WILLKOMMEN IN DER ZUKUNFT

 

Allzeit bereit – 
Nimm was Du kriegen kannst
Jedem das Seine
Schnapp Dir das erst Beste
Mach es – jetzt...
Üb immer Treu und Redlichkeit
Anything goes
Was juckt mich mein Geschwätz von gestern –
Heute ist heut


Zunächst ein winziger Samenkorn nur – 
Zur Erde gebracht: Eingekerbelt, Untergeharkt:
Dann der Keimling: Wie süß er das Köpfchen...
Durch die Krume streckt – das alt gerippte Herbstblatt anhebt
Sich hinaufstemmt in jenes Licht
Was just von der Gebeugten 
Einen oval verzerrten Schattenriss wirft
  –

Denn Wachstum und Gedeihen liegen nicht 
Allein in unserer Hand ...
Die Knospe, die Blüte, der Stengel, die Stacheln –
Und ein entzücktes Jauchzen
Beim ersten Blütenschnee
Das Pochern an jener Tür noch
Noch an jenem Freitag – und immer noch


Dann der Stich in den Finger 
An der Spindel – der schwarze Blutstropfen
Auf schneeweißem Blütenteppich
Und dann die vernichtende Prophezeiung
Der pechschwarzen Fee, der dreizehnten:


Allzeit bereit – 
Nimm was Du kriegen kannst
Jedem das Seine
Schnapp Dir das erst Beste
Mach es – jetzt...
Üb immer Treu und Redlichkeit
Anything goes
Was juckt mich mein Geschwätz von gestern –
Heute ist heut


Und ein vorsichtiges Heranschieben
Bis auf drei Zentimeter an
Blütenkelche – an Staubgefäße – an Stempel
An Geheimnisse – an wunderbare Wunder
Und dann der Schuss ... aus freier Hand:
Kimme – Korn – ran – Und sitzt: Getroffen
Erst einatmen – Luft anhalten – 
Dann auslösen – und das Weiteratmen nicht vergessen
Wie beim Röntgen...
Horch – das typisch metallene Klicken
Des Kameraverschlusses – (oder waren es Handschellen) ...?
Ein aufgeschrecktes Insekt
Summt um die Linse herum und summt 
Und summt und summt


Entwicklungen hier und da
Und Abzüge da und dort –
Die Pflanzen beschneiden und
In Abschnitten denken –
Das „Glück“ zwingen – 
Hübsch überschaubar – 
Im Ahhh und Ohhh der Betrachter
All inclusive – weltweit exklusiv
Einzig und (nicht mehr) Allein
Das ist elementar und wesentlich ...


Und das bleibt von jener Beziehung:
Den angestochenen Finger 
Mit Gaze verbinden –
Dann die Aschenbecher leeren ...
Und der Letzte – mache das Licht aus:


Allzeit bereit – 
Nimm was Du kriegen kannst
Jedem das Seine
Schnapp Dir das erst Beste
Mach es – jetzt...
Üb immer Treu und Redlichkeit
Anything goes
Was juckt mich mein Geschwätz von gestern –
Heute ist heut

 

 

sinedi

 

PASSIONE PER L’ARTE
NACH SANDRO CHIA

 

 

ZWINGE DEN KOPF
EINGESCHRÄNKT
ZWISCHEN HÄNDE
GEBE DEN SCHLÄFEN
STÜTZE UND HALT
DIE ELLENBOGEN AUSGESTELLT
WIE SCHRÄGANFLIEGENDE
FLEDERMÄUS
IM KNIESTÜTZ VERSTEHT SICH


O – KUNST
LASS SCHAUER DURCHFAHREN
DAS RÜCKGRAT ÜBERWINDEN
MAL HOCH MAL RUNTER
TREIBE SCHNECKEN IN DIE AUGEN
ALS SPIRALE PUPILLEN
IM COMIC ...
WIE SCHRÄGANFLIEGENDE
FLEDERMÄUS


O – KUNST
„ISCH MACK MISCH NACKISCH
FÜRR DISCH ...“ –

( ... MARIO – DIE ROTE KARTE AUS PARIS –
ALS GRUSS VON JEAN D. –
DIE LEIDENSCHAFT FÜR DIE KUNST –
DU WEISST SCHON ... )
DIE SCHRAUBZWINGE DER ARME
WIE SCHRÄGANFLIEGENDE
FLEDERMÄUS


