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Beethovens Pianosonate No. 23 "Appassionata"

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° prolog .

 

Fritz Perls

 

„Die Vergangenheit ist vorbei, 

und doch tragen wir im Jetzt unseres Seins 
vieles aus der Vergangenheit mit uns, 
doch nur soweit wir unerledigte Situationen haben. 
Was in der Vergangenheit geschah, 
wurde entweder assimiliert und zu einem Teil von uns, 
oder wir tragen es als unerledigte Situation, als unvollendete Gestalt mit uns herum.“

 

„Die Vergangenheit belagert unsere Gegenwart.“

 

 

Fritz Perls . 1893-1970 . Mitbegründer der Gestalttherapie

 

 

Rudiments by „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ by sinedi@rt
Bob Dylan

 

Ich traf das Kind neben dem toten Pony
Ich traf den weißen Mann mit seinem schwarzen Hund an der Leine
Ich traf die junge Frau, deren Körper in Flammen stand.
Ich traf das junge Mädchen, das mir den Regenbogen gab
Ich traf diesen Mann, der vor Liebe verwundet war

Ich traf einen anderen, der verletzt war vom Hass

 

Und es ist ein harter, ist ein harter
Ist ein harter, und es ist ein harter
Es ist ein harter Regen, der fallen wird

 

Ich werde zurükgehen, bevor dieser Regen niedergeht 

Zurück in die Tiefen eines düsteren Waldes
Wo viele Menschen sind, die mit leeren Händen dastehen
Wo Giftflocken durch ihre Gewässer fluten
Wo das Zuhause im Tal zu einem klammen, dreckigen Gefängnis wird
Wo das Gesicht des Henkers immer wohlverhüllt bleiben muss
Wo der Hunger hässlich ist und die Seelen vergessen sind
Wo 'Schwarz' die Farbe ist und 'Null' die Zahl
Und ich erzähle es und bedenke es und sage und atme es ein und aus
Um es von den Bergen zu reflektieren, damit es alle Seelen sehen können 
Dann werde ich auf dem Ozean stehen, bis ich versinke
Aber ich werde mein Lied gut kennen, bevor ich es singe

 

Und es ist ein harter, ist ein harter
Ist ein harter, und es ist ein harter
Es ist ein harter Regen, der fallen wird

 

 

Übertragung aus den letzten beiden Strophen von „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“. 1962/63 . nach Bob Dylan . *1941 . Lyriker . Liedermacher . Nobelpreis für Literatur 2016

Für mich drücken diese Song-Textpassagen stimmungsmäßig in etwa den 488-Tage langen Leidensweg Erna Kronshages zum Ende ihres kurzen Lebens aus - & viel von den Brüchen & Zerrissenheiten bei der Erstellung dieser Website-Abschnitte & -Seiten  

 

 

***

 

Tanasgol Sabbagh hat ein Gedicht über Hanau geschrieben. Eine Spoken-Words-Performance, begleitet von Drummerin Linda-Philomène Tsoungui.

 

Neun Menschen starben in der Nacht vom 19. Februar 2020 in Hanau:

 

  • Ferhat Unvar
  • Gökhan Gültekin
  • Hamza Kurtović
  • Said Nesar Hashemi
  • Mercedes Kierpacz
  • Sedat Gürbüz
  • Kaloyan Velkov
  • Vili Viorel Păun und
  • Fatih Saraçoğlu.

 

Der rechtsextreme Täter erschoss sie in und vor Bars, auf einem Parkplatz und in einem Kiosk. Später tötete er seine Mutter und anschließend sich selbst.

 

Dieser Anschlag reiht sich ein in die Geschichte rechtsextremer und rassistischer Gewalt in der Bundesrepublik. Der Mord an dem CDU-Politiker Walter Lübcke, der rechtsextreme, antisemitische Anschlag in Halle, die Mordserie des NSU oder die Morddrohungen des sogenannten NSU 2.0 sind Beispiele der jüngeren deutschen Geschichte.

 

Ein Jahr nach dem Anschlag von Hanau hat die Lyrikerin Tanasgol Sabbagh ein Gedicht geschrieben. Für ZEIT ONLINE performt sie den Text im Video mit Linda-Philomène Tsoungui.

