoch aktuell. 

 

https://www.filmkinotext.de/nachlass.html

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