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Glenn Gould:

Beethovens Pianosonate No. 23 "Appassionata"

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info[ɛt]eddywieand (minus)sinedi.de

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 wer oder was???

 

eddywieand-sinedi.de - wer oder was ???

 

  •  ein standort prägt in gewisser weise den standpunkt - prägt charakter & denkart & profil: wie man so tickt...- & was man so blickt...: & dazu entwickelt sich seit nunmehr über 10 jahren hier eben dieser begriff "sinedi" zu meinem nickname . was althochdeutsch diese meine heutige wohngegend, nämlich die "senne" bezeichnet . & von wo damals auch die tragödie um meine tante ihren ausgangspunkt fand . 

 

Fritz Perls

 

G E S T A L T - ' G E B E T ' 

 

Ich lebe mein Leben und du lebst dein Leben.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um deinen Erwartungen zu entsprechen –
und du bist nicht auf dieser Welt, um meinen Erwartungen zu entsprechen.
ICH BIN ich und DU BIST du –
und wenn wir uns zufällig treffen und finden, dann ist das schön,
wenn nicht, dann ist auch das gut so.

 

Fritz Perls

 

 

 

wer?

 

edward wieand

jahrgang 1947

  • gläubig
  • bekennender alt-68-er
  • also im zweifel linksgrün versiffter liberaler globalist bzw. multilateralist
  • eher balancen herstellen wollen als hierarchien - immer kreisverkehr da, wo nicht unbedingt eine ampel hinmuss
  • wohnhaft in ostwestfalen
  • verheiratet
  • ein längst meiner obhut entwachsener sohn​​​

schulabschluss 1962​​​

schriftsetzerausbildung bei einer tageszeitung

fortbildung und tätigkeit als

  • fotosetzer und
  • verlagskorrektor 

1969 im 18-monatigen grundwehrdienst - nach 9 monaten:

  • kriegsdienstverweigerung / anerkennungsverfahren 
  • anschließend 9-monatiger zivildienst bei anfallskranken menschen 

ab 1971 berufliche neuorientierung mit verschiedenen berufsbegleitenden aus-, fort- und weiterbildungsmaßnahmen im sozialbereich, jeweils mit zertifizierten fachabschlüssen: 

  • krankenpflegehilfe
  • fachschulausbildung sozial-/heilpädagogik
  • qualifizierungslehrgang für heimleitung nach § 2 heimpersv
  • akademiekurse in kreativer gestaltarbeit und gestaltberatung
  • fachhochschul-weiterbildungsstudium supervision u. organisationsberatung

einhergehend mit folgenden schwerpunkt-tätigkeiten in heilpädagogisch-pflegerischen berufsfeldern in stiftungseinrichtungen der diakonie

  • aktivierende pflege, betreuung und begleitung von menschen mit mehrfachen und schwersten beeinträchtigungen und/oder psychischen erkrankungen in stationär organisierten 'sonder'krankenhäusern, heimen bzw. in einer 'teil-geschlossenen' einrichung der langzeit-psychiatrie  
  • konzeptionen, teambildung, einrichtung und leitung von förderstätten zur basal-musischen ganzheitlichen tagesstrukturierung von menschen mit mehrfachbeeinträchtigungen, die keiner werkstatt-beschäftigung nachgehen können
  • fast 15 jahre heimleitung in einem anfangs stationär organisierten langzeit-wohnbereich bei über 100 bewohner*innen
  • dort konzeptionelle planungen, vorbereitung und umsetzung eines behutsam eingeleiteten betreuungsstrukturwandels in selbstständigere, ambulantere, dezentrale und differenzierte wohneinheiten sowie in einzelwohnungen außerhalb des bisherigen campus-geländes, um schlussendlich hospitalisierende strukturen in einer jahrzehntelang gelebten "totalen institution" (> erving goffman) immer weiter aufzuweichen und abzubauen
  • nach erfolgreichem abschluss dieser umwandlung ins ambulant betreute wohnen in meinem zuständigkeitsbereich schloss sich daraufhin noch eine dreijährige phase in einem wohnverbunds-"sozialdienst" an - wobei hauptsächlich die von den geldgebenden aufsichtsbehörden fortlaufend angeforderten betreuungsplanungen von ca. 120 heimbewohner*innen mit einem eigens dafür entwickelten schematischen multiple-choice-ablaufsystem aufgrund jeweils durchgeführter entwicklungsgespräche routinemäßig be- und abgearbeitet wurden