 

In diesem Poem "du musst in einem februar frieren" (click hier), ganz aktuell aus diesen Tagen zur Mordserie in Hanau & anderswo, erschließt sich trotz der historischen Distanz an Jahren fast Zeile für Zeile auch das Geschehen um Erna Kronshage: diese Morde in Hanau am 19. Februar [2020] - & die Ermordung Erna's am 20. Februar [1944].

 

Also - es passt schon überein - über all die fast 76 Jahre hinweg: "du musst in einem februar frieren..." .  In dieser unmenschlichen "Performance" aus Gewalttaten . Schlag auf Schlag . Aus den immer noch & immer wieder gleichen Beweggründen . Und dies ist damit auch schon eine erste Teilantwort auf die Frage: was hat das mit uns heute zu tun? ... Es lebt mitten unter uns und hämmert in verwirrten Köpfen . ein paar Blasen weiter im wogenden Schaum.

 

 

Hier gibt es den gesamten Text zum Nachlesen:

 

 

Du musst in einem Februar frieren

 

Die Nacht, die Namen

 

Du sprichst es Erinnern aus
als würdest du Entrinnen meinen
ist mir aufgefallen.
Du sagst: Erinnern und schon fließt es aus dem Kopf und durch die Finger

 

Stimmt es: Ein Jahr muss vergangen sein

 

Was lag in der Nacht
was nahm sich die Nacht heraus

 

Stimmt es: Du musst in einem Februar frieren

 

Lange sagten sie: Integration, wenn sie an den Tüchern zerrten und an der Sprache
lange sagten sie: Multikulti, wenn wir für sie singen durften und tanzen
lange sagten sie: Allen Menschen steht alles offen – wenn sie denn nur wollen –

 

Doch wir kennen die Grenzen, die sich durch Viertel, durch Schul- und Arbeitswege,
durch die Architektur der Wohnsiedlungen ziehen
wir kennen die Statistik
vielleicht nicht ihre genaue Zahl, aber wir kennen ihre Wahrheit

 

Wir zählen die Städte seit den Neunzigern
in den neuen Bundesländern und den alten
zählen Einzelfall nach Einzelfall nach Einzelfall

 

Du sprichst Erinnern aus.
Du sagst: Errrinern und schon fließt es aus dem (Kopf)

 

Du kannst es kaum fassen:

 

Die Nacht die Schüsse die Namen
Die Nacht die Schüsse die Namen
Die Nacht die Schüsse die Namen
Die Nacht

 

Wir sagen: Das Problem liegt im System
wir buchstabieren  i n s t i t u t i o n e l l
und warten geduldig, bis unser Antrag bearbeitet wird

 

Uns überraschen keine Talkshows
wir kennen sie alle
wir wissen, wie sie konzipiert sind,
worauf sie abzielen
wir kennen den Preis der Einschaltquoten
wir wissen, wer ihn bezahlt
wir kleben an unseren Handys und sprechen seit einem Jahr von einer Nacht und neun Namen –
wir kennen auch die anderen
wir kennen die davor. Und die danach
wir vergessen nicht

 

wir erkennen uns an dem Maß, das voll ist
an dem Gras, das nicht mehr wachsen wird
über diese Vergangenheit,
die uns noch immer in die Augen starrt in der Bahn
oder im Park
dort, wo wir durch Haut und Haar auffallen,
erkennen wir sie an ihrem Atem
wir müssen nicht erst nach der Farbe der Schnürsenkel suchen

 

Wir kennen alle Namen.
Die, die sie uns geben,
so gut
wie die, die sie uns nehmen

 

Neun Namen,
wir denken an sie und ihre Familien
wir stellen ihre ungelösten Fragen
hier: Wo die Geschichte schon zu vielen Nächten einen Namen gab
hier: Kein Errrrinnern, kein Entrinnen mehr.
W i r  e r i n n e r n.


***

 

 

mindestens jeder 8. erwachsene mensch, dessen ursprungs- und/oder angeheiratete familie im letzten krieg in deutschland lebte, ist wahrscheinlich verwandt mit einer person, die direkt oder indirekt in das ns-euthanasie- und zwangssterilisations-geschehen auf der opfer- oder täterseite oder im bereich der helfer und helfershelfer in irgendeiner weise aktiv mit eingebunden war - das haben wissenschaftler*innen empirisch ermittelt.

 

grob überschlagen betrifft das heutzutage ca. 5 mio. menschen.

 

 

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zur entspannung  erbauung .

 

auch in der corona-krise

edward wieand-sinedi .  wer ???

 

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