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"EUTHANASIE" . DOKUS

 

 

sinedi.art


Leben mit Schizophrenie

"Ich bin an ein fahrendes Auto gesprungen"
 
Cordt Winkler, 39, lebt mit der Diagnose "paranoide Schizophrenie". Er kannte die Krankheit schon als Kind – von seinem Vater. Im Gespräch erzählt er von Verfolgungswahn, Medikamenten und den guten Seiten des Verrücktseins. 

Text: Daniel Sander | SPIEGEL +
Dieser Text stammt aus der Reihe SPIEGEL+ Bestseller. Er ist erstmals erschienen im März 2019.


SPIEGEL: Herr Winkler, wie gut erinnern Sie sich an die Zeit, als Ihre Krankheit sich offenbarte?

Winkler: Sehr genau. Das Anschleichen begann mit Anfang zwanzig, kurz bevor ich während des Studiums nach Berlin gezogen bin, dort ging es dann richtig los. Dieses Gefühl, dass man beobachtet wird, überwacht von unsichtbaren Kameras. Auf einmal war ich überzeugt, dass ich perfekt Klavier spielen kann, dass ich große Symphonien komponieren muss. Dabei fand ich dann die Weltformel. Die will jeder haben, deswegen war klar, dass ich verfolgt werde. Es war schlimm, aber ich erinnere mich auch an Glücksmomente. In einem Moment war ich sicher, dass ich jeden Moment an BSE sterben würde. Dann wurde mir bewusst, dass ich wahrscheinlich bald zum Bundeskanzler gewählt werde.

SPIEGEL: Sehen Sie sich als schizophrenen Menschen?

Winkler: Ich glaube, man kann niemanden als schizophrenen Menschen bezeichnen – diese Krankheit ist ja kein Dauerzustand. Es handelt sich in der Regel um Episoden, von denen man sich weitgehend erholen kann. Sichtbar wird die Krankheit nur in diesen Akutphasen. Treffender finde ich deshalb "an einer Schizophrenie erkrankt", das ist ein feiner Unterschied.

SPIEGEL: Sie hatten bisher vier Episoden. Fühlen Sie sich denn krank?

Winkler: Ich finde diese Gratwanderung zwischen den Begriffen "krank" und "gesund" generell nicht sinnvoll. Mir geht es eher um die Frage, wie man eine gute Lebensqualität erreicht, wenn man mit Einschränkungen lebt. Und das gelingt mir, würde ich sagen.

SPIEGEL: Wann wurde bei Ihnen die Diagnose "paranoide Schizophrenie" gestellt?

Winkler: Das stand irgendwann in einem Arztbrief, der mir nach einem Psychiatrieaufenthalt ins Haus flatterte, glaube ich. Erst mal reden die Ärzte immer von einer Psychose. Es müssen ganz bestimmte Symptome über einen gewissen Zeitraum auftreten, damit man von einer Schizophrenie sprechen kann.

SPIEGEL: Finden Sie den Begriff Schizophrenie noch angemessen?

Winkler: Das Wort ist mit so vielen Ängsten, Vorurteilen und Klischees verbunden, dass ich damit nur schwer vermitteln kann, was mit mir los ist. Die Leute denken oft an "Jekyll und Hyde", an multiple Persönlichkeitsstörung, und das ist etwas ganz anderes. Ich höre auch keine Stimmen, obwohl das selbst Ärzte oft zuerst fragen. Der Begriff macht den Menschen Angst und hält sie möglicherweise davon ab, die Diagnose selbst für sich zu akzeptieren. Deswegen finde ich es gut, dass in Staaten wie Japan oder Südkorea das böse S-Wort ersetzt worden ist. Ich finde so etwas wie "vorübergehende psychotische Störung" treffender.

SPIEGEL: In dem Buch, das Sie über Ihr Leben mit der Krankheit geschrieben haben, erzählen Sie auch von Ihrem Vater. Bei ihm trat die Krankheit zum ersten Mal auf, als Sie drei Jahre alt waren. Haben Sie sich vor Ihrer ersten Episode je Sorgen um sich selbst gemacht?

Winkler: Ich wusste, dass es eine genetische Komponente gibt. In meiner Kindheit und Jugend habe ich das aber verdrängen können. Es war schlimm, meinen Vater immer wieder in diesem Zustand zu erleben, und ich wollte auf keinen Fall daran denken, dass es mir mal so gehen könnte.

SPIEGEL: Ab wann war Ihnen bewusst, dass mit Ihrem Vater etwas nicht stimmt?

