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Ethik & Rassenwahn - Menschenversuche              Gen-Technik . Eugenik . Erbgesundheitslehre NS-Psychiatrie . Auslese . Exklusion & Inklusion. Down-Syndrom

Eine Studie zu Eugenik und Zwangssterilisation aus Alberta/Canada 1928-1972 (!) ist hier im Volltext verfügbar (Google-Translate - online-lesen auf deutsch)

 

Psychiatry and the Legacies of Eugenics. Historical Studies of Alberta and Beyond
by Frank W. Stahnisch (ed)Erna Kurbegović (ed) - 2020

 

 

Man nannte uns Kaninchen - 60 Min., 2017

 

"Kriegschirurgische Experimente": so nannten die SS-Ärzte ihre medizinischen Versuche, die ab Sommer 1942 an polnischen Insassinnen des Konzentrationslagers Ravensbrück durchgeführt wurden. Nur wenige Frauen überlebten diese Experimente.

 

Kurz vor Ende des Krieges wurden viele der "Versuchskaninchen" ermordet - es sollte keine Zeuginnen geben.

 

Drei Frauen, die im April 1945 dem KZ entkommen konnten, berichten in dieser Dokumentation über ihre Erlebnisse - weil sie es als ihre Pflicht den Frauen gegenüber empfinden, die nicht überlebten: Satnislawa Bafia, Maria-Broel Plater-Skassa und Wladyslawa Marczewska.

 

  • Für YouTube lizensiert von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen. Lizenzgeber: allstar Media International GmbH, Düsseldorf / Germany. Dieser Film kann unter www.download-films.de käuflich erworben werden.
Josef Mengele (1911–1979) Quelle: picture alliance / Heritage-Imag

 

 

KNOCHENFUNDE IN BERLIN

 

Das Grauen von Dahlem

Von Julien Reitzenstein . DIE WELT . 10.06.2021

 

Auf dem Gelände der FU Berlin wurden massenhaft menschliche Überreste gefunden. Die Spur führt zu Josef Mengele – und in die Vergangenheit einer deutschen Spitzenuniversität. Die aber lässt ihre Wissenschaftler die eigene Geschichte nicht erforschen. Was wird hier vertuscht?

 

Die Auflösung einer Wohnung ist nie eine erbauliche Angelegenheit. Manchmal findet sich dabei Erstaunliches und manchmal sogar Grausiges. Der Umzug der Bremer Biologin und Lehrerin Karin Magnussen in ein Pflegeheim im Jahre 1990 bietet dafür ein Beispiel. Bei der Auflösung ihrer Wohnung wurden Forschungsunterlagen gefunden. Und menschliche Augen.

 

Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass Biologen wie Magnussen an Augen forschen – an Augen, die Körperspender nach ihrem Tod der Wissenschaft zur Verfügung stellen. Doch in diesem Falle waren mindestens 40 Menschen grausam gequält und dann ermordet worden.

 

Die Augenpaare wurden 1944 an Magnussens Arbeitsplatz im Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin-Dahlem geliefert, und zwar aus dem KZ Auschwitz. Absender war der berüchtigte SS-Hauptsturmführer Josef Mengele, Lagerarzt von Auschwitz-Birkenau. Er war es auch, der nach Magnussens Weisungen hormonelle Substanzen in die Augen der Opfer gab, was oft zu schmerzvoller Erblindung führte.

 

Das Institut

 

Die Augenpaare wurden an Karin Magnussen geliefert. Die Herkunft und die verbrecherischen Umstände ihrer Entnahme waren Karin Magnussen keinesfalls unbekannt. Bereits vor Mengeles Kommandierung nach Auschwitz war ihr Forschergeist geweckt worden, als sie 1942 erfahren hatte, dass in einer Sinti-Familie in Norddeutschland Iris-Heterochromie – also verschiedenfarbige Augen – vererbt wurde. Denn das Institut in Dahlem befasste sich unter anderem mit Vererbungslehre.


Auf Magnussens Wunsch wurde die Sinti-Familie ins Institut verbracht, von ihr untersucht und anschließend in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort führte dann Mengele 1943/44 die schmerzhaften und grausamen Versuche durch und sandte die präparierten Augen nach Dahlem. Wie konnte es dazu kommen, dass die Autorin des seit 1936 mehrfach neu aufgelegten Buchs „Rassen- und bevölkerungspolitisches Rüstzeug“, dass eine 34-jährige Biologin derartige Experimente durchführte und so über Leben und Tod ihrer Mitbürger bestimmte?

 

Darauf gibt es nicht nur eine individuelle und eine institutionelle Antwort, sondern auch eine gesellschaftliche. Womöglich ist die gesellschaftliche Erklärung am beunruhigendsten. Denn anders als die individuelle Straftat oder das verbrecherische Handeln einer Institution sind die gesellschaftlichen Dynamiken besonders gefährlich, wie das Beispiel des Dahlemer Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie (KWI-A) zeigt. Hierbei sind die historischen Umstände zu berücksichtigen.

