click zum taz-artikel vom 07.09.2023 - S. 18:
Eugenik unter einem anderen Namen: Longtermismus-Bewegung und all das "X" mit Elon Musk ...
Posttraumatische Belastungsstörungen und das Transgenerationale Trauma sind wichtige Stichworte in diesen Seiten zu Erna Kronshage. Bessel van der Kolk, einer der bekanntesten Traumatherapeuten, findet, dass viele psychische Probleme falsch behandelt werden. Lies dazu das aufschlussreiche Interview von Barbara Vorsamer in der SZ .
"Zufälle" gibt es nicht - sagen einige - und denen schwant dann meistens irgendein "höherer Sinn" vor. Aber im Wort und Begriff "Zufall" steckt ja auch die Begrifflichkeit, dass einem etwas "zu fällt" - etwas Neues ein-fällt.
Ob es nun ein Zufall ist, dass just mit dem mir zugeschickten Link des Interviews unten von Frau Degen zu den "Euthanasie"-Vermutungen in Bethel mir ein paar Stunden später die "SZ" die Rezension des Buches von Nikolai Epplées: Die unbequeme Vergangenheit präsentiert - das sei jetzt mal dahingestellt:
Aber der Passus dort im Text: "Was hier herausgearbeitet wird, ist Grundsätzliches zum Umgang ganzer Gesellschaften mit Verbrechen und Traumata. "Die unbequeme Vergangenheit" könnte in seiner Fülle an Fakten und in seinen klaren Analysen durchaus ein Standardwerk zu dem Thema werden." spricht in diesem Zusammenhang ja Bände ...
click zur SZ-Rezension
I N F O R M I E R E N - M E I N U N G B I L D E N - M I T D I S K U T I E R E N
click direkt zur virtuellen Online-Ausstellung der
v.Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zu der "Schwierigkeit Entscheidungen zu treffen - Bethel im Nationalsozialismus"
Das Erbe der Nazis ist eine Dokuserie von ZDFinfo aus den Jahren 2015 und 2016.
Die Serienteile dokumentieren exemplarisch den immer noch anhaltenden Nachhall auf die jeweiligen Verstrickungen der Gesamtgesellschaft mit dem Nationalsozialismus sowie den aktiven und passiven Mitwirkungen bei all den rassenideologisch forcierten Ausgrenzungsprozessen durch Opportunismus, Verachtung, Denunziation und Korruption - bis hin dann zu den arbeitsteilig industriell durchorganisierten massenhaft durchgeführten Verbrechen und Ermordungen:
Das NS-Dokumentationszentrum München
erinnerte am 20. Juli 2023 zusammen mit SZ-Journalist Ronen Steinke an Fritz Bauer, an den Mann, der die Deutschen mit ihrer eigenen Geschichte konfrontierte.
Fritz Bauer zwang die Deutschen zum Hinsehen: Inmitten einer Justiz, die in der jungen Bundesrepublik noch immer von braunen Seilschaften geprägt war, setzte er den großen Frankfurter Auschwitz-Prozess durch. Er kooperierte mit dem israelischen Geheimdienst, um Adolf Eichmann vor Gericht zu bringen. Kein anderer Jurist wurde seinerzeit so heftig angefeindet und ausgegrenzt. Gleichzeitig aber arbeitete keiner so wirkungsvoll wie er und brachte dadurch ein ganzes Land zum Sprechen. In diesem Jahr würde Fritz Bauer seinen 120. Geburtstag begehen. https://www.nsdoku.de/
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click bei Interesse zur Website des Recherdienstes "present past" in Berlin
Verbrechen an behinderten Menschen in stationären Einrichtungen heutzutage
Neben der immer wieder formulierten Einzelfallthese wird auch gern davon gesprochen, dass sie, anstatt Opfer eines Mordes zu sein, doch viel eher »von ihrem tragischen Leid erlöst wurden«. Die Gesellschaft hat Stereotype über behinderte Menschen in den Köpfen, die historisch weit zurückreichen und immer wieder reproduziert werden. Weite Teile der Gesellschaft denken immer noch, ein behindertes Leben sei weniger wert als das einer nicht behinderten Person; ein Elend, das »geheilt« oder von dem Menschen erlöst werden müssten.
ZEIT 29/2023 v. 06.07.2023 - S. 18
>>> Lies dazu auch: "Einrichtung für Menschen mit Behinderung . UNTER AUFSICHT", ZEIT-Magazin 19/2023
click zur Seite: "Graphic-Story"
Zwangssterilisation in Lippe und „Euthanasie“ während der NS-Zeit
Die Lemgoer Heilanstalten Eben-Ezer und Lindenhaus
von Heinrich Bax
Verlag: Lippe Verlag, 1. Edition
Gebundene Ausgabe: 172 Seiten
ISBN: 978-3899180893
Zum Inhalt:
In Lippe wurden während der NS-Zeit nach dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ 740 BürgerInnen unter Zwang sterilisiert. Sie lebten in ärmlichen Verhältnissen, waren einfach gebildet und
häufig auf Sozialleistungen angewiesen. Jugendliche und junge Erwachsene der Lemgoer Heilanstalten Eben-Ezer und Lindenhaus zählten zu den Betroffenen. Sie litten angeblich an „angeborenem
Schwachsinn“ und sollten keine Nachkommen haben. Darüber hinaus verhungerten mindestens 37 BewohnerInnen Eben-Ezers nach ihrer Verlegung in staatliche Einrichtungen oder wurden in der
„Tötungsanstalt“ Hadamar ermordet.