Winkler: Mir war immer klar, dass mein Vater anders ist. Es gab immer erst eine Phase, in der es ihm gut ging. Dann schlich sich die Krankheit an, und er fing an, merkwürdige Dinge zu tun. In der akuten Phase war er dann außer sich, schrie und weinte und tobte. Anschließend kam er jedes Mal in eine Psychiatrie und wurde sediert. Die Medikamente hatten starke Nebenwirkungen, deswegen setzte er sie immer bald ab, nachdem er nach Hause gekommen war. Und dann ging es wieder los. Es war ein Drehtüreffekt.

SPIEGEL: Sie sprechen von einem Anschleichen der Krankheit. Wie fühlt sich das an?

Winkler: Das sind unklare und wirre Symptome, die auch für Fachleute schwierig einzuschätzen sind. Bei mir war es so, dass ich kurz vor der tatsächlichen Episode einfach allein sein wollte und manchmal grundlos angefangen habe zu weinen. Ein unbestimmtes Gefühl von Verlorenheit. Wegen meiner Familiengeschichte bin ich in ein Früherkennungszentrum gegangen und habe mich von einem Psychiater untersuchen lassen. Der hat aber nur eine leichte Depression diagnostiziert.

SPIEGEL: Wenn Sie sich an Ihre Episoden erinnern, schauen Sie da auf einen anderen Menschen?

Winkler: Das ist schon immer mein Ich gewesen, ich habe es schließlich so erlebt. Es ist aber nicht das Ich, das ich steuern kann. Es macht mich nicht als Person aus. Trotzdem kann ich mich genau erinnern, was ich gedacht und wie ich mich gefühlt habe. In dem jeweiligen Moment schienen mir all die kruden Dinge sehr logisch.

SPIEGEL: Gibt es während einer Episode Momente des Erkennens? Spürten Sie: Das ist jetzt nicht normal?

Winkler: Vor meiner letzten Episode war ich in Therapie und habe dort einen Notfallplan entwickelt. Punkt eins: zum Therapeuten gehen, wenn sich die ersten Symptome häufen. Klingt ja leicht. Ich habe das auch versucht. Aber ich bin dann aus dieser anderen Realität nicht mehr rausgekommen. Man ist dann überzeugt, dass es ganz logisch ist, in die nächste Tiefgarage zu gehen und dort mit dem Feuerlöscher Schaumgebilde zu erschaffen. Man wird da langsam hineingezogen. Manchmal hatte ich noch klare Momente, in denen ich mit Freunden telefonieren und denen schildern konnte, dass es mir vielleicht nicht so gut geht. Aber gerade dann habe ich offenbar einen so klaren Eindruck gemacht, dass sie den Ernst der Lage nicht erkannt haben – das ist von außen ganz schwer einzuschätzen.

SPIEGEL: Selbst für Menschen, die Sie gut kennen?

Winkler: Ja, vielleicht besonders für die. Manche wollen es vielleicht nicht wahrhaben. Für Außenstehende ist es enorm schrecklich mitanzusehen, was da passiert mit einer Person, die nicht mehr sie selbst ist. Anzusehen, wie diese Identität brüchig wird und verloren geht. Ich hab es ja bei meinem Vater gesehen. Das wünsche ich niemandem.

"Die Vorstellung des verletzlichen und furchtbar kreativen Psychotikers ist ein Klischee"

SPIEGEL: Ihre Mutter ist an Krebs gestorben, bevor Sie ihr von der Krankheit erzählen konnten. Wie hätte sie reagiert?

Winkler: Sie wäre geschockt gewesen. Gerade weil sie so sehr unter der Krankheit meines Vaters gelitten hat. Als Kind war es schon schlimm, aber als Mutter, die Verantwortung für die ganze Familie trägt, die sich entscheiden muss: Unterstütze ich den Partner, oder lasse ich mich scheiden und bringe meine Kinder und mich hier raus? Am Ende hat sie Letzteres getan, nach vielen Jahren. Nicht, dass diese Zeit für meinen Vater leicht gewesen wäre, aber ihm stand ich lange nicht so nah. Immerhin konnte ich mit ihm über meine Krankheit reden, bevor er gestorben ist. Er hat es erstaunlich gefasst aufgenommen.

SPIEGEL: Ihrem Vater haben Sie sich wieder angenähert – wie das?

Winkler: Ich war eine Zeit lang in meinem Heimatort, weil meine Mutter im Sterben lag. Da sind er und ich fast zeitgleich in derselben Psychiatrie gelandet. Meine zweite Episode war schlimm, ich bin an ein fahrendes Auto gesprungen und habe mich am offenen Fenster festgekrallt. Ein Wunder, dass niemand schwer verletzt wurde. Ein paar Tage nachdem sie mich eingeliefert hatten, durfte ich wieder raus und habe meinen Vater vorgefunden, wie er selbst gerade in eine Psychose abglitt. Da durfte ich ihn gleich mit in die Klinik bringen. Das verbindet.