 

Francis Galton und die Eugenik

 

Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung der westlichen Welt rapide an. Gleichzeitig gab es gewaltige Migrationsbewegungen. Eine Ursache waren Armut, Hunger und die Hoffnung auf ein besseres Leben. Dies führte – neben anderen Aspekten – zu identitätspolitischen Debatten. Dazu gehörte der verbreitete Glauben, dass sich Menschen mit Erbkrankheiten zahlreicher vermehren als andere und dadurch langfristig die Gesellschaft überfordern würden.

 

Ebenso verbreitet war die Annahme, dass Charaktereigenschaften vererblich seien. Der britische Anthropologe Francis Galton (1822–1911) warb für die wissenschaftliche Erforschung dieser Fragen – und die „Verbesserung der menschlichen Rasse“, unter anderem durch Bekämpfung von Erbkrankheiten. Der neuen Wissenschaftsrichtung gab er den Namen Eugenik, „gutes Geschlecht“.

 

Rasch fand die neue Lehre einflussreiche Anhänger in Politik und Medien, verhieß sie doch dort Lösungen, wo die Gesellschaft sich in ihren Strukturen bedroht sah. Diffusen Ängsten vermeintlich wissenschaftliche Erkenntnisse entgegenzusetzen versprach Frieden und Fortschritt.

 

Von Wells bis Keynes

 

In Großbritannien zählten Autoren wie H.G. Wells zu den Befürwortern der Eugenik, ebenso wie die zukünftigen Literaturnobelpreisträger George Bernhard Shaw und Winston Churchill. In den USA war Alexander Graham Bell, dem wir die Telefonie verdanken, auch Funktionär verschiedener Eugenik-Einrichtungen. Sein Einfluss trug dazu bei, dass viele US-Bundesstaaten Eugenik-Gesetze erließen. Dazu gehörte die verpflichtende Sterilisierung von Geisteskranken, Gehörlosen und anderen Kranken.

Der britische Ökonom John Maynard Keynes war viele Jahre Direktor der British Eugenics Society und erklärte die Eugenik zum wichtigsten Zweig der Soziologie. Keynes’ ökonomische Lehren sind nach wie vor ein wichtiger Faktor für wirtschaftspolitische Entscheidungen. Noch heute profitiert die Gesellschaft oft vom bekannten Schaffen dieser hochgeehrten Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kultur. Ihr Einsatz für eine aus heutiger Sicht in weiten Teilen fragwürdige (in anderen Teilen von der heutigen Humangenetik weitergeführte) Wissenschaft, die unfassbares Leid über unzählige Menschen gebracht hat, bleibt dagegen häufig im Schatten.

 

Auch in Deutschland war die Eugenik unter dem Namen „Rassenhygiene“ spätestens nach dem Ersten Weltkrieg rasch ein wichtiger Einflussfaktor für politisches Denken geworden – und zwar über Parteigrenzen hinweg von der Sozialdemokratie über die katholische Zentrumspartei bis zur extremen Rechten. In der sonst zerstrittenen Weimarer Politik gab es dann auch keinen Widerstand, als 1927 die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWI – heute Max-Planck-Gesellschaft) ihr Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Dahlem gründete.

 

Der Freiherr von Verschuer

 

Das wissenschaftliche Programm war modern und populär – die Ergebnisse sollten die Lage der Menschheit verbessern. Gern und aufmerksam folgten viele Bürger den Thesen der Wissenschaft. Die KWI galt damals als Exzellenzeinrichtung; 15 ihrer Mitarbeiter wurden mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Mit diesem Glaubwürdigkeitsvorschuss begannen die drei Abteilungsleiter des neuen Instituts 1927 ihre Arbeit: der Anthropologe Eugen Fischer, der Eugeniker Hermann Muckermann und der Humangenetiker Otmar Freiherr von Verschuer.

Dieser befasste sich schon lange mit Zwillingsforschung. Auch sein vormaliger Doktorand und Assistent Josef Mengele galt als Spezialist in diesem Bereich. Dieses Forschungsfeld widmete sich unter anderem der Frage, ob kriminelles Verhalten genetisch vererbt wird. Nachdem von Verschuer 1942 Direktor des Instituts geworden war – er sollte es bis 1948 bleiben –, ermöglichte der nach wie vor bestehende Kontakt zu Mengele in Auschwitz seinen Mitarbeitern die Beantwortung von Forschungsfragen mit Methoden weit jenseits ethischer Grenzen.

 

Viele Mitarbeiter des Instituts waren während des Krieges als Gutachter tätig, etwa bei der Erfassung von Juden, Sinti, Roma und Erbkranken – und jenen Kindern, die in der Zeit der französischen Besatzung des Rheinlandes geboren wurden und einen afrikanischstämmigen Besatzungssoldaten zum Vater hatten. Die Ergebnisse der Gutachten führten oft zu Zwangssterilisierungen, aber auch Einweisungen in Konzentrationslager. Manche der Eingewiesenen hatten das Pech, an einer „interessanten“ Krankheit zu leiden. Das führte oft zur Ermordung, damit die Institutsmitarbeiter an ihren Überresten forschen konnten.

