Glenn Gould:

Beethovens Pianosonate No. 23 "Appassionata"

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"AKTION BRANDT" & DEPORTATION

 

INTERNIERUNG & DEPORTATION

 

 

Die vom Erbgesundheitsobergericht Hamm beschlossene "Unfruchtbarmachung" Erna Kronshages wurde am 4.August 1943 im Krankenhaus Gütersloh durchgeführt - und wie es auf den Entlassungspapieren lapidar vermerkt wird: "die Wunde heilte in 7 Tagen ohne Nebenerscheinungen".

 

Erna Kronshage ist seit Oktober 1942 Patientin der Provinzialheilanstalt Gütersloh - mit der äußerst fragwürdigen ad-hoc-Diagnose "Schizophrenie" ...

 

Da der Vater Erna's wiederholt auf die Entlassung seiner Tochter aus der "Heil"anstalt Gütersloh gedrungen hat, hätte nun - nach der "Unfruchtbarmachung" - eigentlich diesem Entlassungsbegehren entsprochen werden müssen. Der Vater war immer noch der Sorgeberechtigte der noch Minderjährigen, und damit konnte er auch "damals" von Rechts wegen den "Aufenthaltsort" der Tochter "bestimmen".

 

Doch von nun an braut sich lokal über den Köpfen der Beteiligten und Betroffenen geradezu schicksalhaft ein Konglomerat von Bombardierungs-Kriegsereignissen besonders im Ruhrgebiet und den damit begründeten "Schutz"-Verfügungen und Erlassen zusammen, die wohl diese Entlassung dann letztendlich verhindert haben - vielleicht auch verhindern wollten.

 

Denn nun griff per Verordnung aufgrund der Luftschutzpflicht der Paragraph 2 des Reichsluftschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. 1935 I S. 827), der bestimmte, dass jeweils für Katastrophen- und Luftkriegsfälle ausreichende Kapazitäten in den nahegelegenen nicht unmittelbar betroffenen Heil- und Pflegeanstalten bereitzustellen sind.

 

2. Weltkrieg, Lazarett in Heidelberg: DRK-Schwesternhelferin versorgt einen Verwundeten am Krankenbett - akg

 

 

Dies sollte einerseits durch dichtere Belegung und Notbetten und andererseits durch das "Verlegen", der Deportation geisteskranker Patienten aus überfüllten Anstalten in weniger gefährdete Landesteile erreicht werden. Bereits im Vorfeld wurden die einzelnen Heil- und Pflegeanstalten aufgefordert, die hierzu in Betracht kommenden Patienten entsprechend ihrer Leistungs- und Arbeitsfähigkeit aufzulisten.

  • Hier stand Erna Kronshage dann wahrscheinlich mit auf irgendeiner solchen Liste, obwohl sogar der Anstaltsleiter Dr. Hartwich in einer Notiz in der Erbgesundheitsakte ihr bescheinigte, "sie arbeite doch auch ganz fleißig".
  • Oder aber das von ihr belegte Bett stand in einem für ein solches Ansinnen primär infragekommenden Gebäudetrakt der Provinzialheilanstalt.

So stellten auf alle Fälle die für Luftkriegsopfer und Reserve- bzw. Ersatz- und Not-Lazarettkrankenhäuser vorgesehenen Kapazitäten implizit für die "Entscheider" in den NS-Behörden eine Gelegenheit dar, die zentral in der Tiergartenstraße 4 in Berlin gesteuerten und 1941 unterbrochenen mit „T4“ bezeichneten Euthanasie-Mordaktionen wieder in großem Maßstab erneut aber anders aufleben zu lassen.

 

Die nach außen dargestellten Gründe verschleierten die dahinterstehenden perfiden Absichten, nämlich die Kranken kurzerhand zu töten, die aus welchen Einzelerwägungen auch immer "dem Allgemeinwohl" jetzt im Augenblick und auch weiterhin im Wege waren. 

 

 Im Gegensatz zur Aktion T4 gab es jetzt also keine differenzierenden Selektionskriterien mehr, so dass eine Begutachtung durch Ärzte und zentrale Tötungslisten entfallen konnten. Die Auswahl der Opfer wurde zudem gänzlich der Leitung der Abgabeanstalten überlassen. Ausschlaggebend für die Zahl der zu verlegenden und damit zu tötenden Patienten waren nur noch die Arbeitsfähigkeit der Kranken, und der als Folge eines Luftangriffes prognostizierte Bettenbedarf.