SPIEGEL: Sie heißen in Wirklichkeit anders. Haben Sie Angst, dass Menschen Ihren echten Namen erfahren?

Winkler: Ich schäme mich nicht. Aber ich fand es wichtig, zwischen meinem alltäglichen Ich und einem Ich, das so stark auf Krankheit ausgerichtet ist, zu unterscheiden. Das Buch beschreibt vor allem die Phasen der Krankheit, obwohl sich das insgesamt höchstens auf ein paar Monate summiert, während es mir die restlichen knapp 40 Jahre gut ging. Wenn ich mal den Arbeitgeber wechseln müsste und ein Personalchef beurteilt, ob er nun den netten, kompetenten Alltagstypen anstellt oder den Schizophrenen, den er vorher gegoogelt hat, ist eine gewisse Anonymität sicher hilfreich.

SPIEGEL: Im Buch beschreiben Sie gefühlte Momente der Genialität und unendlicher Kreativität. Vermisst man das in den gesunden Phasen? Das Gefühl, ein großer Komponist zu sein?

Winkler: Ich konnte ja nicht wirklich Klavier spielen, ich dachte das nur. Für meine Nachbarn muss das entsetzlich gewesen sein! Die Vorstellung des verletzlichen und furchtbar kreativen Psychotikers ist ein Klischee. Das möchte ich mir nicht zu sehr zu eigen machen. Aber es gibt viel Verrücktheit, die man positiv werten kann, dafür muss man nur "Alice im Wunderland" lesen. Sich immer in der Norm zu bewegen, ohne Ausreißer nach unten oder oben, scheint mir auch nicht erstrebenswert. Allerdings möchte ich diese Krankheit auf keinen Fall verklären. Ich glaube, man sollte daraus lieber keine Identität formen wollen.

SPIEGEL: Sie wurden mit vielen verschiedenen Medikamenten behandelt. Können Sie mal die Unterschiede beschreiben?

Winkler: Klar, aber mit dem Hinweis, dass jedes bei jedem anders wirkt. Ich kann nur von mir sprechen.

SPIEGEL: Haloperidol.

Winkler: Bekommt man gern in den Akutphasen, das ist der Hammer schlechthin. Sehr wirksam, aber es knockt einen komplett aus. Mein Vater hat das früher fast immer bekommen.

SPIEGEL: Risperidon.

Winkler: Gut für Anfänger.

SPIEGEL: Amisulprid.

Winkler: Macht sehr schläfrig.

SPIEGEL: Ziprasidon.

Winkler: Macht eigentlich wach, mich hat’s auch schläfrig gemacht.

SPIEGEL: Aripiprazol.

Winkler: Die Cola light unter den Neuroleptika.

SPIEGEL: Das ist das, was Sie heute noch nehmen?

Winkler: Bei mir hat es am wenigsten Nebenwirkungen. Aber nochmal ausdrücklich: Das geht anderen anders, für manche reicht es auch nicht aus. Es kann immer sein, dass ich es nicht mehr vertrage. Ich muss einmal im Jahr mein Blut untersuchen und ein EKG machen lassen, weil es Auswirkungen auf Blut und Herz haben kann. Ich muss nehmen, was es nun mal gibt.

"Ich weiß nicht, wohin ich wollte, ich hatte nur das Gefühl, dass ich in Gefahr war"

SPIEGEL: Bisher haben Ihre Versuche, die Neuroleptika abzusetzen, immer zu einer neuen Episode geführt. Können Sie sich vorstellen, es trotzdem noch mal ohne zu wagen?

Winkler: Mit Medikamenten fühle ich mich auf der sicheren Seite. Ich habe es bis heute nicht geschafft, die Frühwarnsymptome einer Episode richtig einschätzen zu können. Deswegen bin ich hin- und hergerissen zwischen Kontrollverlust auf der einen Seite und den Nebenwirkungen von Medikamenten auf der anderen. Ich will mich nicht für immer und ewig festlegen. In gewisser Weise können Medikamente das Ich verändern, indem sie zu stark sedieren. Das ist auch kein gutes Gefühl.

SPIEGEL: Können Sie das beschreiben?

Winkler: Dann ist Ich wiederum ein ganz anderer. Einer, der für andere leichter zu handeln ist. Ich merke, dass ich dann weniger streitlustig bin, dass manches an mir abprallt. Praktisch für mein Umfeld, aber auch schade, dass man manche Wahrnehmungen nicht so auf sich einprasseln lassen kann.

SPIEGEL: Andererseits würden Sie bei einem weiteren Versuch, die Medikamente abzusetzen, riskieren, dass er schiefgeht – und Sie sich und andere gefährden. In Italien sind Sie an einem Bahnhof barfuß über die Gleise getanzt, bevor Polizisten Sie gerettet haben. Was war da geschehen?