 

Nach dem Krieg

 

Spätestens ab 1943 hatte die Vermischung von Eugenik als weltweiter Wissenschaftsbewegung und nationalsozialistischen Rasseideologien ihren mörderischen Höhepunkt gefunden. Ab 1943 wurden acht Forschungsprojekte am KWI-A von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Darunter war auch das Projekt „Erforschung der Erbbedingtheit der Entwicklung der Augenfarbe als Grundlage für Rassen- und Abstammungsuntersuchungen“ von Karin Magnussen. Nach Untersuchung der Augen der von ihr zur „Behandlung“ und Ermordung ausgesuchten Sinti-Familie stellte sie ihre Forschungsarbeit Ende 1944 fertig. Sie wurde 1949 publiziert.

 

Auch die Forschungen anderer Wissenschaftler des Instituts wurden weithin bekannt. Nach dem Krieg gab es so wenig Schuldbewusstsein. Strafverfolgungen jener Wissenschaftler, die dem NS-Regime bei der Menschenvernichtung argumentativ zur Seite standen, waren die Ausnahme.

 

Genauso ist seit Jahrzehnten bekannt, dass spätestens seit 1944 an menschlichen Überresten aus Konzentrationslagern, insbesondere aus Auschwitz, geforscht wurde. Und es wäre auch nicht allzu schwer herauszufinden gewesen, dass diese Überreste nach Kriegsende nicht mehr vorhanden waren. Möglicherweise scheute man Diskussionen, möglicherweise war es den Verantwortlichen schlicht egal, was vor Kriegsende auf dem Gelände des KWI-A geschehen war.

 

Grausige Spuren

 

Unbekümmert baute die Freie Universität Berlin auf dem Areal neue Gebäude. Erst nachdem 2014 beim Anlegen eines Grabens menschliche Überreste und Gipsabdrücke gefunden wurden, sah sich das Präsidium der FU Berlin genötigt, sich mit der düsteren Geschichte zu befassen. Allerdings wurde sie eher unter dem Teppich gehalten. Man äscherte die Knochen ein, und auch die Gipsabdrücke verschwanden.

 

Auf Druck der Medien durften schließlich die renommierten FU-Professoren für Archäologie, Reinhard Bernbeck und Susan Pollock, gemeinsam mit Studenten und Assistenten erste kleine Grabungen im vormaligen und nun in Teilen bereits überbauten Garten des KWI-A unternehmen.

 

Rasch bestätigte sich der grausige Verdacht: Offenbar hatten die Forscher des KWI-A vor dem Eintreffen der Roten Armee in Berlin bei Kriegsende die belastenden Überreste von über 50 Menschen und Gipsabdrücke von Körperteilen im Garten des Instituts oberflächlich vergraben – möglicherweise wollte mancher später daran weiterarbeiten.

 

Das Erbe der FU

 

Trotz dieses beschämenden Teils der Wissenschaftsgeschichte lehnt die FU-Berlin systematische Grabungen sowie Dokumentationen auf dem Gelände ab. Derzeit beschränkt sich die FU vor allem auf ein Forschungsprojekt zur Geschichte des Areals nebst hochkarätig besetztem wissenschaftlichem Beirat – und der Planung eines Gedenkorts.

 

Dabei übersehen die Verantwortlichen jedoch, dass es sich beim vormaligen KWI-A-Gelände eben nicht um privates Bauland handelt: Die FU hat als eine der bekanntesten und größten deutschen Universitäten ein Kapitel Wissenschaftsgeschichte geerbt, das mit wissenschaftlicher Gründlichkeit dokumentiert werden muss.

 

An deren Anfang stehen nicht die bereits gut dokumentierte Geschichte des KWI-A, sondern systematische Grabungen. Die FU Berlin ist ein Leuchtturm der Spitzenforschung und der Wissenschaftsfreiheit. Nun sollte sie ihren eigenen Wissenschaftlern gestatten, genau das in ihrem eigenen Garten zu unterstreichen. Auch das würdigste Gedenken ersetzt keine umfassende wissenschaftliche Erkundung und Dokumentation.

 

  • Julien Reitzenstein ist Historiker und hat umfänglich zur SS-Wissenschaftseinrichtung „Ahnenerbe“ geforscht. 2018 erschien sein Buch „Das SS-Ahnenerbe und die ‚Straßburger Schädelsammlung’. Fritz Bauers letzter Fall“.

 

Gedenktafel am Gebäude Ihnestrasse 22, wo das Kaiser-Wilhelm-Institut bis 1945 seinen Sitz hatte Quelle: picture-alliance / akg-images / Udo Hesse
RKI - Robert-Koch-Institut - das ist die Einrichtung der Bundesregierung zur Pandemieüberwachung und –prävention. Dieser DLF-Beitrag gibt Hinweise zu unrühmlichen Forschungen des Namensgebers und die Verstrickungen zur NS-Psychiatrie - click

 

Die Nazis von 1933-1945, aber auch mit ihnen fast alle Deutschen ihrer Zeit, haben die urmenschliche ethische Dimension ihres Tuns einer erbbiologischen Auslese und Manipulation und der damit verbundenen Euthanasie-Massenmorde kaum als gesamtgesellschaftliche Dimension in ihren Ausmaßen erfasst - oder erfassen können, weil dafür kein Bewusstsein vorhanden war oder verdrängt wurde.