DAZWISCHEN LEIDENSCHAFTLICH
STAUNEND EIN WINDENDES ANTLITZ
DEM HÖHEPUNKT NAHE
LEIDENSZWINGE – SCHRAUBENSCHAFT –
LEIDENSSAFT
KNIEGESTÜTZT KLASSISCH HOCKEND
FÜRR DISCH ...
DIE KUNST
SCHAFFT LEIDENSCHAFT
DIE LEIDEN SCHAFFT 
WIE SCHRÄGANFLIEGENDE
FLEDERMÄUS


SINEDI

Wo ist GOtt?
ER ist 


Im verborgenen Irgendwo
In mir 
Um mich herum 
Über und unter

Mein Hirngespinst
Ist ER

 


Und wenn ich IHN rufe
Ist ER
Und wenn ich verhalle
Bleibt SEIN Odem
Ist ER


Nichts ist
Bis ich IHN rufe
An-Spreche
Dann ist ER
Dann ist es
Soweit 
Das Auge reicht


Und das Ganze
Entsteht
Aus dem Ruf
Von mir
Zu IHM
Von IHM
Zu mir


AM ANFANG
IST DAS WORT
Der Ruf


Ohne Sprache
Kein GOtt
Sprachgebundener
Wie ich DIR
So DU mir


Dies alles 
Das All – die Welt
Ist ohne Sprache
Nichts
Ohne Nichts


A
Wer A sagt
Muss auch B sagen
A B
B A = ABBA


A und O
Anfang und Ende
Ohne
Nichts
Alles
GOtt


sinedi

 

Z-Land
Eine Hymne zu singen

 

Das ist das ganz andere
Das „Drüben“
Wie Kraut & Rüben


Da wo Schaum sich erhärtet
Zu einer Eisbergherde
Ohne die 1-2-3-4-5-6-7- Achtel


Das ist da wo Berge stehen
Wo Berge gehen
Wo der Glaube versetzt wird


Das ist ca.1000 Meter
Über dem Endlager
Dem Salzstock


Das ist da
Wo die Spiegeleier schwarz backen
Und wo die Watte quillt


Z-Land
Das ist der letzte
Buchstabe im Beet.


Alpha-Land klingt wie 
Zulu
Wie ein tickender Waschtrog


Alpha-Land wie Alpha-Zeit
Mean-Time:
Ich besuche Dich morgen
Um 13 Hundert


Z-Land ist gleich hinter dem Lid
Ist einfache Vielfalt
Ist vielfache Einfalt


Z-Land ist Mehr & Alles
Wie der Splitter im Auge
Des Bruders & der Schwester


Z-Land ist Fluch & Segen
Ist Sonne & Regen
Ist das Haschen nach Wind


Z-Land kommt & geht
Das Augenreiben führt zum
Schneegestöber hinter der Pupille


Ecks Ouei Sett
Icks Ypsilanti Zet
Z-Land ist das Ende


Weiter gehts nicht
Der Rand des Universums – pass auf
Du fällst von der runden Scheibe


Z-Land ist auf dem Zenit – ganz oben
Auf der halbkreisförmigen Flugbahn
Ist der Ruhepunkt des Pendels


Z-Land ist der Abbruch der Beziehungen
Ist das flaue Gefühl im Bauch
Das entzündete Gas


Das Scharren der Hufen
Die Striemen auf dem Kopfsteinpflaster
Der Geruch einer Achselhöhle


Kennst Du den Querbalken
Die Diagonale dazwischen
Zum untenliegenden Balken


Das habt zum Zeichen
Weißt Du nun wo Z-Land liegt
Gott We De – Ganz weit draußen ...


Was fragst Du denn
Wo Z-Land ist
Dahinten Da vorn


II
Davon wusste ich nichts
Das hatte mir meine Mutter nicht beigebracht
Und auch nicht die Pfaffen danach
Stumm wie die Fische – von wegen: Aufklärung
Die haben alle dichtgehalten
Nix gesagt


Ach wie gut das niemand weiß
Heute brau ich morgen back ich
Übermorgen hole ich die Knarre aus dem Spind
Ach wie gut dass niemand weiß 
Was das soll, der ganze Scheiß


Das Licht ist aufgegangen
Die Großen Lettern prangen
Auf der Zeitung: GROSS & KLAR
So legt euch hin & wieder
Singt unanständige Lieder
Und Euer Kranker Nachbar Auch