Winkler: Ich glaube, ich bin da eine knappe Woche umhergeirrt. Vorher war es eigentlich ein schöner Urlaub, ganz romantisch auf Capri mit meinem Partner. Kurz vor dem Rückflug begann das Anschleichen, die Gedanken, dass mich dunkle Kräfte durch Spiegel beobachten. Das behielt ich aber für mich. Mein Partner hatte mich vorher nie während einer Episode erlebt und konnte nicht erkennen, was mit mir los war. Er hat ein früheres Flugzeug genommen, weil wir damals nicht in derselben Stadt gewohnt haben. Ich bin in meins dann einfach nicht eingestiegen und von Rom aus losgelaufen. Ohne Ziel. Habe meine Tasche mit dem Pass und dem Telefon weggeworfen, wie bei jeder Episode. Ich weiß nicht, wohin ich wollte, ich hatte nur das Gefühl, dass ich in Gefahr war. Es ist die einzige Phase, in der mir Stücke fehlen. Ich kann gar nicht beurteilen, ob es da um Stunden oder ganze Tage geht. Ich war völlig von Sinnen.

SPIEGEL: Irgendwie haben Sie es zwischendurch in die deutsche Botschaft geschafft.

Winkler: Ja, zum Glück, da hat man ein Lebenszeichen von mir wahrgenommen, das man in Deutschland zurückverfolgen konnte. Die dachten da schon das Schlimmste. Als man in der Botschaft meinen Namen wusste, war ich aber längst wieder abgehauen. Offenbar hatte ich nach einem Passersatz gefragt, wollte aber auf keinen Fall preisgeben, wer ich bin. Richtig zu mir gekommen bin ich erst wieder in der Klinik. Da habe ich dann meine Schwester angerufen und begriffen, was los war. Wie lang ich weg war, und wie viele Leute nach mir gesucht haben: mein Partner, meine Schwester, mein Schwager, mein Chef, meine Freunde.

SPIEGEL: Haben Sie danach versucht, etwas zu ändern?

Winkler: Es war klar, dass es so nicht weitergehen kann. Ich habe wieder Medikamente genommen und eine Gesprächstherapie angefangen, um mich endlich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Erst da wurde mir klar, dass ich kein gesunder Mensch ohne Einschränkungen bin.

SPIEGEL: Beobachtet Ihr Umfeld Sie nun auf Anzeichen von Verrücktheit?

Winkler: Die sind eigentlich recht entspannt. Mein Partner und ich haben im vergangenen Jahr geheiratet. Wenn ich jetzt mal etwas Komisches zeichne oder sage, dann fragt er mich, ob ich denn auch meine Pille genommen hätte. Ich glaube, dass er das ganz sympathisch findet, dass ich manchmal ein bisschen seltsam bin. Ich finde, dass eine Grundtemperatur an positiv gestimmter Verrücktheit eigentlich ganz hilfreich ist. Das kann gern bleiben.

SPIEGEL: Herr Winkler, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

 

 

 

 

  • Cordt Winkler: "Ich ist manchmal ein anderer. Mein Leben mit Schizophrenie". Goldmann; 240 Seiten; 10 Euro. Das Gespräch führte der SPIEGEL-Mitarbeiter Daniel Sander. 

 

 

 

 

sinedi.art

 
 

 

gerade auch als ergänzung zu den "euthanasie"-mordprotokollen meiner tante erna kronshage (s. erna's story) habe ich diesen "spiegel +"-artikel hier mit aufgenommen - als authentischer bericht aus einer anderen pathologischen seinsebene, die hier - wie auch bei erna - "schizophrenie" benannt wird.

aber cordt wagner differenziert diesen begriff hier sehr genau - und beschreibt zustandsschübe einer eigenständigen und dem ich eigentlich fremden abgespaltenen ausdrucksweise.

und selbst er bemerkt als "experte" für sein ich und sein nicht-ich bzw. neben-ich nicht immer gleich, wenn er in den nächsten "schub" gerät - in die nächste "episode" abgleitet.

in bezug auf meine tante erna fällt mir auf, welche distanz doch da ist, zwischen dem, was von ihr festgehalten und überliefert ist - und was die damalige ns-psychiatrie eben damals mit "schizophrenie" diagnostiziert hat, was dann aber in der konsequenz auch in der regel seinerzeit zu einer zwangssterilisation der betroffenen führte - und den schilderungen von herrn wagner hier - fast möchte man ja von einer authentischen schizophrenie-"reportage" "aus erster hand" sprechen ...

so viel ich heute weiß, war erna wohl immer im tatsächlichen hier & jetzt und hatte eigentlich nie wahnvorstellungen oder war nie gänzlich "außer sich" - höchstens aus tatsächlichen nachvollziehbaren verstimmungen heraus oder vielleicht im zusammenhang mit den anfällen in der cardiazolschock-therapie, mit der man sie ja malträtierte - "zum inneren spannungsabbau"...