 

Der Zeitgeist insgesamt war ein anderer - nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt - und in der Wissenschaft sowieso. Und hier bestimmte diese sogenannte "erbbiologische Wissenschaft" die parteipolitischen Entscheidundungen und den Zeitgeist "im Volk" in erster Linie mit - wie heute beispielsweise die Virologen größtenteils die politischen Maßnahmen zur Covid 19-Eindämmung und -Prophylaxe entscheidend mitbestimmen - in der jeweilig maßgeblichen Ausgestaltung des Infektionsschutzgesetzes.

 

Mit den Möglichkeiten der "humangenetischen Beratung" in den Beratungsstellen allerorten und der mittlerweile dadurch fast "automatischen" Abtreibung vielerorts von ungeborenem Leben z.B. mit vermeintlichem Down-Syndrom - und nun der genetischen Manipulationsmöglichkeiten seitens der Wissenschaft mit der Genschere CRISPR - sind jedoch auch heutzutage wieder ur-ethische Fragen menschlichen Zusammenlebens permanent angesprochen - um die gesellschaftlich und politisch gerungen werden muss - und die in keinerlei Auslese-Automatismen verfallen dürfen.

 

  • "Jeder Mensch besitzt eine Stimme in dem Disput, wohin sich die Menschheit entwickeln solle". 

 

von LEONHARD MÖCKL -

DIE WELT . Essay . Donnerstag, 22.10.2020 . Seite 2

 

 

Der gesellschaftliche Einfluss der Naturwissenschaften ist heute größer denn je. Das bringt eine enorme Verantwortlichkeit mit sich, die jeder Forscher annehmen muss, ob er will oder nicht ...

 

Die jüngste Verleihung des diesjährigen Chemienobelpreises an Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna kam nicht unerwartet. Kaum eine Entdeckung hat die modernen Biowissenschaften so tiefgreifend verändert wie die Erschließung des Crispr/Cas-Systems (kurz Crispr), welches die gezielte Manipulation von Genen mit zuvor utopisch erscheinender Präzision ermöglicht. Crispr hat für die Grundlagenforschung weit über das Feld der Genetik und Zellbiologie hinaus eine enorme Bedeutung. Die große Mehrheit der Forschenden, die sich auf irgendeine Weise mit der Untersuchung lebender Systeme beschäftigen, werden früher oder später den Einsatz eines Crispr-basierten Experiments zumindest erwägen. Auch ich als Biophysiker bin keine Ausnahme.

 

Hinzu kommt der weltweite fieberhafte Eifer, die Technologie immer weiter zu verbessern, um Spezifität und Effizienz nahe an die Perfektion zu führen. Frühere Ansätze zur Genmanipulation waren allgemein so fehleranfällig, dass ein Einsatz am Menschen unabschätzbare Nebenwirkungen aufgewiesen hätte und allein deshalb nicht zu verantworten war, unabhängig von allen prinzipiellen Einwänden. Crispr hingegen, obwohl ebenfalls nicht frei von Mängeln, hat diese Grenzen gesprengt. Damit verbietet es sich endgültig, die Debatte um Genmanipulation im Menschen bequem auf die methodische Seite zu verengen: Paradoxerweise bringt Crispr gerade durch die zuvor unerreichbare Genauigkeit die grundlegende Problematik ans Licht. Durch die Überwindung der Risiken auf der praktischen Seite stehen die Gene, die zuvor durch den Schleier unzureichender Technologie verhüllt waren, nun nackt vor uns. Es stellt sich die Frage, wie mit einem so mächtigen Werkzeug umzugehen ist.

 

Die Dringlichkeit dieses Problems wurde spätestens im November 2018 augenfällig, als der chinesische Forscher He Jiankui die erste durch Crispr ermöglichte Keimbahnmodifikation in menschlichen Embryonen verkündete; einer Genmanipulation also, die an Nachkommen vererbt wird und damit als besonders tiefgreifend anzusehen ist. He stellte sein Vorgehen wenig später bei einer Konferenz dar.

 

Sowohl diese Präsentation als auch die veröffentlichten Ergebnisse ließen viele Fragen offen. Unzweifelhaft jedoch ist, dass im Jahr 2019 zwei Kinder geboren wurden, deren Genom He durch den Einsatz von Crispr verändert hatte.

Hes Experimente stießen seitens seiner Kolleginnen und Kollegen auf Empörung und Ablehnung. Auch Charpentier und Doudna äußerten sich entsprechend. He selbst verschwand bald darauf von der Bildfläche und verbüßt inzwischen eine mehrjährige Haftstrafe aufgrund von nicht genehmigter medizinischer Forschung.

 

Es sollte jedoch beachtet werden, was die Basis dieser negativen Reaktionen war. Keineswegs handelte es sich nämlich um eine allgemeine Verurteilung des Vorgehens an sich, sondern um eine Verurteilung der Experimente zu diesem Zeitpunkt. Die Methode sei noch nicht voll ausgereift, die Manipulation also verfrüht. Die Früchte des naturwissenschaftlichen Fortschritts müssten verantwortlich eingesetzt werden, damit sie dem menschlichen Fortschritt dienten, so die Spitzen des Feldes.

