40 jahre diakonische arbeit: das diakonen-kreuz
CLICK HERE TO WIKIPEDIA
click
CLICK HERE TO "SINEDI.GALLERY"

FÜR EINEN GUTEN TAG 

Franz Meurer (Fri, 15 Nov 2019)
Kurz und bündig, interessant und informativ. Aber auch tröstlich und gelegentlich anstößig. Bunt wie das Leben sollen auch die Formen der christlichen Botschaft im Sender sein.
>> Mehr lesen

click to gospel
click to andachtsapp - online
click to "evangelisch.de" - und dort auf die vertiefungslinks
click to "domradio.de" - und dort auf die vertiefungslinks
click here

 

In Herrlichkeit. Amen.


Von Hauke Goos | SPIEGEL +

 

"Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen."

 

Die deutsche Sprache zeigt häufig eine Vorliebe fürs Umständliche, Apothekerhafte.

 

Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgaben-Übertragungsgesetz. Das ist nicht schön. Doch auch das Deutsche kennt starke Wörter, wenn es um Wesentliches geht: Krieg und Tod, Neid und Gier, Hass und Furcht, Pein, Macht und Qual. Bei Gefühlen ist das Deutsche meist ganz bei sich, elementar und knapp.

 

Beim „Vaterunser“ geht es um Wesentliches. Und ums Gefühl. Jesus sagt seinen Jüngern in der Bergpredigt, wie sie beten sollen; wie man spricht, wenn man zu Gott spricht. Er will, dass sich die Christen von Pharisäern oder Heiden unterscheiden. Jede Religion braucht ein Alleinstellungsmerkmal, wenn sie erfolgreich sein will; das ist anspruchsvoll. Man muss es deshalb so einfach wie möglich erklären.

 

Jesus stieg für seine Predigt auf einen Berg. Das weckt zusätzlich Erwartungen. Der letzte, der vor Jesus auf einen Berg gestiegen war, war Mose. Er brachte immerhin zehn Gebote mit. Und, tatsächlich: Jesus lieferte. Seine Anleitung, Matthäus 6, 9-13, ist einer der bekanntesten Texte der Bibel – und das am weitesten verbreitete Gebet des Christentums. Das „Vaterunser“ enthält vor allem Bitten: bei Lukas fünf, bei Matthäus sieben. Nur die Matthäus-Version endet mit der Doxologie, dem „rühmenden Wort“. Es nimmt die Anfangsbitte wieder auf („Dein Reich komme“) und gibt die Zusage Gottes auffordernd an diesen zurück: „Denn dein ist das Reich...“

 

Dies ist das Finale. Es beginnt mit starken, einsilbigen Wörtern, als eine Art Anlauf: Denn dein ist das Reich und die Kraft. Das hat Wucht. Es könnte so einsilbig weitergehen, als ein treibendes ‚Voran‘. Es soll aber hinauf. Da hilft es, dass nun mit „Herrlichkeit“ ein dreisilbiges Wort folgt: Der Anlauf mündet in einen Dreisprung in Richtung Licht, Himmel, Abstraktion.

 

„Herrlichkeit“ und das nachfolgende „Ewigkeit“ sind auf den ersten Blick deutlich weniger sinnlich als beispielsweise das Englische „the glory, forever“, verschwatzter auch als das Lateinische (gloria in saecula). Sie sind aber auch gewichtiger; dadurch geben sie der Anrufung Gottes ein Fundament.

 

Ein mittelmäßiger Redner hätte an dieser Stelle drei Begriffe für ausreichend gehalten: Reich, Kraft, Herrlichkeit. Das funktioniert fast immer, bei „Glaube, Liebe, Hoffnung“ ebenso wie bei „Spiel, Satz, Sieg“. Überwältigend ist das „Vaterunser“, weil es über das Erwartbare hinausgeht, indem es ein Viertes hinzu nimmt: Ewigkeit. Jesus baut eine Treppe aus Wörtern, hin zum Großen, hin zum Größten, a stairway to heaven. So mitreißend kann Gewissheit sein: Nichts weniger als Herrlichkeit, nicht weniger als die Ewigkeit. Ein jubelndes Crescendo, vom Berg herunter in die Welt. 

 

Und dann, als Schlussstein, das Amen.

click to yumpu-magazine
click to "religionsphilosophischer salon" - christian modehn

REMONSTRANTEN - GLAUBEN IST FREISEIN

click to REMONSTRANTEN/NL
click to sinedi blog
CLICK TO YUMPU-BILDMAGAZIN
click to sinedi-blog - zu einer außergewöhnlichen oster-predigt
click zur oster-titelgeschichte und zu meinem kommentar dazu im sinedi-blog
click zur predigt

Das Glaubensbekenntnis der geflüchteten Apostel

 

Ich glaube an Gott den Allmächtigen,
der sein Volk durch Exil und Exodus hindurch geleitet hat.
Den Gott Josefs in Ägypten, Daniels in Babylon.
Den Gott der Ausländer*innen und Immigrant*innen.

Ich glaube an Jesus Christus, einen vertriebenen Galiläer,
geboren fern von seinem Volk und seiner Heimat.
Der mit seinen Eltern aus seinem Land floh,
weil sein Leben in Gefahr war.
Als er in seine Heimat zurückkehrte,
gelitten unter Pontius Pilatus,
dem Diener einer fremden Staatsmacht.
Jesus wurde verfolgt, geschlagen, gefoltert
und zu Unrecht zum Tode verurteilt.
Am dritten Tage auferstanden von den Toten,
nicht als verachteter Ausländer,
sondern um uns die Staatsbürgerschaft in Gottes Reich anzubieten.

Ich glaube an den Heiligen Geist.
den ewigen Einwanderer aus Gottes Reich unter uns,
der alle Sprachen spricht,
in allen Ländern lebt und alle Völker vereint.

Ich glaube, dass die Kirche das sichere Zuhause aller Fremden und aller Gläubigen ist.
Ich glaube, dass die Gemeinschaft der Heiligen dort beginnt,
wo sich alle Menschenkinder in ihrer Vielfalt annehmen.
Ich glaube an Vergebung, die vor Gott alle gleichberechtigt
und an Versöhnung, die unsere Wunden heilt.
Ich glaube, dass Gott uns in der Auferstehung zu einem Volk machen wird,
unterschiedlich und ähnlich zugleich.

Ich glaube an das ewige Leben, in dem niemand ein Fremdling sein muss,
sondern alle eine Staatsangehörigkeit in Gottes Reich bekommen.
Dort herrscht Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

  (Im Englischen Original von Jose Luis Casal, deutsche Übertragung von Sandra Bils)

click to home & blog: prof. dr. claus eurich

E-Mail