da man bei erna wohl in den ersten 24 stunden nach aufnahme in die provinzialheilanstalt gütersloh die "schizophrenie" als erbkrankheit diagnostizierte, ist der hinweis von herrn wagner wichtig, "es müssten ganz bestimmte symptome über einen gewissen zeitraum auftreten, damit man von einer 'schizophrenie' sprechen kann"... außer wohl einem glimpflich abgelaufenen "jähzorns"-zustand gegenüber der mutter war da von erna ja nichts zu vermelden - und von ihrer einweisung in gütersloh bis zu ihrer ermordung in der vernichtungsanstalt "tiegenhof" bei gnesen (polen) hat es ja gerade mal insgesamt "nur" 484 tage gedauert.

um sich in die schub-erkrankung einer schizophrenie einigermaßen objektiv hineinzudenken, ist diese "reportage" hier für mich und hoffentlich auch für dich äußerst informativ und hilfreich.

Wissen: Das Ende aller menschlicher "Rassen"

 

 

 

 

 


Gleicher geht’s nicht!

Von Andreas Sentker | DIE ZEIT

In Jena, dem Geburtsort der NS-Rassenideologie, treffen sich in dieser Woche die deutschen Zoologen. Ihre Botschaft: Rassen gibt es nicht

Jena, 15. November 1930. Hans F. K. Günther hält seine Antrittsvorlesung. Für den nicht habilitierten Publizisten, Hauptwerk: Rassenkunde des deutschen Volkes, ist gegen den Willen der Universität ein Lehrstuhl für Sozialanthropologie eingerichtet worden. In der überfüllten Aula erscheinen Adolf Hitler, Hermann Göring und Rudolf Heß. Es ist das erste Mal, dass Hitler eine Universität betritt, und es ist das letzte Mal. Ein deutliches Signal an die verhasste akademische Elite.

Jena, 10. September 2019. Martin Fischer spricht auf der 112. Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. Er stellt die Jenaer Erklärung vor. Monatelang haben vier Professoren an den dreieinhalb Seiten gearbeitet: die Zoologen Martin Fischer und Stefan Richter, der Genetiker Johannes Krause und der Wissenschaftshistoriker Uwe Hoßfeld. Ihre Erklärung sollte so kurz wie möglich sein und doch vollständig in ihrer Argumentation. Die Botschaft: Rassen gibt es nicht. Oder, so die Überschrift des Papiers: »Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung«.

Die Begründung ist streng biologisch: »Es gibt im menschlichen Genom unter den 3,2 Milliarden Basenpaaren keinen einzigen fixierten Unterschied, der zum Beispiel Afrikaner von Nicht-Afrikanern trennt. Es gibt – um es explizit zu sagen – somit nicht nur kein einziges Gen, welches ›rassische‹ Unterschiede begründet, sondern noch nicht mal ein einziges Basenpaar.« Die Erklärung, so genau sie wissenschaftlich argumentiert, ist vor allem ein politisches Zeichen: ein Signal an eine Gesellschaft, in der rassistisches Gedankengut in den vergangenen Jahren immer weiter in die Mitte gerückt ist.

Jena, 1865. Ernst Haeckel erhält eine ordentliche Professur für Zoologie. Der studierte Mediziner ist glühender Verehrer von Charles Darwin. Doch den »deutschen Darwin« unterscheidet etwas vom britischen Original: »Darwin will Diversität verstehen«, sagt Martin Fischer, »sein Schlüsselbegriff ist Variabilität. Haeckel denkt dagegen kategorial. Variabilität stört da nur.« Diese Frage sorgt in der Biologie bis heute für Streit: Sind die Unterschiede oder die Gemeinsamkeiten der Organismen wichtiger?

Haeckel ist blind für Zwischenformen und Übergänge. Er will eine quasi göttliche Ordnung schaffen, Arten entdecken und einsortieren.

Viele Jahre beschäftigt sich Haeckel mit der Evolutionstheorie. Stammesgeschichte, Phylogenese, nennt er die Entwicklung des Lebens. Und diese Entwicklung kennt nur eine Richtung: Fortschritt. Folgerichtig präsentiert er 1874 einen Stammbaum in Form einer knorrigen Eiche. Oben, auf der Spitze der gewaltigen Krone, thront der Mensch.

Haeckels Ordnungssinn treibt ihn weiter. So wie er Strahlentierchen sortiert oder Quallen, so beginnt er auch die Menschen einzuteilen. Er unterscheidet die Wollhaarigen von den Schlichthaarigen, die Schiefzähnigen von den Gradzähnigen.