2009: nach mehr als 47-jähriger berufstätigkeit eintritt in den (vor-)ruhestand

  • seit 2009/2010 informiere ich u.a. auf dieser website und den dazugehörenden memorial-themen-blogs (clickmit vertiefungslinks und unterseiten umfassend zum themenkomplex der zwangssterilisation und ns-euthanasie-ermordung meiner tante erna kronshage (1922-1944), deren geschichte ich seit 1986 recherchiere ​​
  • ich erstelle zu einzelnen website-publikationen in wort & bild dazu auch sporadisch virtuell kreative digitale graphic-arbeiten in meinem "sinedi.mach@rtLab" (auch dieses kind muss ja einen namen haben ...)

 

 

warum ? -

diese Beschäftigung mit dem Schicksal meiner Tante Erna - jetzt seit 35 Jahren

 

 

Meine Tante Erna Kronshage und ich -

Aktion & Re-aktion

 

Erna Kronshage 1922-1944

Haustochter aus Bielefeld-Senne II

 

Ich lebe in Sennestadt. Bis zu meinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2009 war ich fast 40 Jahre in der heilpädagogischen Arbeit tätig - in zwei Stiftungseinrichtungen der Diakonie. Bereits 1986 begann ich, zum NS-Euthanasie-Mord meiner Tante Erna Kronshage (1922-1944) zu recherchieren: In der Kirchenzeitung für Westfalen stieß ich auf eine Notiz vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Genauer gesagt war es ein Aufruf an Angehörige von NS-Euthanasie-Opfern oder solchen, die einen Fall von NS-Euthanasie in ihrer Familie vermuteten. Ich hatte, was meine Tante Erna anging, einen solchen Verdacht – und der LWL-Historiker bestätigte dann diese Vermutung.

 

Mittlerweile versuche ich ich über meine persönliche Website hier mit den Verlinkungen auf mehrere individuell gestaltete Internet-Memorialblogs mit jeweils unterschiedlich ausführlichen Informationsschwerpunkten meinen Beitrag zur Gedenkarbeit zu den ca. 300.000 NS-Euthanasie-Ermordeten zu leisten.

 

Ich nahm Kontakt mit dem Fachautor Ernst Klee (1942-2013) auf, der ja einige bedeutende Schriften zum Thema NS-Euthanasie verfasst hatte. Ich las seine Bücher und suchte insbesondere nach Informationen über die Anstalt in Tiegenhof/Gnesen bzw. Dziekanka/Gniezno im heutigen Polen, wo meine Tante nach 488 Tagen Martyrium im Jahr 1944 schließlich umgebracht wurde. Auch vertiefte ich mich in Publikationen von Götz Aly und Michael Wunder („Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr“). Letztlich suchte ich wegen der „Erbgesundheits-Gerichtsakte“ meiner Tante das Stadtarchiv Bielefeld auf.

 

Ich konnte – ohne dem Auffinden der diesbezüglichen Patientenakte bis jetzt – ihr Schicksal ziemlich genau rekonstruieren. Außerdem hatte ich glücklicherweise relativ viele Fotos im Familienbesitz zur Verfügung.

 

Die Reaktionen in der Familie, den Verwandten und den Bekannten auf meine Recherchen waren sehr unterschiedlich. Die einen waren angerührt und interessiert, die anderen reagierten abweisend oder uninteressiert. Familie und Verwandte schämten sich vielleicht auch, wohl wegen des eigenen Beschweigens und Ausblendens in den über 42 Jahren: von 1944 bis zu meinen Suchanfragen ab 1986! Meine Brüder und Cousins und Cousinen waren auf eine gewisse Art und Weise interessiert – oder ihnen war die Geschichte von Erna Kronshage eher „peinlich“.

