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Beethovens Pianosonate No. 23 "Appassionata"

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Mail aus Dziekanka/Gniezno) - PL

 

Ab und zu frage ich in der heutigen Psychiatrischen Klinik "Diekanka" nach, ob authentische Unterlagen zu meiner Tante Erna Kronshage entdeckt worden sind, denn alle Krankenunterlagen und Akten scheinen tatsächlich vernichtet worden zu sein. 

 

(siehe dazu ausführlich --> hier und hier  - sowie hier und hier...)
 
Und nun bekam ich dieser Tage dazu folgende Mail aus Dziekanka:
 
Guten Morgen,
Leider sind die uns vorliegenden Dokumente aus der Kriegszeit nur das Hauptbuch und das Totenbuch.
Erna Kronshage war vom 13.11.1943 an im Krankenhaus, sie starb am 20.02.1944.
In der Anlage sende ich Ihnen ein Foto des Totenbuchs mit der Position Ihrer Tante:
 
 
 
--
Mit freundlichen Grüßen
J. M.
Leiter der Abteilung Statistik
und medizinische Berichte
Diese Nachricht ist Eigentum des SPZOZ Wojewódzki Szpital dla Nerwowo i Psychicznie Chorych "DZIEKANKA" in Gniezno und kann vertrauliche oder rechtlich geschützte Informationen enthalten. 
Übersetzt aus dem Polnischen mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)
 
"Dziekanka" trug in der deutschen Besatzungszeit 1939 - 1945 den deutschen Namen "Tiegenhof", und wurde damals zu einer deutschen "Euthanasie"-Mordanstalt umorganisiert.
 
Ca. 5000 Menschen, Polen und Patienten aus dem deutschen Reichsgebiet, wurden hier gezielt ermordet.
 

Tötungsanstalt Tiegenhof/Gnesen (Dziekanka/Gniezno) - PL

 

.....................................................

  

Die Wojewodschafts-Anstalt für Psychiatrie Dziekanka (dann Gauheilanstalt Tiegenhof - Bezeichnung so durch die deutschen Besatzer) in der Nähe von Gniezno (damals deutsche Bezeichnung Gnesen) hat sich ab dem 11.09.1939 bis zum 21.01.1945  unter ihrem damaligen Direktor Dr.Victor Ratka rasch zu einer Tötungsanstalt entwickelt.

 

Dr. Ratka hat sofort nach Besetzung durch die deutschen Truppen mit den deutschen Okkupanten in allen Beziehungen kooperiert bzw. kolaboriert. So wurde er als Direktor übernommen, während andere polnische Anstalten nach der Besetzung deutsche Ärzte zum Chefarzt/Dirktor benannten. Er erwies sich als williger - ja eifriger Gehilfe bei den Tötungsaktionen der deutschen Besatzungskräfte - zunächst der polnischen Anstaltsinsassen per Gaswagen, die er persönlich Tag für Tag auswählte - und dann der "aus Luftschutzgründen evakuierten" deutschen Verlegungspatienten aus dem Reichsgebiet als neue "Sonderaufgabe", wie man die dezentral organisierten "wilden" Massentötungen zynisch bezeichnete, zu denen dann Ende 1943/Anfang 1944 Erna Kronshage gezählt werden muss.

 

1941 bis 1943 wurde Dr. Ratka mehrfach als T4-Gutachter nach Berlin einbestellt, wo er dann späterhin nach Aussetzung der "Aktion T4" hauptsächlich zur Selektionsauswahl bei sogenannten "asozialen KZ-Häftlingen" im Rahmen der "Aktion 14f13" u.a. in Dachau mitwirkte - und hierzu die Anstalt Tiegenhof zur "Zentrale" organisierte. Seine Vertretung bei Abwesenheit übernahm zuerst der Baltendeutsche Dr. Wladimir Nikolajew von Mai 1940 bis Juni 1942 (Quelle: Ernst Klee) - ehe dann Dr. Ratka auf seinen Chefarzt-Sessel in Tiegenhof zurückkehrte und von Dr. Wahrhold Ortleb in den Jahren 1942/43 vertreten wurde (Quelle: Ernst Klee).

