click zur Querflöten-Musik aus 'Schindlers Liste' im Arrangement und gespielt von Heti Schmidt-Wissing zur Gedenksteinlegung am Grab von Erna Kronshage am 10.12.2022
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Mögliche "natürliche"Auslöser der Verweigerungshaltung Erna's ab 1942

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

siehe dazu auch die Seite 44 im Digital-Bildband

GESCHICHTE(N). LEBEN. ERZÄHLEN.

gestern: heute: morgen:

 

Randbemerkung in diesen Tagen

 

Aus einem längeren Interview mit der Wissenschaftlerin Maren Urner zur Überforderung des Gehirns durch Kriegsbilder und kriegsbedingten Nachrichtensalat der Medien sowie der Sucht nach negativen Neuigkeiten: ...

 

WELT:

Also letztlich „krank durch Kriegsbilder“, ist das nicht etwas übertrieben?


Urner:

Ganz und gar nicht. Stress, wie er unter anderem durch Informations- und Reizüberflutung ausgelöst wird, ist eine der Hauptursachen für viele chronische Krankheiten.

  • Dabei hilft es zu verstehen, dass jede sogenannte psychische Krankheit immer auch eine physische Grundlage hat, also körperlich ist.

Neurobiologische und andere organische Veränderungen stehen in enger Wechselwirkung – das ist mittlerweile sehr gut untersucht.

 

  • Maren Urner ist Neurowissenschaftlerin und Professorin für Medienpsychologie an der HMKW (Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft) in Köln. Sie studierte Kognitions- und Neurowissenschaften an der McGill University in Montreal und promovierte am University College London.

Quelle: click

 

  • -
  • Da ist zunächst dieser plötzliche zerstörerische 
  • Bombenabwurf eines englischen
  • Einzelfliegers auf den Gutshof Westerwinter,
  • aus heiterem Nachthimmel, am 2. Juni 1940,
  • nur ca. 100 m vom Kronshageschen Bauernhof entfernt
  • bei dem eine fast gleichaltrige Nachbarin zu
  • Tode kommt.
  • -
  • Inwieweit dieser Schreck in der Nacht und
  • die tödlichen und zerstörerischen Folgen
  • sogar ein Trauma ausgelöst haben, das Erna
  • als innere Belastungsstörung noch weiterhin
  • zugesetzt hat wir wissen es nicht.
  • -
  • Und Erna ist natürlich auch in bleibender
  • Sorge um ihre Brüder, die ja an der Front
  • Soldaten sind.
  • -
  • Da ist das immer stärker werdende innere
  • Hin- und Her-Gerissen-Sein zwischen den
  • Ablösewünschen hin zur Selbstständigkeit,
  • bei sicherlich gleichzeitiger Wertschätzung
  • des „Hotels Mama“, wie wir heute sagen.
  • -
  • Hinzu kommt wahrscheinlich auch die
  • kräftemäßige Überforderung Erna‘s in der
  • Landwirtschaft bei gleichzeitiger
  • intellektueller Unterforderung. Denn Erna
  • war ja eine
  • gute Schülerin und wollte Abwechslungen
  • und "Leben".
  • -
  • Erna bewirtschaftet mit den Eltern ab Kriegsbeginn
  • 1939 den Hof größtenteils allein,
  • nur mit sporadischen vereinzelten
  • Hilfen aus der Nachbarschaft und dem
  • weiteren Familienkreis.
  • -
  • Aber da ist jetzt auch dieser neue stringent
  • verpflichtende Dienst nun in einem
  • „kriegswichtigen Betrieb“ zur
  • "Aufrechterhaltung der Versorgung des Deutschen Volkes“
  • der auch entsprechend kontrolliert wird.
  • -
  • Und es ergibt sich für Erna -
  • großgeworden in
  • einer Großfamilie - die allmähliche innere und
  • äußerliche Vereinsamung: die älteren
  • Geschwister sind aus dem Haus: die
  • Schwestern leben nach und nach im eigenen
  • Hausstand und die Brüder sind nun Soldaten.
  • -
  • Es fehlt auch wegen dem Krieg keine
  • angemessene altersmäßige Freundesclique.
  • Ihre kränklichen Eltern sind ja bereits 43 und 46
  • Jahre älter …
  • -
  • Heute würde man ihre Kurzschluss-
  • handlungen wohl eine
  • „Burn out“-Situation nennen,
  • eine Nullbock Phase , eine
  • „natürliche“ altersgemäße Aufmüpfigkeit .
  •  
  • Damals gibt es jedoch
  • keinen „Gelben Schein“ für eine sich so
  • zusammenbrauende Arbeitsunfähigkeit, sondern ihre
  • offensichtliche „Pflichtdienst-Verweigerung“ in
  • der staatlich gelenkten Landwirtschaft ist im
  • Krieg meldepflichtig bei der „Volkspflegerin“ der
  • NS Volkswohlfahrt, einer „Braunen Schwester".
  •  
  • Erna wird zur Abklärung ihrer plötzlichen
  • Verweigerungshaltung von dieser
  • NSV Ortsfürsorgerin zur Untersuchung beim
  • Amtsärztlichen Dienst in Brackwede geschickt.
  •  
  • Hier bittet Erna den Amtsarzt jetzt selbst um
  • eine Auszeit und Wiederherstellungsphase ihrer
  • Dienstfähigkeit und möchte wohl dazu in die
  • Provinzialheilanstalt Gütersloh eingewiesen
  • werden.
  •  
  • Denn Erna‘s ältere Schwester Frieda ist dort
  • 1939 nach einem akuten „Erregungszustand am
  • Arbeitsplatz“ nach 4 wöchigem Aufenthalt
  • vollständig genesen und wiederhergestellt
  • worden.
  • Genauso wünscht sich das Erna auch für
  • sich und provoziert deshalb gegen den Willen
  • der auf ihre Mitarbeit angewiesenen und immer
  • noch sorgeberechtigten Eltern am 24. Oktober
  • 42 gemeinsam mit der NSV Fürsorgerin die
  • polizeiliche Einweisung in die Anstalt Gütersloh.

 

click zum aufschlussreichen SPIEGEL-Wissenschafts-Artikel - auch unter dem Aspekt einer PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) bei Erna Krobshage - die NS-Psychiatrie hat die PTBS noch ignoriert ...
Noch eine heutige Erklärung für die evtl. innerpsychiche Verstimmtheit von Erna Kronshage vor 80 Jahren

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