 

Interne Organisatoren bezeichnen das mit dem Töten von Psychiatriepatienten verbundene Sichern der Krankenbettversorgung dann als „Aktion Brandt“, wie man diesen speziellen Komplex später dann als eine der nach 1941 dezentral durchgeführten Euthanasie-Mordphasen auch insgesamt betitelt  und gekennzeichnet hat.

 

Man hätte ja vor Ort gerade jetzt auch mit einer Entlassung Erna Kronshages aus der Anstalt das von ihr belegte Bett frei machen können, um es so den vorgegebenen Lazarett-Krankenhausbedarfen mit hinzuzuführen.

 

Doch Anfang 1943 wurde der Ministerialdirektor Fritz Cropp als Leiter der Gesundheitsabteilung des Reichsinnenministeriums von Staatssekretär Conti zum „Generalreferenten für Luftkriegsschäden“ ernannt. Damit war er für die katastrophenmedizinische Versorgung der Zivilbevölkerung verantwortlich. Er ließ sich ab Juni 1943 monatlich die zivilen Krankenhausbetten, die Zahl der durch Luftangriffe zerstörten Krankenhäuser und die Zahl der zum Ausgleich verlegten Geisteskranken melden.

 

Bereits einen Monat vorher schon drängte sein Untergebener Linden darauf, die bereits in der Aktion T4 bewährten Psychiater bei diversen Heil- und Pflegeanstalten in leitenden Positionen unterzubringen. Da diese Anstalten jedoch in die Trägerschaft der Länder fielen, musste seinem Ersuchen der Hinweis auf "neue Maßnahmen", die von der „Reichsarbeitsgemeinschaft der Heil- und Pflegeanstalten“ (einer Tarnorganisation der Kanzlei des Führers zur Durchführung der „Euthanasie“) durchzuführen wären, den nötigen Nachdruck verschaffen.

 

In einem Schreiben vom 4. April 1943 an die Medizinalverwaltung der Provinz Hannover kündigte Linden sogar unumwunden an:

 

„Ich glaube bestimmt, daß die von der Reichsarbeitsgemeinschaft durchgeführten Maßnahmen [Einschub: gemeint sind schlechthin die "T 4"-Krankenmorde"] zur gegebenen Zeit wieder aufleben werden, wobei vielleicht die Art der Durchführung eine andere sein wird, insbesondere es vielleicht nötig werden wird, die öffentlichen Heil- und Pflegeanstalten in größerem Umfange in den Vollzug der Maßnahmen einzuschalten. Gerade dann aber wäre das Vorhandensein eines diese Maßnahmen unbedingt bejahenden Direktors von außerordentlicher Wichtigkeit.“ 

 

Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass zu diesem Zeitpunkt anscheinend grundlegend entschieden worden war, die künftige Phase der weiteren „Euthanasie“-Morde nicht mehr wie bisher zentral in den Gaskammern der bisherigen Tötungsanstalten durchzuführen, sondern dezentral in dazu neu organisatorisch ausstaffierten Heil- und Pflegeanstalten vor Ort oder auch zur Verschleierung in den besetzten Anstalten im Osten.

 

Zu den bekanntesten Aufnahme- und damit auch Tötungsanstalten des neuen Typs gehörte dann auch die "Gauheilanstalt Tiegenhof" bei Gnesen im damals besetzten Polen.

 

Auffällig ist im Zusammenhang mit der „Aktion Brandt“ als neue Welle einer zumindest implizit mitgedachten und immer noch von den Abläufen her zentral gesteuerten und lokal namentlich bestimmten Ermordung psychisch kranker Menschen zunächst die hohe Zahl der Verlegungen im Jahr 1943.

 

Hatten 1941 insgesamt 541 Kranke - davon 350 Patienten im direkten Zusammenhang mit der Aktion T4 - die Anstalt Gütersloh verlassen, sinkt die Zahl im Jahr 1942 auf "nur" 52 Verlegungen. 1943 steigt die Zahl der verlegten Patienten schlagartig auf 712 an. 649 dieser 712 Gütersloher Kranken wurden in diese weiter östlich gelegenen Vernichtungsanstalten transportiert.