 

Als Gipfel des Zynismus der deutschen Besatzer:

Für seine zweifelhaften "Besonderen Verdienste" wurde Dr. Ratka sogar für die "Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes II. Klasse" ernsthaft vorgeschlagen (ebenso wie später Dr. Walter Kipper, Leiter der "Kinderfachabteilung" in Tiegenhof und Organisator der sogen. "wilden Tötungen", wegen "erbbiologischen wichtigen Sonderaufgaben an hervorragender Stelle", Dr. Nikolajew und der Oberpfleger Wilhelm Jobst):

Text: "Dr. Ratka steht seit dem 26.10.1939 in den Diensten der Gauselbstverwaltung. Er hat sich bei dem Aufbau der deutschen Verwaltung als Direktor der Gauheilanstalt Tiegenhof, mit deren Leitung er seit dem Einmarsch der deutschen Truppen beauftragt wurde in hervorragender Weise beteiligt. Er ist wegen besonderer Verdienste in Vorschlag gebracht von der Kanzlei des Führers."

 

Vor Herbst 1939 war Dziekanka eine modern arbeitende polnische Anstalt der Wojewodschaft/des Bezirkes Posen/Poznan nach den damals dort vorherrschenden Standards.

 

Nach Einzug der deutschen Besatzer wurden zunächst die polnischen Insassen mittels „Gaswagen“ vernichtet, die zur Tarnung die harmlose Aufschrift "Kaisers Kaffee-Geschäft" trugen (ca.1.100 Patienten).

 

Das "Sonderkommando Lange" benutzte dazu einen Lieferwagen - eben mit der "Tarn"-Beschriftung "Kaiser's Kaffee". In dieser fahrbaren Gaskammer wurden geistig Behinderte aus dem Warthegau, Danzig, Ostpreußen und Pommern getötet. Die Mörder benutzten Kohlenmonoxid-Gas aus Gasflaschen. Diese Methode wurde später auch in den Gaskammern der Aktion T4 (NS-"Euthanasie") angewandt.

 

Als nächstes wurden dann die „aus Luftschutzgründen“ evakuierten Patienten aus den deutschen Landen — und zum Schluss des Krieges Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, zumeist aus dem Osten umgebracht — nach Angaben der Klinik Dziekanka auf ihrer heutigen Homepage:

 

    Übersetzung von Polnisch in Deutsch:


 Die Zeit der Nazi-Okkupation 11.09.1939-21.01.1945

 

Dies ist eine einzigartige und tragische Periode in der Geschichte unseres Krankenhauses. Der Krankenhaus-Direktor war Dr. Victor Ratka, der unmittelbar im Anschluß an die Invasion der Nazi-Truppen die deutsche Staatsbürgerschaft annahm und sich völlig veränderte in seiner Haltung zu den bestehenden Kollegen - Ärzten, anderes Krankenhauspersonal und Patienten.
Ratka fing an, nur in Deutsch zu sprechen und die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer, vor allem Ärzte, Krankenschwestern und Verwaltungspersonal, wurde aus dem Krankenhaus entlassen, und zum Teil mit ihren Familien deportiert ins Generalgouvernement. Ersetzt wurden sie durch deutsche Arbeiter.
Von Beginn der Besetzung wurde das Krankenhaus ein Ort der Nazi-Politik, ein Ort der Vernichtung der psychisch Kranken, in Übereinstimmung mit der Anweisung zum Patientenmord durch Hitler. Ausgewählte Patienten wurde eine Intoxikation mit Chloral Scopolamin verabreicht, dann ins Auto geladen mit verschließbaren Behältern, damit die Abgase, die ins Auto geleitet wurden, nicht gesehen wurden. Auf diese Weise vergast wurden anfangs Patienten in den Wäldern in einem Abstand von ca. 30-35 km von Gniezno. Die Gräber der Opfer dieser bestialischen Morde wurden leider bis jetzt nicht gefunden.
Spätere Vernichtungsaktionen fanden auch mit unbekannten Chemikalien statt. Insgesamt getötet wurden während der Besetzung des örtlichen Krankenhauses 3586 [inWorten: dreitausendfünfhundertsechsundachtzig] Patienten - Polen, Deutsche und Patienten anderer Nationalitäten.