So wollen wir denn verschleiern
Die Zeit sie ist so bleiern
Kalt weht ein kühler Rauch
Zwischen der engen Klammer
Hör auf mit dem Gejammer
Verraten und vergessen sollt
Und Euer Kranker Nachbar Auch


Ich bin laminiert
Eingeschweißt in durchsichtiger Folie
Etwas wellig zeitweilig
Wo das Licht sich Sicht bricht
Eingekeilt und eingeklemmt
Atemlos brutal zyanotisch
Wer beatmet mich denn
Wer spendet mir Odem
Wer beliebt mich zu beleben
Zwischen den Stühlen
Wer macht mir das Beben


Einmal monatlich einen Spaziergang
In 1:1-Besetzung
Mehr ist nicht drin
Satt & Sauber – 
Was wollt ihr noch


Da hat der Saugbagger 
Den Grund des Teiches gesäubert
Die Fließsande abgepumpt
Die hochliegenden Inselchen
Verschwanden all in den Fluten
Entsprechend einer 
Glomerulären Infiltrationsrate 
Von unter 15 ml/min/1,73 m² 


Bei solch einer 
Chronischen Niereninsuffizienz 
Im engeren Sinne 
Der aktuellen Leitlinien 
Von unter 15 % der Norm 
Oder darunter
Schweigt jeder Wurm
Während der Wels an sich
Sich am Sauggeschehen
Beteiligt oder auch
Sich beteiligen lässt


Ich hole meine Werke hiermit ab
Da sie nicht mehr
Auf dem alten Platz platziert sind
Die Konzeption der Ausstellung
Ist damit untergraben
Die Aussagen lassen doch sehr
Zu wünschen übrig.
Wir hatten es doch auf
Einen gewissen Schockeffekt
Abgesehen – doch nun:
Auch bemerke ich Schrammen
Auf einem Großteil der Werke
Die somit der Überarbeitung bedürfen.
Das ist doch alles Haschen nach Wind


Ich beobachtete alle Taten 
Die unter der Sonne getan wurden
Das Ergebnis: 
Das ist alles Windhauch und Luftgespinst
Das ist doch alles Haschen nach Wind


Als wäre es nicht gewesen
Als wäre es nicht geworden
Als wäre es nie verschwunden
Die kahlen Flächen auf dem Mond
Wo früher echte Krater ragten
Wenn ich hochblicke
Kann ich die Stars & Stripes
Unmittelbar vor mir sehen
Am Horizont geht 
Die Erde unter
Und plumpst direkt
In den flachen Schlund des
Copernicus-Kraters
Mit einem unerhörten Seufzen


Ja man muss flexibel bleiben
Wenigstens im Kopf hinüber
Und herüber flitzen
Katapultieren Sie die
Katastrophe


III
Weiter geht es nun mit Strophe III
Wenn Du Verrückt (geworden) bist
Versuche schnurstracks den
Alten Standort einzunehmen
Kopiere die alte Gestik
Kapiere dann, was mit Dir geschah
Du warst verwandelt
Wundelbal
Da fliegen die Raben
Heute recht niedrig
Im Tiefflug über dem
Tiefpflug, der
Die weißen Engerlinge
Dem Sonnenbrand aussetzt
Frühling, Engerling, Engel
Da rufe ich laut „Stopp“
Und gebiete der Gedanken Flut
Ein Halt
Um Inne zu halten
Inhaltsschwer
Fliegt da nicht
Eine einsame schwarze Feder
Auf den Schneeboden
Und tropft da nicht
Rotes Blut aus
Aus dem spindelgestochenen
Fingerlein
Sinkt ein im Weiszschnee
Heute back ich – morgen brau ich


Wir all sind Fisch
Stand da in der Zeitung
Reich mir die Flosse
Genosse
Und die Kopfhaut ist wegen
Der Schuppen gut zu pflegen
Schuppen flechte – 
Stumm die Hechte
Schwamm drüber
Schwimmflosse
Taucherbrille
Schnorchelluft
Du hast wieder geschnarcht
Und geschmatzt wie am Schnuller


Nicht von dieser Welt
Keiner Eltern Kind
Nicht von einer Frau geboren
Geschlüpft vielleicht
Bebrütet – Art brut
Wo kam ich her
Wo ging ich hin
Bin ich – war ich –
Werde ich sein
Bin ich geworden


sinedi


E-Mail