Leben & Vernichtung
EINGELIEFERT . ZWANGSSTERILISIERT . INTERNIERT . ABGESCHOBEN . ERMORDET
REKONSTRUKTION . REPORT . COLLAGE . REFLEXION . ER-INNERN . GE(H)DENKEN
Die Beiträge der Website skizzieren zunächst Ernas Kindheit ab 1922 als jüngstes Kind in einer 13-köpfigen bäuerlichen Großfamilie.
Ab Oktober 1942 entwickelt sich dann Schlag-auf-Schlag aber eine 484-tägige verhängnisvolle schicksalhafte Ereigniskette – bis zu einem
ganz bitteren Ende:
Erna ist inzwischen 19 Jahre alt und arbeitet – wie damals zwingend vorgeschrieben – als eine jugendlich-dienstverpflichtete „Haustochter“ auf dem Bauernhof ihrer Eltern. Aufgrund der allgemeinen Kriegsbedingungen ab 1939/40 werden die Brüder Ernas zum Militär beordert - die älteren Schwestern wohnen inzwischen nicht mehr zu Hause. Erna bleibt somit nur noch als die einzige regulär verbliebene Arbeitskraft neben ihren Eltern im landwirtschaftlichen Familienbetrieb zurück.
Die immer bedrückendere Versorgungslage im Krieg bringt es mit sich, dass von jedem Bauernhof zwangswirtschaftlich von der NS-Bauernschaft, dem »Reichsnährstand«, genau festgesetzte Ertragsmengen von Acker und Vieh abzuliefern sind!
Diese insgesamt sich immer weiter steigernden Gesamtanforderungen belasten Erna zunehmend. Das auferlegte erhöhte Arbeitspensum kann sie so – zumeist auf sich allein gestellt – auf Dauer nicht mehr bewältigen.
Hinzu tritt ein schleichend einsetzendes Verlustempfinden von Geborgenheit und Sicherheit als Jüngste jetzt in einer schrumpfenden ehemaligen Großfamilie, sowie die sich gleichermaßen verstärkenden Kriegs- und Zukunftsängste und eine daraus resultierende allgemeine Perspektivlosigkeit – die Erna gänzlich resignieren lässt. Es kommt bei ihr zuerst zu Bummeleien aber dann auch zu Auflehnungen gegenüber den Eltern und zu kompletten Arbeitsausfällen.
Solche Unregelmäßigkeiten in einer nun als »kriegswichtig« eingestuften Landwirtschaft müssen bei der örtlichen »NSV-Volkspflegerin« (»Braune Schwester«) angezeigt werden – und die ordnet nun eine umfassende amtsärztliche Überprüfung des aktuellen Leistungsvermögens der 19 Jahre alten, schmächtigen, überforderten, körperlich »ausgebrannten«, doch intellektuell wohl unterforderten Erna an – (1,73 = Notenschnitt im Schul-Abschluss-Zeugnis – Erna »will nicht mehr zu Hause bleiben, sondern unter intelligente Menschen gehen« [Zitat]) . . .
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