Zwölf lebende Menschenarten identifiziert der Zoologe. Und wie der Mensch über viele Entwicklungsschritte – über Würmer und Lurchfische – schließlich eine höchste Stufe der Entwicklung erklommen haben soll, macht Haeckel auch unter Menschenarten Abstufungen. Ganz unten stehen die Papua aus Neuguinea und die »Hottentotten« aus dem südlichen Afrika. »Hottentotten gab es nie«, sagt Martin Fischer. »Das war von Anfang an ein diskriminierender Begriff für ethnisch sehr unterschiedliche Menschen im südlichen Afrika.«

Haeckels Ordnungsprinzip macht ihn zum Wegbereiter der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland. »Nationalsozialismus ist nichts anderes als angewandte Biologie«, hat Rudolf Heß 1934 gesagt. Haeckel ist der erste Wissenschaftler, der Menschenrassen konsequent in einen Stammbaum einfügt. Die »Neger« und »Kaffern« ganz unten. Die »Mittelländer« mit den Indogermanen und Kaukasiern ganz oben.

»Ernst Haeckel merkte gar nicht, dass er längst eine Grenze überschritten hatte, dass er nicht Schnecken sortierte oder Quallen, sondern Menschen«, sagt Zoologe Martin Fischer. »Dabei überschreitet er eine Grenze, die keine biologische ist: Es ist die zwischen Wissenschaft und Ideologie.«

Diese Ideologie wird vor allem in Jena sehr erfolgreich werden. Hier wird eine nationalsozialistische Eliteuniversität entstehen, mit gleich vier Professuren für menschliche Rassenkunde. Hans Günther, genannt »Rasse-Günther«, gilt als einer der Urheber der nationalsozialistischen Ideologie.

Karl Astel, Sportarzt mit, wie Nazis ihn beschrieben, »tierzüchterischen Neigungen und Erfahrungen«, wird zunächst Präsident des Thüringischen Landesamtes für Rassewesen in Weimar und dann 1934 Professor für menschliche Züchtungslehre und Vererbungsforschung in Jena. Titel seiner Antrittsvorlesung: »Rassendämmerung und ihre Meisterung durch Geist und Tat als Schicksalsfrage der weißen Völker«. Nach Protesten von Professorenkollegen, die sich am Begriff der Menschenzüchtung stoßen, wird der Lehrstuhl umbenannt in eine Professur für »menschliche Erbforschung und Rassenpolitik«.

1938 wird der SS-Hauptsturmführer Gerhard Heberer in Jena Professor für »Allgemeine Biologie und Anthropogenie«. Heinrich Himmler hat sich zuvor persönlich für ihn eingesetzt. Schon seit 1919 lehrt Victor Julius Franz in Jena, zunächst als Inhaber der Ritter-Professur für Phylogenie, ab 1936 als Professor für Zoologie, er sieht sich als legitimen Erben Haeckels.

Vier Professuren für 2000 bis 2500 Studenten – der Wissenschaftshistoriker Uwe Hoßfeld spricht von einer Rassen-Quadriga. Er hat als wissenschaftlicher Assistent in einer Senatskommission der Universität die Geschichte von Jena aufgearbeitet. »Biologische Anthropologie zwischen Politik, Ideologie und Wissenschaft, 1861–1945 unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungen an der Jenaer Universität« ist seine Habilitation überschrieben. »In Jena gab es mehr als 80 Jahre Kontinuität im Rassedenken. Das gab es nur hier.«

Dieses historisch kontaminierte Erbe macht die Jenaer Erklärung so besonders. Sie ist nicht nur eine wissenschaftliche und wissenschaftshistorische Selbstvergewisserung, sie hat eine höchst aktuelle politische Botschaft: »Ernst Haeckel (...) hat in fataler Weise zu einem angeblich wissenschaftlich begründeten Rassismus beigetragen«, lautet ihr historisches Fazit. »Die Einteilung der Menschen in Rassen war und ist zuerst eine gesellschaftliche und politische Typenbildung, gefolgt und unterstützt durch eine anthropologische Konstruktion auf der Grundlage willkürlich gewählter Eigenschaften wie Haar- und Hautfarbe.«

Aber bleiben bei so viel Klarheit nicht doch offene Fragen? »Die Negerrasse ist eine Menschenart, die sich von der unseren so unterscheidet wie die Rasse der Spaniels von der der Windhunde«, hatte Voltaire schon 1763 in seinem Essay über die Weltgeschichte geschrieben. Noch 2002 war der große Biologe Ernst Mayr mit Verweis auf die »taxonomischen Unterschiede« überzeugt, Menschenrassen seien ein biologisches Faktum.