 

Dr. Victor Ratka (Tiegenhof) gehörte zum ausgesuchten und "bewährten" "InnerCircle" der T4-Mordärzte, war er doch bei allen einschlägigen Planungen und Unterredungen immer aktiv beteiligt.

 

..................................................................

 

Situation in der Tötungsanstalt Tiegenhof unter dem Chefarzt Dr. Ratka - belegt durch Zeugenaussagen:


    Zitat aus dem Buch: Wunder, Genkel, Jenner: Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr - Die Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus, Hamburg 1987, Seite 184 ff:


    "Nachdem die früheren Insassen fast alle weggemordet waren, übernahm die „Gau-Heilanstalt Tiegenhof" ab Mitte 1941 die Funktion einer Tötungsanstalt für Anstaltsinsassen, die aus dem nördlichen Reichsgebiet antransportiert wurden. Die Methoden waren Verhungernlassen und/oder Verabreichen von überdosierten Medikamenten wie Luminal, Skopolamin und Chloralhydrat. Die Medikamente wurden teilweise durch Spritzen injiziert oder durch Klistiere eingeführt, zum Teil auch in der Nahrung aufgelöst. Vom Anstaltspersonal wurde bei letzterer Methode von der „gelben Suppe" gesprochen. Auf diese Art und Weise sind im Tiegenhof noch einmal mindestens 1200 Menschen in den Jahren ab 1941 ermordet worden.

    Die ab 14. November 1941 eintreffenden Hamburger Sammeltransporte gehörten mit zu den ersten neuen Opfern im Tiegenhof. Die Frauen wurden in Pavillon 5 untergebracht, die Männer in Pavillon 6. Beide Pavillons enthielten separate Tötungszimmer, in denen den wehrlosen und entkräfteten Opfern die Injektionen gegeben wurden oder die „gelbe Suppe" eingeflößt wurde.

    Aus den späteren Aussagen einiger Familienangehöriger, die Besuche im Tiegenhof unternommen hatten, wissen wir, was die Opfer vor ihrer Tötung dort durchlitten haben müssen.

 

Die Mutter von Rolf Hink berichtete beim Ermittlungsverfahren gegen Pastor Lensch Ende der 60er Jahre, daß sie Pfingsten 1942 ihren Sohn täglich zweimal im Tiegenhof besucht habe. Er sei zu einem Skelett abgemagert gewesen. An den Beinen habe er große, offene Wunden gehabt. Sie habe festgestellt, daß alle Pfleglinge ärztlich ungenügend betreut waren. Die gleiche Beobachtung habe sie bei vielen anderen ehemaligen Pfleglingen der Alsterdorfer Anstalten gemacht, die sie im Tiegenhof wiedererkannt hatte. Diese Pfleglinge hätten alle jämmerlich und heruntergekommen ausgesehen. Ihr Sohn und andere Pfleglinge hätten ihr gegenüber geklagt, daß es täglich lediglich Sauerkohl und eine Art Wassersuppe zu essen gegeben habe. Im August 1942 sei sie nach einer Mitteilung der Anstalt, daß ihr Sohn schwer erkrankt sei, wiederum nach Tiegenhof gefahren. Sie sei dort an sein Bett vorgelassen worden, ihr Sohn sei aber nicht mehr ansprechbar gewesen. Sie habe dort den ganzen Tag über gesessen. Der Stationsarzt, den sie gefragt habe, ob ihr Sohn noch einmal das Bewußtsein erlangen werde, habe zu ihr wörtlich gesagt: „Er ist fällig." Während sie am Bett gesessen habe, sei ihr aufgefallen, daß er stark nach Morphium gerochen habe. Sie habe den Eindruck gehabt, daß man ihren Sohn wie auch die anderen bewußt verhungern ließ. [Zeugenaussage Hink, Vernehmungen zum Verfahren 147 Js 58/67, Band II Blatt 204 ff.] Rolf Hink starb am 7. 8. 1942 im Tiegenhof. Als Todesursache wurde „Fieberhafter Darmkatarrh" angegeben.