 

Es drängt sich indes der Verdacht auf, dass aus Trägheit oder Unbehagen statt einer fundierten Debatte ein einfacher Ausweg genommen wird – Verweise auf die noch nicht voll ausgereifte Methode und einige gewichtig klingende Vokabeln. Denn eben jene großen Begriffe von Fortschritt und Verantwortung sind bis heute seltsam leer geblieben. Trotz unzähliger Stellungnahmen, Konferenzen und Publikationen sind verbindliche Antworten auf zwei Grundfragen nicht in Sicht: Was genau meint verantwortliches Forschen? Und wie verhalten sich Forschung und menschlicher Fortschritt zueinander?

 

Zur Klärung dieses Problems lohnt sich ein Blick auf den Preis und seinen Stifter. Nobels Testament aus dem Jahr 1895 verfügt, dass seine Stiftung jedes Jahr Preise an diejenigen verleihen solle, welche im vorangegangenen Jahr der Menschheit durch die Arbeit in ihrem jeweiligen Feld den größten Nutzen brachten. Die Welt und die Forschungslandschaft haben sich seit 1895 verändert, weshalb es unangebracht wäre, jedes Wort nach heutigen Maßstäben auf die Goldwaage zu legen. So verschwand die Betonung des
„vorangegangenen Jahres“ verständlicherweise aus der Vergabepolitik. Weshalb jedoch die Betonung des „menschlichen Nutzens“ ebenfalls aus der Zeit gefallen sein soll, ist nicht ersichtlich.

 

Oft heißt es, Nobel habe diesen Passus aus schlechtem Gewissen heraus gewählt, da Dynamit, seine wohl bekannteste Erfindung, in Kriegswaffen Verwendung fand. Dies lässt sich nicht belegen. Nobel starb 1896, lange vor dem Grauen des Ersten Weltkriegs. Die Möglichkeiten, die das Dynamit für Krieg und Töten brachte, sah er dennoch sehr klar. Seine Risikobewertung ist bezeichnend für die innere Distanzierung der Naturwissenschaften von ihren Implikationen und fungiert damals wie heute als eindringliche Warnung vor dem Glauben an selbstregulierende Kräfte oder kollektive Vernunft: Nobel vertrat die Meinung, dass Dynamit, gelangte es zum Einsatz in Waffen, Kriege beenden statt begünstigen würde. Jeder Mensch bei Verstand würde einen Krieg, in dem sich Armeen gegenseitig in kürzester Zeit vernichten könnten, niemals beginnen. Das 20. Jahrhundert trat mit bitterer Entschlossenheit den Beweis an, von welch grotesker Naivität Nobels Einschätzung war.

 

Als Forscher sollten wir uns davor hüten, den Fehler Nobels zu wiederholen. So gewaltig die Möglichkeiten des Dynamits waren und sind, sie verblassen vor dem Instrumentarium der modernen Naturwissenschaften. Crispr ist dafür nur ein Beispiel unter vielen. Die Konsequenzen einer Fehleinschätzung heute werden die Konsequenzen einer Fehleinschätzung zu Nobels Zeiten noch übertreffen.

 

Jeder Mensch 
besitzt eine Stimme 
in dem Disput, 
wohin sich die Menschheit 
entwickeln solle.

 

Ein Schlüsselproblem liegt in dem ungeklärten Verhältnis von naturwissenschaftlichem und menschlichem bzw. gesamtgesellschaftlichem Fortschritt. Das Konzept des ersteren ist einfach und lässt sich klar definieren: Wo Unbekanntes durch Forschung verstanden wird, ereignet sich Fortschritt. Demgegenüber sind Konzepte des gesamtgesellschaftlichen Fortschritts notwendigerweise komplex und in ihrer Anwendung individuell. Jeder Mensch besitzt eine Stimme in dem Disput, wohin sich die Menschheit entwickeln solle. Die unreflektierte Übertragung des Konzepts von naturwissenschaftlichem Fortschritt auf das Konzept des gesamtgesellschaftlichen Fortschritts ist somit ein Irrweg. Es bedarf einer Begriffskritik, welche auch die Frage zum Gegenstand haben muss, ob jede naturwissenschaftliche Errungenschaft eine Realisation in der menschlichen Sphäre finden soll.

 

Insbesondere führt die unzulässige Übertragung zu jener eigenartigen Melancholie, jener inneren Entkoppelung von der eigenen Tätigkeit, die zu Zeiten Nobels wie heute flächendeckend zu beobachten ist. Das persönliche Element naturwissenschaftlicher Forschung beschränkt sich im
Wesentlichen auf die Artikulierung der Forschungsfrage. Die Beantwortung der Frage und die Gültigkeit der Antwort hingegen soll allgemein und unpersönlich gelten.

 

Überträgt man als Forscher diesen Maßstab auf die eigene Rolle in der gesellschaftlichen Diskussion, so endet die Verantwortung für alle Implikationen an der Labortüre:
Dann sind es immer die anderen, welche ein Ergebnis umsetzten und dies gegebenenfalls „falsch“ taten.

 

Diese Auslagerung ist jedoch ein fataler Trugschluss, denn die Verantwortung verbleibt bei den Forschenden. Dies gilt bereits auf der praktischen Ebene.

