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Beethovens Pianosonate No. 23 "Appassionata"

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Provinzialheilanstalt Gütersloh

am 5.04.2019 zeigte der wdr in der lokalzeit owl einen 4,5-min. beitrag zum 100-jährigen bestehen des lwl-klinikums gütersloh, das 1919 - nach dem 1. weltkrieg - schließlich voll in betrieb genommen wurde.
 
die bildsequenzen belegen, welchen stellenwert die "industrielle" massen-psychiatrie bis in die 70er/80er jahre hatte, ehe dann mit der psychiatrie-enquete 1975 eine gewisse wende hin zur "sozialen psychiatrie" - einhergehend mit einer auflösung der groß-psychiatrien, einer differenzierteren ambulanteren diagnostik und behandlung mit kürzeren einzelfall-verweildauern eingeleitet wurde - so wie sie wohl auch erna kronshage bereits für sich als hilfe zur genesung erwartet hatte ... 
 
  • aber "wikipedia" schreibt lapidar über gütersloh zu der zeit: 
"während der zeit des nationalsozialismus wurde ab 1936 die fürsorge für psychisch kranke und geistig behinderte auf die nationalsozialistische rassenhygiene ausgerichtet. in den jahren 1940 bis 1943 wurden 1.017 patienten als 'gänzlich gemeinschafts- und arbeitsunfähig' eingestuft und in tötungsanstalten deportiert. im jahr 2014 wurde eine gedenkstätte für die opfer eingeweiht."

 

 
das leidensporträt meiner tante erna kronshage (* 1922 - + 1944) ist mit gütersloh eng verstrickt:

 

  • 1942 ließ sie sich dorthin  in die "heil"anstalt einweisen, um eine persönliche überforderungs- und verstimmungssituation rasch zu überwinden,
  • hier verpasste man ihr jedoch rasch die zweifelhafte "erbkrankheits"-diagnose: "schizophrenie", 
  • die dann 1943 auf antrag des dortigen anstaltsleiters dr. werner hartwich nach zwei verhandlungen zur zwangssterilisation führte - 
  • im herbst 1943 wurde sie dann schließlich von dort "als gemeinschafts- deportiert zur tötungsanstalt tiegenhof bei gnesen (heute dziekanka/gniezno in polen), wo sie mit weiteren ca. 5000 psychiatriepatienten am 20.02.1944 ermordet wurde.

 

 

das martyrium von der einweisung bis zur ermordung erstreckte sich insgesamt über einen zeitraum von gerade einmal 484 tagen (!) ...

 

 
die autorin dieses wdr-beitrages, bärbel wegener, schrieb mir dazu u.a.: "erna kronshages geschichte ist immer noch am besten dokumentiert, ich würde sie zu diesem anlass gerne nochmal aufgreifen.*)" -
 
hier also eine kopie dieses beitrages zum 100-jährigen ... 

 

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*) frau wegener hatte 2014 einen beitrag zu erna kronshage (click) gemacht ...

Provinzialverband Westfalen -

LWL . Landschaftsverband Westfalen-Lippe

 

Wechselvolle Geschichte

 

Der LWL ist ein Verband mit langer Tradition, aber auch dunklen Kapiteln in seiner Geschichte. Die Entwicklung des LWL war und ist stets eng verwoben mit der Entwicklung der Region Westfalen-Lippe.

 

Gründung des Provinzialverbands Westfalen

 

Der Provinzialverband Westfalen (1886-1953) wurde mit der Provinzialordnung von 1886 als Kommunalverband mit umfangreichen regionalen Selbstverwaltungskompetenzen gegründet und ist der Vorläufiger des heutigen LWL.

 

Im Zeichen der NS-Zeit: Eröffnung des 79. Westfälischen Provinziallandtags am 10. April 1933 (Freiherr-vom-Stein-Platz, historischer Plenarsaal)

 

 

1933 bis 1945

Die Zeit des Nationalsozialismus

 

In der Zeit des Nationalsozialismus beseitigten die NS-Machthaber den Parlamentarismus auf Provinzebene und ebneten den Weg für eine monokratisch strukturierte Verwaltung mit dem Oberpräsidenten an der Spitze. Das Gesetz bestimmte den Oberpräsidenten zum Leiter des Provinzialverbandes, garantierte jedoch gleichzeitig die formale organisatorische Selbstständigkeit des Verbandes, da der Oberpräsident den Landeshauptmann als seinen ständigen Stellvertreter mit der „selbstständigen Erledigung“ der laufenden Geschäfte beauftragte.

 

Zwangssterilisation und "Euthanasie"-Morde

 

Insbesondere die Jugendhilfe, Fürsorgeerziehung und psychiatrische Versorgung wurden nach "rassenhygienischen Grundsätzen" ausgerichtet. Leistungen billigte man nur den „erbgesunden, wertvollen Volksgenossen“ zu, sogenannte „Minderwertige“ wurden Opfer der selektiven Erb- und Rassenpflege. Bis 1945 wurden über 3.500 Patientinnen und Patienten der Provinzialheilanstalten zwangssterilisiert, fast 6.000 Patientinnen und Patienten wurden Opfer der NS-„Euthanasie“-Aktionen und umgebracht.

 

In der Zeit der NS-Diktatur war auch die Gütersloher Provinzialheilanstalt an der Zwangssterilisierung sowie Deportierung von Patientinnen und Patienten beteiligt.

 

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

 

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ist eine 1953 gebildete Körperschaft des öffentlichen Rechts ohne Gebietshoheit in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Münster. Er folgt dem Provinzialverband der Provinz Westfalen nach und ist mit 18.000 Beschäftigten für ein Gebiet mit 8,3 Millionen Menschen zuständig.

Der Zuständigkeitsbereich dieses Landschaftsverbandes umfasst die Landesteile Westfalen und Lippe. Die Kreise und kreisfreien Städte in diesem Gebiet sind die Mitglieder des LWL, der im Rahmen der Kommunalen Selbstverwaltung regionale Aufgaben wahrnimmt. Mit seinen 35 Förderschulen, 21 Krankenhäusern, 18 Museen und als einer der größten deutschen Hilfezahler für behinderte Menschen erfüllt der LWL Aufgaben in den Bereichen Soziales, Jugend und Schule sowie Psychiatrie, Maßregelvollzug und Kultur. Zum letzten Bereich gehört auch die LWL-Archäologie für Westfalen. Ebenfalls ist der LWL dazu berechtigt Beamte zu beschäftigen.

 

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Themenrelevanter Textauszug: "Aber auch die sozialen Medien werden genutzt, um eine breite Öffentlichkeit über die Schicksale von NS-Opfern zu informieren. Neben Eintragungen in der Online-Enzyklopädie Wikipedia (Fußnote 14) - gibt es beispielsweise auch das erna-k-gedenkblog (Fußnote 15), in dem weit über das eigentliche Einzelschicksal einer 1943 aus der westfälischen Provinzialheilanstalt Gütersloh in die Heilanstalt Tiegenhof bei Gnesen verlegten und dort 1944 ermordeten Psychiatriepatientin eine umfassende Einbettung in das Thema „Euthanasie in der NS-Zeit“ und dessen Aufarbeitung in multimedialer Form erfolgt."


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