Erna Kronshage: "Mein Lachen ist Weinen" - Studien- & Dokublog lesen wie ein e-Book (click)

Glenn Gould:

Beethovens Pianosonate No. 23 "Appassionata"

  • Kontakt
  • Kritik
  • Diskussion
  • Danksagungen
  • und Ermunterungen: 

info[ɛt]eddywieand (minus)sinedi(dot)de

CLICK HERE TO WIKIPEDIA
CLICK HERE TO CREATIVE CHANNELS - sinedi-website - DREI
 

Alfred Döblin: "Die Fahrt ins Blaue", 1946 (!)

  • Oft wird ja gesagt, dass direkt nach dem Krieg niemand über die "Euthanasie"-Mordaktionen gesprochen habe - und dass die wenigen Prozesse gegen NS-Ärzte und Psychiatrie-"Pflege"personal von der Nachkriegs-Öffentlichkeit kaum beachtet wurden.
  • Hier ist nun aber das Beispiel eines kleinen Zeitungsbeitrags von Alfred Döblin ("Berlin Alexanderplatz") - bereits von Mai 1946 in der Badischen Zeitung  - der als ursprünglich "gelernter" Psychiater aufschrieb, was ihm damals just an einschlägigen Informationen zu Ohren gekommen war. 
  • Es mussten aber über 40 Jahre vergehen, ehe dieser Text wieder Beachtung fand und in den einschlägigen Doku- und Gedenkforen, die sich nach und nach in den 80er-/90er Jahren bildeten, angemessen besprochen wurde. E.W.

 

 

 

 

aus dem Vorwort einer  Literatur- und Unterrichtsbesprechung zu "Die Fahrt ins Blaue" von Martina Pieber, 2016/2017 hier im Anschluss mit verlinkt ...:

 

Bei der Lektüre von Götz Alys Buch Die Belasteten über die Euthanasie im Dritten Reich bin ich auf einen Hinweis auf den Text Die Fahrt ins Blaue von Alfred Döblin gestoßen. Dieser wird vom Autor folgendermaßen eingeführt:

  • „Nur einmal zwischen 1945 und 1988 war die Ermordung vieler Tausender Berliner Geisteskranker ein öffentliches Thema: Gleich nach dem Krieg erschien 1946 – nicht in Berlin, sondern 800 Kilometer entfernt – ein unscheinbarer Artikel in der Badischen Zeitung.“

Da ich meiner Erstausbildung nach Literaturwissenschaftlerin bin, hat mich der Umstand interessiert, dass dieser literarische Zugang zeitlich scheinbar vor jeder anderen Thematisierung der NS-Euthanasie lag.

 

Also habe ich mir den Text besorgt, was bereits kein ganz einfaches Unterfangen war. Denn als einer der kleinen Prosa- bzw. publizistischen Texte Alfred Döblins ist er in kaum einem Sammelband enthalten.

 

In dem von Christina Althen herausgegebenen Band Alfred Döblin: Leben und Werk in Erzählungen und Selbstzeugnissen wurde ich schließlich fündig.


Der Text selbst hat mich sofort fasziniert und mir war klar, dass ich mich intensiver mit ihm beschäftigen wollte.

 

Schnell kam mir der Gedanke, ihn auch im Unterricht zu verwenden. Denn Umfang und Sprachstil schienen mir durchaus für Jugendliche geeignet ...

 

 

 

Ausschnitt aus der "Badischen Zeitung" vom 03.Mai 1946

Der pdf-Text von Alfred Döblin aus 1946

click
click zur 107-seitigen Literatur- und Unterrichtsbesprechung

 

 

siehe dazu auch: Susanne C. Knittel: Unheimliche Geschichte: transcript Bielefeld 2018: S.142-147

 


E-Mail