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Beethovens Pianosonate No. 23 "Appassionata"

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Stellung von Mädchen & Frau in NS-Deutschland - Die Tätigkeit als "Haustochter"

 

 

DIE ZUGEWIESENE ROLLE DER FRAU IN 
NAZI-DEUTSCHLAND


Hitler sagt zur Rolle der Frau 1934 u.a. ...:


"Wir  empfinden es nicht als richtig, wenn das Weib in die Welt des Mannes, in sein Hauptgebiet eindringt, sondern wir empfinden es als natürlich, wenn diese beiden Welten geschieden bleiben. (…) Was der Mann einsetzt an Heldenmut auf dem Schlachtfeld, setzt die Frau ein in ewig geduldiger Hingabe, in ewig geduldigem Leiden und Ertragen. Jedes Kind, das sie zur Welt bringt, ist eine Schlacht, die sie besteht für Sein oder Nichtsein ihres Volkes.“

 

 

Hitler über die Jugend: ... "nicht mehr frei ihr ganzes Leben." - Doku-Illustration
aus: Nora Krug: "Heimat - ein deutsches Familienalbum", Penguin 2018

 

 

Nach erfolgreich abgeschlossener Volksschulzeit (1929-1937) mit dem recht guten Notenschnitt von 1,78 auf dem Abschlusszeugnis bekommt Erna Kronshage zunächst als „Haustochter im elterlichen Betrieb“ auf dem Bauernhof der Familie eine noch oft für junge Frauen damals übliche Dienst-Anstellung – „zum Erlernen der Hauswirtschaft durch Mittun“ – „zur sinnvollen Überbrückung der Zeit bis zur eigenen Hochzeit“.


Die Rolle der Frau ist also eindeutig zugewiesen: Sie "benötigt" keine eignständige Ausbildung, sondern wird "angelernt" als Hausfrau, Ehefrau und Mutter.

 

Erna muss als „Haustochter“ keine BDM- oder Pflichtjahr-Veranstaltungen absolvieren, war aber jetzt regelrecht dienstverpflichtet in der inzwischen als kriegswichtig deklarierten Landwirtschaft zuhause.


Als allmählich immer mehr „alleingelassene“, einzig noch verbliebene feste Mitarbeiterin auf dem Hof der Eltern verweigert sie jedoch im Herbst 1942 plötzlich - wohl ausgebrannt und überfordert - diese dienstverpflichtende Mitarbeit. Wohl auch, weil sie mit der eintönigen schweren Arbeit körperlich überfordert ist - und "intellektuell" unterfordert wird - und gleichzeitig innerlich vereinsamt - ohne adäquate Gespächs- und SozialpartnerInnen wegen des Krieges. Ihre Eltern sind bereits über 40 Jahre älter als sie.

 

 

NS-Werbung Arbeitsdienst Mädchen: "Pflichtjahr"
Die Frau als Garantin der 'Volksgesundheit'. Ausstellungsplakat, Köln, 1933. (Rheinisches Bildarchiv Köln)

 

Ne­ben Ar­beits­be­schaf­fung und völ­ki­scher Agrar­po­li­tik soll­ten so­zi­al­po­li­ti­sche Leis­tun­gen für „ver­dien­te Volks­ge­nos­sen" die At­trak­ti­vi­tät des NS-Staa­tes stei­gern. Von gro­ßer Be­deu­tung hier­für wa­ren Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen wie die von Ro­bert Ley ge­führ­te „Deut­sche Ar­beits­front" (DAF) und die „Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Volks­wohl­fahrt" (NSV). Die DAF, 1933 an­stel­le der Ge­werk­schaf­ten ge­grün­det, um al­le „schaf­fen­den Deut­schen" klas­sen­über­grei­fend zu „be­treu­en", fand vor al­lem durch ih­re Ab­tei­lung „Kraft durch Freu­de", durch Be­triebs­fes­te, Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen oder er­schwing­li­che Fe­ri­en­rei­sen po­si­ti­ve Re­so­nanz. Auch die NSV ver­such­te den Glau­ben an die Er­run­gen­schaf­ten der „Volks­ge­mein­schaft" zu för­dern, in­dem sie Spen­den­samm­lun­gen für Be­dürf­ti­ge, Ge­schenk­ak­tio­nen und Schul­spei­sun­gen or­ga­ni­sier­te, ei­ge­ne Kin­der­gär­ten be­trieb, die Kin­der­land­ver­schi­ckung und das Hilfs­werk „Mut­ter und Kind" or­ga­ni­sier­te und die Ju­gend­für­sor­ge aus­bau­te.

 

Par­tei­li­che „Für­sor­ge" und staat­li­che Wohl­fahrts­leis­tun­gen wa­ren je­doch meist mit ei­ner so­zia­len Be­gut­ach­tung und erb­bio­lo­gi­schen Prü­fung ver­bun­den. Sie ka­men nur de­nen zu­gu­te, die als „er­zie­hungs­fä­hig", po­li­tisch un­be­denk­lich und „erb­ge­sund" gal­ten, und wa­ren un­trenn­bar ver­knüpft mit der Aus­gren­zung von Un­an­ge­pass­ten und „Min­der­wer­ti­gen". Zu­dem war die Für­sor­ge mit kla­ren fa­mi­li­en- und ge­schlech­ter­po­li­ti­schen Leit­bil­dern ver­knüpft. Die NS-Po­li­tik be­trach­te­te die Fa­mi­lie als so­zia­le und bio­lo­gi­sche „Keim­zel­le des Vol­kes" und sah für Frau­en vor al­lem die „na­tur­ge­ge­be­ne" Rol­le als Haus­frau, Mut­ter und „Er­zeu­ge­rin erb­ge­sun­den Nach­wuch­ses" vor. Das si­gna­li­sier­ten auch spe­zi­el­le Er­zie­hungs­plä­ne für Frau­en und Mäd­chen in der Schu­le, im „Bund deut­scher Mä­del" (BDM) oder in der NS-Frau­en­schaft, In­itia­ti­ven zur Ver­drän­gung von Frau­en aus Stu­di­um und Be­ruf so­wie Prä­mi­en und Aus­zeich­nun­gen für „ge­bär­freu­di­ge Volks­ge­nos­sin­nen".

 

Die Aus­rich­tung auf das Ide­al­bild der „deut­schen Mut­ter" wur­de je­doch wie­der­holt in­fra­ge ge­stellt – nicht nur durch Frau­en, die sich den fa­mi­li­en­po­li­ti­schen Vor­ga­ben oder sitt­li­chen Nor­men des Re­gimes ent­zo­gen, son­dern auch von Sei­ten der Wirt­schaft, die un­ver­än­dert auf das weib­li­che Ar­beits­kräf­te­re­ser­voir zu­griff. Zu­mal im Zwei­ten Welt­krieg: Im Be­zirk des Lan­des­ar­beits­amts Rhein­land nahm die Zahl der er­werbs­tä­ti­gen Frau­en zwi­schen 1938 und 1943 um knapp 30 Pro­zent zu, wäh­rend die re­gio­na­le Pres­se­pro­pa­gan­da zu­neh­mend den „Ar­beits-" und „Kriegs­ein­satz" der „Volks­ge­nos­sin­nen" her­vor­hob.

 

Quelle: 

 

 

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