Dieses Buch ist ein Beispiel für Zwangssterilisation und „Euthanasie“ im gesamten damaligen Reichsgebiet. Seine Bedeutung reicht deshalb weit über Lippe hinaus. Heinrich Bax forscht seit vielen Jahren zu Willkür und Gewalt der NS-Machthaber und ihrer Getreuen im Land Lippe.
Weitere Infos und Bestellmöglichkeit beim Verlag
Treibende Kraft hinter den NS-Krankenmorden im Land Oldenburg, die im Jahr 1936 begannen - und erst 1947 auf Intervention der englischen Besatzer endeten - war der Landesfürsorgeverband Oldenburg.
Mit einer rücksichtslosen Kostenreduzierung in den Anstalten und Heimen wurde Kapital zum Aufbau einer regionalen Energiewirtschaft, zur Finanzierung völkischer Kultur und zur Förderung der Landwirtschaft generiert. Gestützt auf eine Fülle von Quellenmaterial führt der Autor Ingo Harms den historischen Nachweis, dass diese Hungermorde ökonomische Gründe hatten. Ein Netzwerk von Profiteuren verdeckte verdeckte das Leid der Opfer bis weit in die Nachkriegszeit.
Der Verband
Anstaltsfürsorge zwischen Rassenhygiene, Bereicherung und Kommunalpolitik (Oldenburg 1924-1960).
von Ingo Harms
52,99 € Kindle E-Book - 58,00 € Taschenbuch
Regional-TV-Clip aus dem Erscheinungsjahr 2021 auf YouTube: click here
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Kay spannt den Bogen vom Krankenmord, der im Sommer 1939 begann, über die Vernichtung der polnischen Intelligenz, den Judenmord der Einsatzgruppen, den geplanten Untergang der sowjetischen Kriegsgefangenen und die Aushungerung sowjetischer Städte, den Terror gegen die Zivilbevölkerung im Osten zum Holocaust. Der Judenmord, paradigmatisch in der "Aktion Reinhardt" und Auschwitz beleuchtet, ist im Zusammenhang mit dem Roma-Genozid betrachtet und die Darstellung ist flankiert mit der Fortdauer der angeblich gestoppten "Euthanasie" im Deutschen Reich und beschlossen mit der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes (der nationalen Erhebung der Polen 1944, nicht der ebenfalls durch deutsche Brutalität zermalmten jüdischen Gegenwehr des Ghettos im Jahr zuvor).
Alex J. Kay: Das Reich der Vernichtung. Eine Gesamtgeschichte des nationalsozialistischen Massenmordens. Aus dem Englischen von Thomas Bertram. wbg Theiss, Darmstadt 2023. 456 Seiten, 38 Euro. E-Book: 30,99 Euro.
Hamm, Margret (Hrsg.):
Ausschluss und „Euthanasie“ gestern – Sterbehilfe und Teilhabe heute. Leben mit dem Stigma
Initiiert vom „Bund der ‚Euthanasie‘-Geschädigten und Zwangssterilisierten“, wurden in den zurückliegenden Jahren Interviews mit zahlreichen Überlebenden geführt, die Ausschluss und Zwangssterilisation in der Zeit des Nationalsozialismus selbst erlitten haben, ebenso wie mit Angehörigen von Opfern der NS-„Euthanasie“, deren Familienmitglieder ermordet worden waren. Die Autorinnen und Autoren des Bandes haben sich jeweils einem Schicksal zugewandt und die Lebens- und Leidenswege von als „lebensunwert“ Stigmatisierten nachgezeichnet und dabei ebenso differenzierte Herangehensweisen gewählt wie individuelle Perspektiven eingenommen. Ergänzt werden die biografischen Beiträge um wissenschaftliche Essays zu Themen wie dem Ehegesundheitsgesetz, zu Denunziation, Traumata, Ausschluss und Teilhabe, Sterbehilfe und Triage.
Metropol-Verlag 2023, € 26.00 (Print) - € 21,00 (E-Book pdf) - Amazon-Anzeige
(Zwangs)-Sterilisationen im Nationalsozialismus
und ihre Fortsetzung und Aufarbeitung in der DDR
Stefan Jehne promoviert zu Zwangssterilisationen. Das Jahr 1945 ist für ihn kein Bruch. Er untersucht, wie in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR mit dem Verbrechen umgegangen wurde und hat sehr spannende Erkenntnisse erlangt. Darüber spricht er mit Robert Parzer im Podcast von gedenkort-t4.eu.
In diesem Band von 2022 sind Aufsätze zur Sozialarbeit im Nationalsozialismus
- sowie ein Aufsatz
Wofür forschen zu Zwangssterilisationen und Tötungen in Bethel in der NS-Zeit?
von Prof. Dr. Claus Melter, FH Bielefeld
Dieses gerade herausgekommene Begleitbuch zur Ausstellung
"Krankenmorde und Deportationen aus Bielefeld und Bethel im Nationalsozialismus"
enthält auch eine Kurzbiografie mit Fotos von Erna Kronshage - sowie eine persönliche Reflexion von mir:
Meine Tante Erna Kronshage und ich – Aktion & Reaktion. Erna Kronshage 1922-1944. Haustochter aus Bielefeld-Senne II
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>>> click hier zum Textauszug, S.131-136:
Meine Tante Erna Kronshage und ich – Aktion & Reaktion.
Immer mehr Menschen, die von der NS-Euthanasie in der Familie betroffen sind, entscheiden sich dafür, dessen Schicksal zu recherchieren. Im Rahmen meiner eigenen Recherchen habe ich einige von ihnen schon persönlich kennenlernen dürfen.
>>> click auf das Bild oben für eine umfassende Aufzählung vieler Initiativen und Biografien auf der Website von Sigrid Falkenstein...
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