 

Da ich früher selbst im Bereich der Sozialen Arbeit in Heimen für behinderte Menschen tätig war, war ich schon von Berufs wegen interessiert an der Thematik und erschrocken über die Taten und Involvierungen der altvorderen „Kollegen“ bei den Euthanasie-Morden und den "Betreuungs“hilfen bei den "mörderischen" Schockbehandlungen und Zwangssterilisationen. Gleichzeitig warnte ich als Heimleiter vor diesen immer wiederkehrenden „Fragebögen“ zur Leistungsfähigkeit und zur "nützlichen Verwendbarkeit" etc., die ja im Bereich der Behindertenhilfe immer wieder abgefragt werden, heutzutage wahrscheinlich um Personalkosten einzudämmen und um Förder- und Entwicklungsmöglichkeiten des betreffenden Klientels abzustimmen.

 

Letztlich wurde mir auch bei einer Tagung zur Namensnennung von „Euthanasie“-Opfern, die Ende Juni 2016 in der "Topographie des Terrors" in Berlin stattfand, noch einmal das diffizil Ambivalente all dieser Aspekte bewusst. Nämlich, dass es zwei Gruppen von Angehörigen gibt: solche, die die Namensnennung vorantreiben möchten, auch der Opfer zuliebe, und solche, die vor diesem Schritt (immer noch) aus welchen persönlichen Gründen auch immer Angst haben.

Für mich als genuiner „Alt-68er“ war es sicherlich zunächst einmal eine notwendige politische Konsequenz gegenüber der Elterngeneration, um dieses Verschweigen und Vertuschen zu durchbrechen und diese Morde und Zwangssterilisationen "im Herzen des Volkes" unter Beteiligung vieler Helfer und Helfershelfer auch endlich angemessen zur Sprache zu bringen. Heutzutage ist es mir wichtig, das Einzelschicksal meiner Tante bekanntzumachen, denn es steht ja für insgesamt ungeheuerliche ca. 450.000 unfreiwillige 'Unfruchtbarmachungen', wie die Zwangssterilisationen ja genannt wurden, und ca. 300.000 Krankenmorde durch Giftinjektionen, in Gaskammern, mit schleichenden Vergiftungen durch genau ausgeklügelte leichte Überdosierungen von Barbituraten und durch die gezielte gleichzeitige Gabe von fettloser Kost und Verhungernlassen.

 

Es ist mir wichtig, gegen rückwärtsgewandte Entwicklungen in der Gesellschaft Stellung zu beziehen oder eventuelle „Wiederholungen“ (wie zum Beispiel die Gefahr der Verwendung „chemischer Zwangsjacken“ und "Ruhigstellungen" in der Psychiatrie) zu verhindern.

 

Hier möchte ich besonders junge Menschen ansprechen, die sich vielleicht mit Erna identifizieren können. Schließlich ist sie mit gerade einmal 21 Jahren "von Amts wegen" ermordet worden.

 

Ich berichte seit ca. 12 Jahren sporadisch in Schulen oder in historisch interessierten Gruppen auf Einladung jeweils in ca. 90 Minuten über den Leidensweg meiner Tante. Dazu verwende ich meistens authentisches oder symbolisches Powerpoint-Bildmaterial, die das gesprochene Wort illustrieren - "ein Bild sagt mehr als 1000 Worte". Ich habe bis heute ca. 12-15 Einladungen insgesamt bekommen. Und ich lege Wert darauf, Einladungen von außen zu folgen. Ich halte es nicht für angemessen, mich mit dem Leidensweg meiner Tante per Flyer etc. regelrecht anzubiedern. Und von der Gruppe, die mich anspricht, erwarte ich auch das nötige Maß an Interesse und (An)teilnahme an diesem viel zu kurzen Lebensweg Erna's und ihrem langen Sterben.

 

Die Reaktionen der beteiligten Gruppen sind ähnlich der Reaktionen im Familien- und Verwandtenkreis: Die einen sind "cool" und "stehen darüber" oder sind sogar gelangweilt und lenken sich mit ihren Smartphones vom Vortrag ab - die meist kleinere Gruppe unter diesen Interessierten war angerührt und interessiert - und wieder anderen scheint das Thema einfach "egal" zu sein.