 

Jeder externe Agent, der Forschungsergebnisse umsetzen möchte, bedarf der Anleitung durch die einzelnen Forscher, welche eben diese Ergebnisse erzielten. Naturwissenschaftliche Forschung ist längst zu komplex, um im Detail von einem externen Standpunkt aus verständlich zu sein. Wer Hoffnung in das moderierende Eingreifen von Politik, NGOs oder sonstigen Institutionen setzt, übersieht, dass ihnen Regulierung nur unter der Prämisse einer forschungsinternen Expertise möglich ist, die an die Person der Forschenden gebunden ist.

 

Mithin sollte es für Forscher keinen Weg geben, eine Distanz zwischen ihrem Tun und der gesellschaftlichen Wirkung aufzubauen. Anstatt nervöser Passivität wären wir gut beraten, die Aufgabe, die wir uns selbst wählten, anzunehmen und anzutreten. Dies bedeutet zuerst, die eigene Rolle in beiden Sphären – Forschung und Gesellschaft – ernst zu nehmen und Sorge zu tragen, dass sich ihr Verhältnis nicht noch weiter entfremdet. Dies bedeutet weiterhin, der Pflicht zur Vermittlung der eignen Forschung nachzukommen. Dies bedeutet schließlich, offen, ungeschützt und ohne Distanz auch zum Preis persönlicher Nachteile am gesellschaftlichen Diskurs teilzunehmen.

Die mit dieser individuellen Konzeption einhergehende Verpflichtung jeder und jedes Einzelnen ist nicht zu übersehen. Doch dieser Tribut ist zu entrichten. Keine Tätigkeit vermag heute einen größeren gesellschaftlichen Einfluss auszuüben als naturwissenschaftliche Forschung. Wir Forscher haben keinen Anspruch darauf, uns wohlzufühlen. Mehr noch:
Wir sollen uns nicht wohlfühlen.

_________________

. Leonhard Möckl ist ein deutscher Biophysiker. Er ist Postdoctoral Research Fellow an der Stanford University.

2020: Biologie Arbeitsblatt für die 9. Klasse

 

 

 

den obigen tweet fand ich eben gerade im twitter-channel von "GedenkortT4" - und bin einfach nur über die blauäugigkeit, herablassung und der "rassenhygienischen" einseitigkeit des bundesdeutschen "lehrmaterials" in schulunterrichts-handreichungen für die 9. jahrgangsstufe erschüttert - 80 jahre nach dazu relevanten zwangssterilisationen und ns-euthanasiemorden - und alle reden von integration, emanzipation, "gendern", diversität und inklusion ... - unfassbar - si

 

Zu einem Interview mit dem Schauspieler Sebastian Urbanski bzgl Down Syndrom = click here

Foto: corbis
 
 
Bluttest in der Schwangerschaft


Eine umstrittene Entscheidung

Hat ein Ungeborenes das Downsyndrom? Ein Bluttest für werdende Mütter soll Kassenleistung werden – aber nur für Risikoschwangere.

Von BARBARA DRIBBUSCH | taz
Redakteurin für Soziales und Gesellschaft im Inlandsressort

BERLIN taz | Vor fünf Minuten hat Lisa-Marie P. unterschrieben, vor sieben Minuten Tina S., vor einer Stunde Tim S. Sie unterschreiben die Internetpetition „Menschen mit Down-Syndrom sollen nicht aussortiert werden“. Mehr als 1.500 Leute haben schon unterzeichnet.

Die 20-jährige Natalie De­dreux, die selbst das Downsyndrom hat, startete die Petition. Sie fordert, wie andere Aufrufe auch, dass ein umstrittener Bluttest bei Schwangeren zur Dia­gnose des Downsyndroms keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen werden soll.

 

 

Sebastian Urbanski - click here

 


Der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA, in dem Vertreter der Ärzte und Krankenkassen sitzen, beriet am Freitag genau darüber – ob nämlich die sogenannte nichtinvasive Pränataldiagnostik (NIPT) bei Risikoschwangerschaften künftig von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden soll. Nach den Beratungen leitete der Bundesausschuss am Freitag formell das sogenannte Stellungnahmeverfahren zu den geplanten Anwendungsmöglichkeiten des Tests ein.

Wissenschaftliche Fachgesellschaften, die Bundesärztekammer, der Deutsche Ethikrat, die Gendiagnostik-Kommission und zahlreiche weitere Organisationen seien nun aufgefordert, die vorgesehenen Änderungen der Mutterschaftsrichtlinien fachlich zu prüfen, hieß es in der am Freitag veröffentlichten Erklärung des G-BA.

Angesichts der Risiken der bisherigen ­kassenfinanzierten invasiven Untersuchungen sehe der G-BA eine „Anerkennung der NIPT“ als „im Einzelfall mögliche Leistung im Rahmen der Schwangerenbetreuung als medizinisch begründet an“, sagte Josef Hecken, Vorsitzender der G-BA, am Freitag. Es gehe „ausdrücklich um die Anwendung des Tests bei Schwangerschaften mit besonderen Risiken“ und „nicht um eine Reihenuntersuchung aller Schwangeren“. Ein ausschließlich statistisch begründetes Risiko der Trisomie 21, also des Downsyndroms, ­beispielsweise aufgrund des Alters der Schwangeren, sei nicht ausreichend, um den Test zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu können, hieß es in der weiteren Erklärung des Ausschusses.

