Es gibt eben zweierlei Mitleid. Das eine, das schwachmütige und sentimentale, das eigentlich nur Ungeduld des Herzens ist, sich möglichst schnell freizumachen von der peinlichen Ergriffenheit vor einem fremden Unglück, jenes Mitleid, das gar nicht Mit-leiden ist, sondern nur instinktive Abwehr des fremden Leidens von der eigenen Seele.
Und das andere, das einzig zählt – das unsentimentale, aber schöpferische Mitleid, das weiß, was es will, und entschlossen ist, geduldig und mitduldend alles durchzustehen bis zum Letzten seiner Kraft und noch über dies Letzte hinaus. Stefan Zweig 2011
»Ich gedenke meiner ermordeten Vorfahren nicht, um das Heute zu verstehen oder das Morgen zu ändern. Ich erinnere mich, weil sich zu erinnern menschlich ist und sich nicht zu erinnern unmenschlich. Das Gedenken ist ein absolutes Humanum, und erst als solches, frei von der Zweckzuschreibung oder Zweckentfremdung, wird es fähig, Wert und Würde des Lebens ins Bewusstsein zu heben.
Aber auch das Morgen kann man natürlich nicht außer Acht lassen. Man sitzt ohnehin einer optischen Illusion auf, wenn man glaubt, die Vergangenheit entferne sich kontinuierlich.
Wir wissen, der Raum ist krumm. Je ferner das Gestern nach hinten rückt, desto unmittelbarer schreitet es von vorn wieder auf uns zu.« aus Alexander Estis: »Jetzt ist Schluss!«
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INFOTHEK
G E ( H ) - D E N K E N . E R - I N N E R N . W E I T E R - S A G E N . I N F O R M I E R E N
IN MEMORIAM
Ge(h)-Denken . Er-Innern . Betrachten .
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