 

Leider platzieren manche Lehrer die Einladung an mich auch in die unterrichtsmäßige "Saure-Gurken-Zeit", wo ohne jede Vorbereitung meist kurz vorm Beginn von Ferien plötzlich aus heiterem Himmel über "Euthanasie" und Zwangssterilisation berichtet werden soll.

 

Natürlich wehren die Einzelnen eine eventuelle Verstrickung und Mitbeteiligung ihrer Familien und Verwandten in das doch ziemlich flächendeckende Geschehen mit Helfern und Helfershelfern und Denunzianten etc. der NS-Euthanasie-Morde und "Unfruchtbarmachungen" vor ca. 80 Jahren ab – und lassen eine solche Möglichkeit überhaupt auch gar nicht an sich herankommen.

 

Historiker haben empirisch ermittelt, dass mindestens jeder 8. erwachsene Mensch, dessen Ursprungs- und/oder angeheiratete Familie im letzten Krieg in Deutschland zuhause war, wahrscheinlich verwandt ist mit einer Person, die direkt oder indirekt in das NS-Euthanasie- und Zwangssterilisations-Geschehen auf der Opfer- oder Täterseite oder im Bereich der Helfer und Helfershelfer in irgendeiner Weise aktiv mit eingebunden war. Grob überschlagen betrifft das heutzutage ca. 5 mio. Menschen.   

 

Ein besonderes Highlight meiner Arbeit erfuhr ich bei einer Aufführungseinstudierung des Jugendvolxtheaters Bethel, wo man mit einem 1-Std.-Stück sich dem Leidensschicksal Erna Kronshages explizit annäherte. Die dortigen jungen Laien-Darsteller:innen und das Einstudierungs- und Regie-Ensemble werden sicherlich Erna Kronshage namentlich nicht mehr vergessen, und sie agierten ja im Rollenspiel körperlich und seelisch durch die Aspekte und Verwicklungen.

 

Ein weiteres positives Erleben war dann der Besuch in einer Förderschule unter der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Auf Einladung der Klassenlehrerin, besuchte ich eine Abschlussklasse dort, die sie mit einer weiteren Lehrkraft und zwei Unterrichtshelfern betreut: eine Klassengemeinschaft, bestehend aus 11 jungen Männern und einer jungen Frau im Alter von 17-18 Jahren mit unterschiedlichen multiplen kognitiven Handicaps oder auch Mehrfachbehinderungen.

 

Ich habe mich auf diesen Besuch besonders vorbereitet, denn ich sollte ausgerechnet dort vom NS-Euthanasie-Schicksal meiner Tante Erna Kronshage berichten, wobei mir die Lehrerin schon in der Einladung mitgeteilt hatte: "Das Thema 'Euthanasie' stellt für diese Schülergruppe natürlich eine besondere Herausforderung dar, da sie in der NS-Zeit ebenfalls davon betroffen gewesen wären."

Es war also schon eine echte Herausforderung, für alle Beteiligten - aber es ist wichtig, dass gerade im Zeitgeist der "Inklusion" - der gleichberechtigten Hereinnahme und Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Prozess mit individuell unterschiedlich Nuancen und Äußerungsmöglichkeiten - dass dieser Personenkreis aus den notwendigen und gerade sie betreffenden geschichtlichen Informationen nicht ausgeklammert oder aus einer falschen Rücksichtnahme "geschont" werden darf.

 

Ich hatte dazu also meine bisherige "Routine"-PowerPoint-Präsentation einige Male entsprechend überarbeiten müssen und in den gezeigten Bildexponaten auch reduziert und vereinfacht - besonders eben auch die Sprache in den Erläuterungstexten - und habe aber trotzdem versucht, die immanente Komplexität des damaligen endgültigen "Euthanasie"-Geschehens um Erna Kronshage in seinen diffizilen Gegebenheiten angemessen modifiziert aber nicht geschönt mitzuteilen und "rüberzubringen".

 

Nach verschiedenen Auslesen blieb dann ein Kern von 23 Bildimpressionen mit überarbeiteten einfachen Texten dazu übrig.