Der Test, auch Praena-Test genannt, wird bisher schon in Praxen der Frauenärzte angeboten, wenn Schwangere dies wünschen. Er muss allerdings von den Frauen privat bezahlt werden und kostet ab 130 Euro aufwärts, je nach Umfang.

Verbände befürchten, dass durch den kassenfinanzierten Bluttest Feten künftig noch stärker schon vor der Geburt „aussortiert“ werden könnten. „Die grundsätzliche Position der Lebenshilfe ist, dass der Test nicht zu einer Kassenleistung werden sollte“, erklärte Peer Brocke, Sprecher der Bundesvereinigung Lebenshilfe, im Gespräch mit der taz. Allerdings gebe es Stimmen innerhalb der Lebenshilfe, die den Bluttest bei Risikoschwangeren als Kassenleistung nicht ablehnen würden, so Brocke.

 

Vor allem fürchtet man einen wachsenden Rechtfertigungsdruck auf Familien mit behinderten Kindern, sollten die Bluttests eine verbreitete Vorsorgemaßnahme werden. Diese Eltern „werden auf der Straße oder beim Einkaufen ganz regelmäßig gefragt, ob sie ‚es‘ denn nicht gewusst hätten. Klares Si­gnal dafür, dass zum einen die Diagnose einer Trisomie-21-Behinderung vor der Geburt eigentlich selbstverständlich ist und als Konsequenz daraus ‚selbstverständlich‘ ein Schwangerschaftsabbruch erwartet wird“, heißt es in einer Stellungnahme der Lebenshilfe.


Kein unmittelbares Risiko für den Fetus

Dies kann auch Heike Meyer-Rotsch bestätigen, Vorsitzende des Vereins downsyndromberlin e.V. und Mutter eines Jungen mit Downsyndrom. Der „Rechtfertigungsdruck“, den Eltern eines Kindes mit Trisomie 21 jetzt schon verspürten, würde „noch verstärkt, wenn der Test Kassenleistung wird“, sagte sie der taz.

 

Überall, auf Spielplätzen etwa, würden die Eltern mit der Frage konfrontiert, ob sie von der Behinderung nicht vorher hätten wissen können. „Dahinter steckt doch die Frage: Wäre es nicht besser, dein Kind wäre tot?“, so Meyer-Rotsch. Der Verein ist grundsätzlich dagegen, dass der Bluttest Kassenleistung wird.


Natalie Dedreux erklärt in ihrer Petition: „Mein Leben mit Downsyndrom ist cool. Aber ich habe Angst, dass es weniger Menschen mit Downsyndrom geben wird, wegen dem Bluttest.“

Hecken hatte zuvor schon in einem Interview mit dem Nachrichtendienst epd betont, der Test sei vor allem eine „Alternative zu bestehenden Untersuchungsmethoden, die mit großen Risiken für Mutter und Kind behaftet sind“. Das Downsyndrom konnte man vor Einführung des Tests 2012 in der vorgeburtlichen Diagnostik nur durch die Chorionzottenbiopsie oder durch die Amniozentese, die Fruchtwasseruntersuchung, diagnostizieren.

Dabei kann der Fetus aber geschädigt werden. Bei 0,5 bis 1 Prozent der Schwangerschaften kam es dadurch zu Komplikationen für den Fetus, bis hin zur Fehlgeburt. Beim Bluttest wird nur Blut von der Mutter entnommen, ohne unmittelbares Risiko für den Fetus. Allerdings gibt es dabei auch falsch positive und falsch negative Ergebnisse.

 

Verbände befürchten,
dass durch den kassenfinanzierten
Bluttest Feten künftig noch stärker
schon vor der Geburt
„aussortiert“ werden könnten


Gefahr eines „subtilen gesellschaftlichen Drucks“

Hecken berichtete, viele Frauen und Paare, selbst wenn sie wenig Einkommen hätten, bezahlten den Test schon heute aus eigener Tasche.

 

Er sehe aber auch die Gefahr, dass es einen „subtilen gesellschaftlichen Druck zu einem Screening“ geben werde und dass „Eltern behinderter Kinder gefragt werden: Wieso habt ihr den Test nicht gemacht?“

Der Gemeinsame Bundesausschuss habe das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beauftragt, eine Versicherteninformation zu dem Thema zu erarbeiten. Darin, so Hecken, müsse „alles zur Sprache kommen, was auch in einer Schwangerschaftskonfliktberatung gesagt wird: Was ist eine Trisomie, welche Hilfen gibt es für das Kind und die Eltern, welche Einschränkungen kann das Kind haben, welche nicht?“ Auch die Frage: „Will man testen lassen?“

Wenn die Stellungnahme vorliegt, will der G-BA voraussichtlich im August 2019 abschließend entscheiden. Ein Gesetzesverfahren gibt es dazu nicht. Im Bundestag ist aber im April eine „Orientierungsdebatte“ zu dem Thema geplant.