 

    Auch die spätere Aussage des Vaters von Herbert Barkmann beschreibt die ungeheuerlichen Zustände im Tiegenhof. Seine Frau besuchte dort den Sohn im Februar 1942. Sie habe feststellen können, daß der Junge völlig unzureichend ernährt gewesen sei. Mittags hätten die Pfleglinge Wassersuppe und zum Abendbrot zwei Scheiben trockenes Brot sowie Pellkartoffeln erhalten, die aus der Hand des Pflegers auf die Scheiben Brot gequetscht wurden. Die Pfleglinge seien wie Vieh gefüttert worden. Seine Frau sei von den Verhältnissen im Tiegenhof völlig erschüttert gewesen. Etwa eine Woche vor Ostern 1941 hätten sie die Nachricht erhalten, daß der Sohn verstorben sei, mit der Anfrage, ob eine Beerdigung im Tiegenhof oder eine Einäscherung in Frankfurt/Oder stattfinden solle. Sie hätten sich entschlossen, ihren Sohn im Tiegenhof beerdigen zu lassen. Er sei nach Tiegenhof gefahren und sei dort am 2. Osterfeiertag 1942 eingetroffen.

    Er sei von der Bahn aus direkt zur Leichenhalle gegangen und habe gehofft, dort seinen Sohn zu sehen. In der Halle hätten mehrere Särge gestanden. Er habe einige Deckel abgehoben und in einem Sarg die Leiche seines Sohnes gefunden. Sie hätte auf ihn einen jämmerlichen Eindruck gemacht. Sein Sohn sei bis zum Skelett abgemagert gewesen. An der linken Schläfe habe er deutlich sichtbar einen großen blau-dunklen Fleck gehabt. Auf dem Wege zur Verwaltung habe er den Leitenden Anstaltsarzt, der das Goldene Parteiabzeichen trug, getroffen. Auf die Frage, woran sein Sohn gestorben sei, habe dieser wörtlich gesagt: „... woran sie alle starben". Dabei habe er auf sein Goldenes Parteiabzeichen gepocht. Als er dann in der Verwaltung die Sterbeurkunde und weitere Papiere seines Sohnes in Empfang genommen habe, habe er in der Pförtnerloge, wo er einige Zeit warten mußte, einen großen Karton mit Ampullen gesehen. Ihm sei damals klar gewesen, daß die Pfleglinge im Tiegenhof getötet wurden. Nach seiner Rückkehr habe er dem damaligen Hamburger Reichsstatthalter Karl Kaufmann in einem Brief berichtet, was er im Tiegenhof erlebt hatte. Darauf sei ihm sinngemäß geantwortet worden, er solle den Mund halten, er wisse wohl nicht, daß man sich gegen einen Führerbefehl nicht beschweren dürfe.

[Zeugenaussage Barkmann, Vernehmungen zum Verfahren Az. 147 Js 58/67 gg. [Pastor Friedrich Karl] Lensch und Dr. [Kurt Gerhard] Struve (s.o. - in den Hamburger NS-"Euthanasie"-Durchführungen verstrickt = Langenhorner und Alsterdorfer Anstalten), Band I Blatt 195 ff.]"

Video zur Chronik der psychiatrischen Klinik DZIEKANKA/Gniezno-PL

History . Feature "Tiegenhof"

Meine Tante Erna Kronshage wurde in der Vernichtungsanstalt "Tiegenhof" bei Gnesen (Dziekanka-Gniezno - PL) 1944 im Zuge der "Euthanasie"-Phase "Aktion Brandt" ermordet.

2011 hat das MUZEUM MARTYROLOGICZNE W ZABIKOWIE ein Gedenk-VideoFeature mit dem Titel "Tiegenhof" - besonders für die 1.044 polnischen NS-"Euthanasie"-Opfer zu Beginn der Okkupation durch das SS-Sonderkommando Herbert Lange (1939-1941) - fertiggestellt, das die Atmosphäre dieser Vernichtungs-Anstalt zu diesem Zeitpunkt sichtbar machen will - und auch den insgesamt wohl über 5.000 Opfern hier zwischen 1939 und 1945 ein Denkmal setzen will ...

aus dem Polnischen übersetzt mit Google-Translator

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