Dass es Unterschiede zwischen Menschen gibt, leugnen auch die Jenaer Autoren nicht. Aber wie groß müssen sie sein, um Rassen zu definieren? Egal, welches Merkmal Biologen untersuchen, sie sehen ein Kontinuum von Ausprägungen. Festzulegen, wie viel Unterschiedlichkeit ausreichend wäre, um Rassen zu unterscheiden, »sei rein willkürlich«, schreiben die Autoren. Das mache das Konzept von Rassen »zu einem reinen Konstrukt des menschlichen Geistes«.

Aber dieser Gedankengang reicht noch nicht aus, das Konzept endgültig zu widerlegen. »Erst durch die wissenschaftliche Erforschung der genetischen Vielfalt der Menschen wurden die Rassenkonzepte endgültig als typologische Konstrukte entlarvt«, schreiben die Autoren. Zur Auflösung der Begriffe Art und Rasse tragen gegenwärtig vor allem Genetiker wie Johannes Krause bei. Deren Forschungen zeigen, dass sich ein Thüringer genetisch mehr von einem anderen Thüringer unterscheiden kann als von einem nordafrikanischen Migranten. Und die Arbeiten von Johannes Krause am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena halten noch eine wichtige Botschaft bereit: In unserer Geschichte ist Migration die Regel, nicht die Ausnahme.

Walter Rosenthal, amtierender Präsident der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, verbindet mit der Erklärung große Hoffnungen: »In Jena hat die unheilvolle biologische Begründung von Rassen ihren Anfang genommen, und in Jena wird sie nun enden«, sagt er.

Aber Rosenthal bleibt auch Realist. »Wir sind uns dessen bewusst, dass eine bloße Streichung des Wortes ›Rasse‹ aus dem Sprachgebrauch Rassismus nicht verhindern kann.«

Der Wissenschaftshistoriker Uwe Hoßfeld aber findet dennoch, dass der Begriff Rasse aus dem öffentlichen Sprachgebrauch verschwinden sollte. Finnland, Schweden und Österreich haben den Begriff der Rasse aus ihren Verfassungen gestrichen, die französische Nationalversammlung tat dies am 12. Juli 2018.

 

 

 

  • In Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes aber, zwischen Abstammung und Sprache, steht das Wort noch immer.

 

 

 

Eine für das 19. Jahrhundert typische systematische Einteilung der Menschen in Rassen (nach Karl Ernst von Baer, 1862) - schon im Negativ-Abzug sind sie sich ziemlich ähnlich ... - WIKIPEDIA - neg. von sinedi
 

 


Ausgewählte Quellen und Links zu diesem Thema finden Sie unter zeit.de/wq/2019-38

Text aus: DIE ZEIT - 38/2019 - S. 33/34 - WISSEN - Link

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ja - hitler und konsorten und mit ihnen die gesamte "wissenschaftliche" erbsenzähler-welt der eugeniklehre gingen ja noch weiter: sie wollten ja auch innerhalb der "rasse" noch unterschiede aussortieren: wer ist wirtschaftlich brauchbar und kriegsverwendungsfähig - und wer ist ein "typischer" "minderwertiger", ein "faulenzer", ein "unnützer esser" und "lau-malocher". 
 
und wer vielleicht sogar einen entsprechend "belasteten" familien-stammbaum hatte, wurde zur zwangssterilisation auserkoren - mit einem hoppla-hopp-"stammbaum", der ja wohl von allen menschen zumindest bei der heirat oder der einbürgerung oder bei bestimmten erkrankungen erhoben wurde.
 
so wollte man in einem art "erb-kataster" des "deutschen volkes" die "guten" von den "schlechten" unterscheiden - und so die "minderwertigen" ausmerzen und "niederführen", nach dem damaligen sprachgebrauch und damaligem wissenschaftlich abgedeckten gutdünken.
 
ja - man bestimmt mit den jüdischen mitbürgern sogar ein vererbbares menschliches "erbgut" sogar für unterschiedliche glaubenüberzeugungen und meinte, ein solcher bestimmter glaube an gott sei rassistisch geprägt und würde genetisch weitergetragen: denn auch wer als protestant beispielsweise zum judentum konvertiert war, war ja nun plötzlich gefährdet und bedroht... - und wenn juden um christlichen glauben konvertierten wurden sie trotzdem weiter verfolgt...
 
ein völlig verrückter - ja geradezu "erblehremäßig" und "rassistisch" überdrehter zeitgeist hatte sich etabliert und galt damals seit fast einem dreiviertel jahrhundert bereits als wissenschaftlich opportun - und das auch mit dem schriftgut des gelehrten haeckel und später mit den einschlägigen untermauerungsschriften auf allen gebieten der soziologie und des strafrechts usw. usf.: wie eine unaufhaltsame seuche eroberte diese irrtümliche absurde denke weite teile des gesellschaftlichen lebens und des alltags.
 