 

  • DAS UNGEBORENE IM TEST 
Der Bluttest 
Seit 2012 gibt es den NIPT-Bluttest zur Bestimmung des Risikos von Trisomie 21 (Downsyndrom), Trisomie 13 und Trisomie 18. Dabei wird das Blut der Mutter getestet. Die Tests werden bisher von den Schwangeren privat bezahlt und kosten ab 130 Euro aufwärts. Die Kassen zahlen bisher nur andere Gentests, die Fruchtwasseruntersuchung und die Chorionzottenbiopsie, die als risikoreicher für den Fetus gelten. 
Was sind die Folgen? 
Behindertenverbände beobachten, dass es immer weniger Kinder mit Downsyndrom gibt, wohl auch infolge der verbesserten Diagnostik. Genaue Zahlen gibt es aber nicht.


zum thema click here 

 

 

ja - die restriktive erblehre aus der nazizeit, die eugenik, zieht weiter ohn unterlass ihre bahnen - und die genforscher haben ethische und moralische selbsteinschränkungen längst mal wieder verlassen. 
 
es gelingt ihnen jetzt sogar per einfachem risikolosem bluttest eine trisomie 21 oder 18 usw. zu diagnostizieren - behaftet allerdings mit einer fehlerhaftigkeit von ca. 20 % - also jede 5. entsprechende diagnose ist einfach falsch! - und dabei geht es ihnen ja nicht darum, bestehende "krankheiten" zu besiegen - denn das bringt ja keine kohle - nein, es geht ihnen darum gegen knete, versteht sich, möglichst massenhaft in allumfassenden reihenuntersuchungen der schwangeren, die ihre leibesfrucht überhaupt auch austragen wollen, durchzuchecken und auszusortieren (in deutschland werden trotz funktionierender verhütungsmittel ca. 100.000 (einhunderttausend) embryonen pro jahr ohne vorherige "tauglichkeitsuntersuchung" abgetrieben): also die "schlechten" bereits im werden ins kröpfchen, und die guten ins töpfchen - wie beim "aschenputtel" im märchen - und am besten direkt beim gynäkologen auf dem hof - ähnlich wie bis in die 60er jahre mit dem tbc-röntgenbus auf dem schulhof zur durchleuchtung aller lungen der schulkinder - wobei es dort wenigstens noch um eine volkskrankheit ging, die heute hier bei den deutschen als reise-weltmeister wieder gehäuft auftritt ...
 
auf alle fälle geht es wie bei den nazis wieder mehr oder weniger um einen "gesunden volkskörper" mit gesunden vererbbaren genen ... - und was gesund und vererbbar ist bestimmt die ethik- und buchhaltungskommission der genetiker mit dem blick auf das eigene bankkonto - das bestimmt nicht mehr der zufall bei atheisten oder der liebe gott bzw. allah bei christen und muslimen und juden.
 
und während wir uns noch mit dem vermeintlichen test- und versuchsballon "nipt" ethisch-moralisch echauffieren oder einfach mal so hinnehmen und in unser "gesundes" menschenbild wie selbstverständlich einbauen und das down-syndrom bereits aussortiert haben, geht es mittlerweile schon viel weiter - immer weiter: die gen-schere "crispr" macht designerbabys in vielerlei weitergehender hinsicht bereits zur realität. 
 
und nun gerät der umgang mit diesem werkzeug außer kontrolle und die genetiker-entdecker dieses instruments bekommen nun das ethische muffensausen: es droht nämlich die absolute optimierung von individuen auf kosten all jener, denen diese technologie (noch) nicht zur verfügung steht. 
 
kinder, die vorab "verbessert" zur welt kommen und beispielsweise angeblich ein äußerst geringes bis gar kein risiko haben, an diabetes, brustkrebs oder schizophrenie zu erkranken. kinder, die klüger, stärker, schneller sind - also genetisches massendoping zur ausbeutung und benutzung für die "wirtschaft" -- "genetische erweiterungen könnten menschen sogar in verschiedene unterarten teilen", mahnen plötzlich diese alarm-autoren [click here - & here], denen nun vielleicht sogar tatsächlich das geldzählen im halse steckenbleibt.
 
weltweites doping in jeder hinsicht - ein ungeheurer markt und eine tatsächliche veränderung zum untergang - aber die blagen der silicon-valley eltern werden noch brav zur waldorfschule geschickt ...
 
es ist erst 90 - 70 jahre her, als die nazis hand in hand mit den eugenikern und psychiatern und der "gleichgeschalteten" justiz bis zu 300.000 menschen ermordeten und eine ungleich höhere anzahl zwangssterilisierten, weil sie nicht in ihr strammes gesundes schneidiges völkisches weltbild passten: nämlich "flink wie windhunde - zäh wie leder - hart wie kruppstahl" zu sein - wie adolf hitler das mit seinen schrecklich schlechten zähnen für das ganze volk - wenigstens schon mal für die jugend - hartnäckig zackig einforderte ...
 
und auch heute geht es wieder um den besseren, leistungsstarken, allseits fitten menschen, an dem das "volk", und das "christliche abendland" und die "weiße rasse" gesunden soll ... - menschen-zuchtanstalten wie der "lebensborn" sind da gar nicht mehr so fern - und man arbeitet schon daran ...
 
leider meint man trotz allem genetischen wissen, dass glaubensbekenntnisse und taufen immer noch einhergingen mit einer veränderung des jeweiligen menschlichen erbgutes - dem ist nicht so: selbst ein südafrikanischer schwarzer muslim kann mir im notfall blut spenden, und auch meinen und seinen oder ihren potentiellen nachkommen wird das nichts ausmachen: das ist keine "rassenschande" ...
 

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