 

Ich traf in dieser Schule dann auf eine sehr gut vorbereitete Klassengemeinschaft, die als Einstimmungs-Aufgabe den Ablauf von Ernas Schicksal bereits in erarbeiteten Abschnitts-"Schlagzeilen" auf ein Plakat in die richtige Reihenfolge untereinander geklebt hatte, anhand der Vor-Informationen aus den einschlägigen Internet- und Memorial-Blogs.

 

Und meine größte Sorge, vielleicht sprachlich nicht richtig "rüberkommen" zu können, verflog eigentlich rasch beim Anblick der Fragen, die die Schüler und die Schülerin formuliert und aufgeschrieben hatten:

 

Ein Schüler z.B. interessierte sich da selbstständig - wörtlich - :

 

"Auf welcher Basis wurde die Diagnose (Schizophrenie) gestellt?"

 

- und das war ja nun mal reine und gar nicht behinderte "Inklusions-Hochprache" und zeugte von Neugier und Interesse, die ich selbst bei manchen meiner Treffen zu dem Thema mit Schülern im Hochschulbereich kaum angetroffen habe.

 

Überhaupt überraschte mich die Lebendigkeit und die jeweils total angemessene Aufnahme- und Reaktionsfähigkeit zu diesem gerade auch für diese Gruppe heiklen Thema - und eben auch das emotionale Mitgehen und Dranbleiben - bis zur bitteren Neige: nämlich Ernas gewaltsamer Tod nach einem 488 Tage andauernden Martyrium ...

 

Die vielen selbständigen und unverblümten Bewertungen seitens der Schüler dazu und ihre folgerichtigen Zusammenfassungen zu den Bildinformationen und Schicksalsdetails haben mich tief beeindruckt. Eine hier zu diesem "Euthanasie"-Thema motivierte und hochinteressierte Schülergruppe, deren körperliche oder auch geistige Beeinträchtigungen für mich in Vergessenheit gerieten - und die sich trotz aller Handicaps und sicherlich auch schon erlebter Diskriminierungen im gelebten Alltag einen ausgezeichneten "gesunden Menschenverstand" bewahrt haben.

Da war bedeutend mehr Informationshunger und Geschehens-Teilnahme als bisher bei "gehobeneren" Präsentationen in Schülergruppen oder Fachgruppen oder auch in "Senioren-Cafés", die ich bisher in den Jahren zuvor mit diesem Thema besucht hatte.

 

Die betreffenden Rückmeldungen am Ende lauteten zum Beispiel:

 

"Wie können Ärzte nur so etwas tun - Erna suchte ja Hilfe - und stattdessen wurde sie umgebracht ..." -

 

"Die Erna hat bis zu ihrem Tod viel Schreckliches erlebt. Wir wollen jetzt aber auch noch den 'Stolperstein' für sie besuchen und ihr Geburtshaus sehen ..." -

 

"Wie schrecklich wäre das - wenn wir alle zwangssterilisiert würden. Das war ein Verbrechen..."

.

"Die Erna muss ja schrecklich sauer gewesen sein auf ihre Schwester, weil die ihr ja solche Dinge aus Gütersloh gar nicht erzählt hat" ... -               

Ich: Nee - die Frieda hatte das aber auch ganz anders - ohne Probleme oder Einschränkungen hinterher überstanden ... -                                   

"Ach, weil damals die Nazis noch nicht so weit waren ?" -                                 

Ich: Nee - Frieda war ja 1939 dort, als die NS-Psychiatrie eigentlich schon voll im Gange war - aber sie hatte eben neben ihrer reaktiven Aufarbeitung einer Erregungssituation am Arbeitsplatz überhaupt keine auffällige Erkrankung - sondern ging nach 4 Wochen 'Erholung' und Erlebnisbewältigung wiederhergestellt nach Hause ...

 

"Wenn wir damals gelebt hätten, wären wir heute nicht am Leben."

 

"... und man kennt das ja - wenn einer zu lange trauert - ist er 'depressiv' ..."

 

Diese Schülergruppe beschäftigte sich gleichzeitig in Unterrichtseinheiten mit den "Menschenrechten" - und dieses Thema "Euthanasie" war dazu eine gute Ergänzung - aber man spürte dazu auch ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein jedes Einzelnen dazu.

