Erna Kronshage: "Mein Lachen ist Weinen" - Studien- & Dokublog lesen wie ein e-Book (click)

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Beethovens Pianosonate No. 23 "Appassionata"

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Mögliche "natürliche"Auslöser der Verweigerungshaltung Erna's ab 1942

Randbemerkung in diesen Tagen

 

Aus einem längeren Interview mit der Wissenschaftlerin Maren Urner zur Überforderung des Gehirns durch Kriegsbilder und kriegsbedingten Nachrichtensalat der Medien sowie der Sucht nach negativen Neuigkeiten: ...

 

WELT:

Also letztlich „krank durch Kriegsbilder“, ist das nicht etwas übertrieben?


Urner:

Ganz und gar nicht. Stress, wie er unter anderem durch Informations- und Reizüberflutung ausgelöst wird, ist eine der Hauptursachen für viele chronische Krankheiten.

  • Dabei hilft es zu verstehen, dass jede sogenannte psychische Krankheit immer auch eine physische Grundlage hat, also körperlich ist.

Neurobiologische und andere organische Veränderungen stehen in enger Wechselwirkung – das ist mittlerweile sehr gut untersucht.

 

  • Maren Urner ist Neurowissenschaftlerin und Professorin für Medienpsychologie an der HMKW (Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft) in Köln. Sie studierte Kognitions- und Neurowissenschaften an der McGill University in Montreal und promovierte am University College London.

Quelle: click

 

  • -
  • Da ist zunächst dieser plötzliche zerstörerische 
  • Bombenabwurf eines englischen
  • Einzelfliegers auf den Gutshof Westerwinter,
  • aus heiterem Nachthimmel, am 2. Juni 1940,
  • nur ca. 100 m vom Kronshageschen Bauernhof entfernt
  • bei dem eine fast gleichaltrige Nachbarin zu
  • Tode kommt.
  • -
  • Inwieweit dieser Schreck in der Nacht und
  • die tödlichen und zerstörerischen Folgen
  • sogar ein Trauma ausgelöst haben, das Erna
  • als innere Belastungsstörung noch weiterhin
  • zugesetzt hat wir wissen es nicht.
  • -
  • Und Erna ist natürlich auch in bleibender
  • Sorge um ihre Brüder, die ja an der Front
  • Soldaten sind.
  • -
  • Da ist das immer stärker werdende innere
  • Hin- und Her-Gerissen-Sein zwischen den
  • Ablösewünschen hin zur Selbstständigkeit,
  • bei sicherlich gleichzeitiger Wertschätzung
  • des „Hotels Mama“, wie wir heute sagen.
  • -
  • Hinzu kommt wahrscheinlich auch die
  • kräftemäßige Überforderung Erna‘s in der
  • Landwirtschaft bei gleichzeitiger
  • intellektueller Unterforderung. Denn Erna
  • war ja eine
  • gute Schülerin und wollte Abwechslungen
  • und "Leben".
  • -
  • Erna bewirtschaftet mit den Eltern ab Kriegsbeginn
  • 1939 den Hof größtenteils allein,
  • nur mit sporadischen vereinzelten
  • Hilfen aus der Nachbarschaft und dem
  • weiteren Familienkreis.
  • -
  • Aber da ist jetzt auch dieser neue stringent
  • verpflichtende Dienst nun in einem
  • „kriegswichtigen Betrieb“ zur
  • "Aufrechterhaltung der Versorgung des Deutschen Volkes“
  • der auch entsprechend kontrolliert wird.
  • -
  • Und es ergibt sich für Erna -
  • großgeworden in
  • einer Großfamilie - die allmähliche innere und
  • äußerliche Vereinsamung: die älteren
  • Geschwister sind aus dem Haus: die
  • Schwestern leben nach und nach im eigenen
  • Hausstand und die Brüder sind nun Soldaten.
  • -
  • Es fehlt auch wegen dem Krieg keine
  • angemessene altersmäßige Freundesclique.
  • Ihre kränklichen Eltern sind ja bereits 43 und 46
  • Jahre älter …
  • -
  • Heute würde man ihre Kurzschluss-
  • handlungen wohl eine
  • „Burn out“-Situation nennen,
  • eine Nullbock Phase , eine
  • „natürliche“ altersgemäße Aufmüpfigkeit .
  •  
  • Damals gibt es jedoch
  • keinen „Gelben Schein“ für eine sich so
  • zusammenbrauende Arbeitsunfähigkeit, sondern ihre
  • offensichtliche „Pflichtdienst-Verweigerung“ in
  • der staatlich gelenkten Landwirtschaft ist im
  • Krieg meldepflichtig bei der „Volkspflegerin“ der
  • NS Volkswohlfahrt, einer „Braunen Schwester".
  •  
  • Erna wird zur Abklärung ihrer plötzlichen
  • Verweigerungshaltung von dieser
  • NSV Ortsfürsorgerin zur Untersuchung beim
  • Amtsärztlichen Dienst in Brackwede geschickt.
  •  
  • Hier bittet Erna den Amtsarzt jetzt selbst um
  • eine Auszeit und Wiederherstellungsphase ihrer
  • Dienstfähigkeit und möchte wohl dazu in die
  • Provinzialheilanstalt Gütersloh eingewiesen
  • werden.
  •  
  • Denn Erna‘s ältere Schwester Frieda ist dort
  • 1939 nach einem akuten „Erregungszustand am
  • Arbeitsplatz“ nach 4 wöchigem Aufenthalt
  • vollständig genesen und wiederhergestellt
  • worden.
  • Genauso wünscht sich das Erna auch für
  • sich und provoziert deshalb gegen den Willen
  • der auf ihre Mitarbeit angewiesenen und immer
  • noch sorgeberechtigten Eltern am 24. Oktober
  • 42 gemeinsam mit der NSV Fürsorgerin die
  • polizeiliche Einweisung in die Anstalt Gütersloh.

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