und das alles wurde goutiert von den professoren und ärzten der psychiatrie, die das kritiklos so in ihrem studium aufgesogen hatten - und nun dabeigingen, in absprache mit den nazis, einen "gesunden teutschen volkskörper" zu "züchten": genauso wie man ja leider immer noch traurigerweise auch hunderassen züchtet mit ganz bestimmten "süßen" oder auch aggressiven oder besonders schmusigen merkmalen und bestimmten fellfarben...
 
und auch heutzutage in bezug auf menschen ist diese denke noch nicht verschwunden. sie scheint sich durch direkte und indirekte erziehungs- und mentalitätsmaßnahmen und -bemerkungen und -erfahrungen fortzusetzen von generation zu generation in unterschiedlichen ausprägungen.
 
zur zeit jedenfalls sind immer noch - ich schätze mal - 20 % unserer gesellschaft in diesen "überzeugungen" mehr oder weniger gefangen und leben in einer entsprechenden "blase", die diese denke weiterhin befördert und befruchtet.
 
deshalb dürfen wir mit aller inbrunst beten: 
 
  • o herr - lass bitte hirn vom himmel regnen ... - und lass uns nicht in diesem verkorksten rest-rassismus verdorren. bitte ...

 

 

 
NDR-Dokumentation - Schrift/Audio/Video - Stand: 8/2019 - CLICK
click here

Planet Wissen: "EUTHANASIE" im Dritten Reich

Filme zum Thema NS-Krankenmorde - Gedenken in Bildern

ORF-Doku 1984: Unwertes Leben – NS-Psychiatrie in Österreich, Film von Peter Nausner - CLICK

Youtube-Playlist: 94 Filme/Videos Krankenmorde/"EUTHANASIE"

Video - WDR Planet Wissen: Grafeneck - T4 - u.a. | Gespräche mit Thomas Stöckle und Sigrid Falkenstein | click here

Aktion T4 - Das Euthanasie-Programm der Nazis
Video von Catherine Bernstein

 

Kurzbeschreibung


Das Euthanasie Programm der Nazis, Aktion T4 genannt, ermordete zehntausende von körperlich und geistig Behinderten, die als “nutzlose und asoziale Schädlinge für die Volksgesundheit” betrachtet wurden. Zwischen 1939 und 1945 wurden mindestens 200.000 Menschen ermordet. Dabei wurden erstmals Vergasungstechniken erprobt, in speziell ausgewählten Orten wie Grafeneck, Brandenburg, Hadamar, Pirna, Bernburg, Hartheim. 

 

Der geheime Führerbefehl vom Frühjahr 1939: 'Reichsleiter Bouhler und Dr. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmender Ärzte so zu erweitern, dass nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischer Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann. Gezeichnet: Adolf Hitler.’ 

Doktor Julius Hallervorden (1882 – 1965) wurde in den 1930er Jahren Leiter der neuropathologischen Abteilung des Klinikums Berlin-Buch. Hier bezog er hunderte von Gehirnen von ermordeten Behinderten zur Untersuchung. Er wies die ermordenden Ärzte ein, interessante Pathologien ausfindig zu machen und die Gehirne unbeschadet zu entnehmen. Möglicherweise nahm er selbst Patientenselektionen vor. Bis 1945 erhielt Dr Hallervorden insgesamt 5174 Gehirne. Nach 1945 wurde er – als einfacher Mitläufer eingestuft – Professor am Max-Planck-Institut, mit zahlreichen Auszeichnungen und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, aber nie angeklagt.

Die Unwertigen - Jugendliche als Opfer der NS-Rassenhygiene und den Folgen bis heute

 

Video von Renate Günther-Greene


Kurzbeschreibung


Die Nazis sortierten Jugendliche nach ihrem Wertesystem der Rassenhygiene und Eugenik. Die "wertigen" Kinder wurden gefördert, die "unwertigen" aussortiert und ausgemerzt: Waltrauts Mutter kommt ins Konzentrationslager, sie und ihre Geschwister ins Heim. Günter muss ins Jugendkonzentrationslager, weil er die verbotene Swing-Musik hört. Elfriede erlebt im Kinderheim, wie Kinder Opfer der Euthanasie werden. Richard wird als uneheliches Kind seiner Mutter für immer entrissen und leistet mit 4 Jahren schon Zwangsarbeit. Der Film erzählt aber auch von der gesellschaftlichen Verdrängung nach 1945 und den Auswirkungen für die Betroffenen bis heute. Unfassbar: Elfriede bleibt bis 1970 eingesperrt im Heim. Richard leistet selbst nach dem Krieg als Jugendlicher weiter Zwangsarbeit.

auch mit Infos aus der Tötungsanstalt "Tiegenhof" bei Gnezen - Dziekanka/Gnieznow - click

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