Da ich selbst 40 Jahre in verschiedenen Professionen mit und bei behinderten Menschen gearbeitet habe, bin ich über die angetroffene für mich so überraschend "neue" selbstbewusste und selbständige Entwicklung und das emotional angemessene Mitgehen bei all den Geschehnissen immer noch ganz begeistert ...

 

Und tatsächlich: Die Klasse hat ein paar Tage später den "Stolperstein" Erna Kronshages und das Geburtshaus dort ganz in der Nähe in Sennestadt in der Nähe des Bahnhofes mit dem Bulli besucht, um dem tatsächlichen persönlichen Miterleben den nötigen Raum zu geben.

 

 

Stand: Juli 2021

 

 

 

 

 

Forget your perfect offering. 
There is a crack in everything. 
That’s how the light gets in.

LEONARD COHEN

 

ANTHEM 

 

SONGTEXT ÜBERSETZUNG

 

Die Vögel sangen
Im Morgengrauen
Fang nochmal an
Hörte ich sie krächzen
Verweile nicht bei dem
Was vergangen ist
Oder noch kommen wird

 

Ja, die Kriege werden
Weitergehen
Die heilige Friedenstaube
Sie wird wieder eingefangen
Eingekauft und verkauft
Und wieder eingekauft werden
Sie wird nie frei sein.

 

Läute die Glocken, die noch klingen
Vergiss deine wohlfeilen Gaben:
Da ist ein Riss, ein Riss in allem
Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt

 

Wir fragen nach Zeichen
Die Zeichen wurden geschickt
Die Geburt verraten
Die Ehe erloschen
Ja, es ist ein Witwenstand
In jeder Form der Regierung
Zeichen, die wir alle sehen können

 

Ich kann nicht mehr fortlaufen
Inmitten der gesetzlosen Masse
Während die Mörder in den oberen Etagen
Ihre Gebete lauthals plärren
Aber sie haben etwas heraufbeschworen
Einen Gewittersturm
Und sie werden noch von mir hören

 

Läute die Glocken, die noch klingen
Vergiss deine wohlfeilen Gaben:
Da ist ein Riss, ein Riss in allem
Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt

 

Du kannst eins und eins zusammenzählen
Aber die Summe wirst du nie ziehen können
Du kannst zum Marsch aufrufen
Dazu bedarf es keiner Trommel
Jedes Herz, jedes Herz
Jedes liebende Herz wird herbeieilen
Wenn auch nur wie ein Flüchtling

 

Läute die Glocken, die noch klingen
Vergiss deine wohlfeilen Gaben:
Da ist ein Riss, ein Riss in allem
Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt
Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt
Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt

 

 

 

und noch ein lebensmotto - gesungen von konstantin wecker

Was keiner wagt

 

Text: Lothar Zenetti, deutscher Theologe und Schriftsteller

- nach einem Aphorismus von J.W.v.Goethe

 

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
Was keiner sagt, das sagt heraus
Was keiner denkt, das wagt zu denken
Was keiner anfängt, das führt aus

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr's sagen
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
Wenn alle mittun, steht allein

Wo alle loben, habt Bedenken
Wo alle spotten, spottet nicht
Wo alle geizen, wagt zu schenken
Wo alles dunkel ist, macht Licht

Wo alle loben, habt Bedenken
Wo alle spotten, spottet nicht
Wo alle geizen
(Alle geizen)
Wagt zu schenken
(Wagt zu schenken)
Wo alles dunkel ist -
Macht Licht

 

Leonard Cohen: DIE GEDANKEN SIND FREI (deutsch) - 1976 - Slideshow

68er: ONE DAY - martin luther king | in memoriam - ermordet am 04.04.1968

MY FAVORITE MUSIC 

 

ATOM-HEART-MOTHER-SUITE

PINK FLOYD 

ATOM-HEART-MOTHER-SUITE - LIVE -

PINK FLOYD . Théâtre du Châtelet - Paris

Orchestre Philharmonique de Radio France with Ron Geesin

 

EARTH-SONG

MICHAEL JACKSON

video & bildschnitt: sinedi.mach@rt

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