 

Den ersten Hinweis auf geplante Deportationen und Internierungen der vorhandenen Patienten in den unausweichlichen Tod enthielt dazu die Abschrift des Runderlasses IVg 8958/43–5100 des Reichsministeriums des Innern an den Regierungspräsidenten in Minden bereits vom 11. Mai 1943:

 

"Betr.: Verlegung von Insassen der Heil- und Pflegeanstalten aus luftbedrohten Gebieten.

 

Z.Zt. werden in größerem Umfange Verlegungen von Geisteskranken aus luftgefährdeten Gebiete in andere Anstalten durchgeführt. Wie bisherige Erfahrungen gezeigt haben, suchen Angehörige die Verlegung von Kranken dadurch zu vermeiden, daß sie sie auch gegen ärztlichen Rat nach Hause nehmen. Nach kurzer Zeit werden dann die Kranken der Anstalt wieder übergeben.

 

So sehr die Entlassung von Geisteskranken aus der Anstalt erwünscht ist, sobald ihr Geisteszustand dies zuläßt, so führen doch zu frühzeitige Entlassungen gerade in luftgefährdeten Gebieten zu unerwünschten Zuständen. Der Aufenthalt geistig anbrüchiger Personen in Luftschutzräumen usw. kann sehr leicht zu Unzuträglichkeiten führen, da sie in ihrem Verhalten unberechenbar sind. Wird die Entlassung seitens der Angehörigen erst nach der Verlegung erwirkt, der Kranke also wieder in das luftgefährdete Gebiet zurückgebracht und dort nach kurzer Zeit wieder in die Anstaltsbehandlung gegeben, so ist die ganze Verlegung umsonst gewesen.

 

Ich ersuche daher, Geisteskranke aus luftgefährdeten Gebieten - sei es vor, sei es nach der Verlegung - nur zu entlassen, wenn sie als geheilt anzusehen sind oder mindestens zu erwarten ist, daß sie sich längere Zeit in Freiheit halten werden.

 

[Man denke an die Eingaben vom Vater Adolf Kronshage zur baldigen Entlassung von Erna im Zuge des Zwangssterilisierungs-Verfahrens - aber nun - nach der Sterilisierung - bestand eigentlich kein gesetzlich notwendiger Grund mehr, die immer noch bestehenden Ersuchen des Vaters abzulehnen ...] - und so heißt es auch weiter:  

 

 Gegebenenfalls ist die Entlassung zu verweigern.

 

Bei Geisteskranken, die aufgrund der im Einzelfall gegebenen gesetzlichen Voraussetzungen (z. B. polizeiliche Einweisung wegen Gemeingefährlichkeit usw.) zwangsweise in der Anstalt zurückbehalten werden können, besteht ohne weiteres die Grundlage für die Ablehnung von Entlassungsgesuchen. In Ermangelung einer solchen Grundlage wird der Anstaltsleiter die für den Bereich der Anstalt geltenden landesrechtlichen Bestimmungen über die zwangsweise Zurückbehaltung von Geisteskranken in geschlossenen Anstalten zur Anwendung bringen müssen. Falls notwendig wird hierbei auch die Mithilfe der Polizei in Anspruch zu nehmen sein."  

 

Reichsministerium des Inneren 

gez. i. A. Dr. [med. Fritz] Cropp

 

 Abschrift in der Original-Kopie = click hier & hier


Mit diesem ministeriellen Erlass wird eine anstehende Entlassung massiv eingeschränkt - und für Erna entpuppt sich das somit zu einer Internierung - einem Freiheitsentzug durch die "bürokratisch" veranlasste Ignorierung der väterlichen Entlassungsgesuche.

 

Die konkreten Vorbereitungen für die Durchführung dieser neuen Deportations-Transporte beginnen dann konkret im September 1943.

 

Auf Anweisung des Provinzialverbandes werden alle Patienten der Provinzialheilanstalt Gütersloh dazu anhand von Melde- und Beurteilungsbögen erfasst - wobei damals schon das jeweilig abgestufte "Mindestmaß wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung" (wie heutzutage dieser Terminus apostrophiert wird) - bei der das jeweilige Leistungsvermögen der Patienten zu Einordnung und Beurteilung in eine von drei Leistungs-Gruppen führt - (ähnlich wie noch heute im SGB IX, § 136,2, wo explizit die Aufnahmekriterien in eine Werkstatt für behinderte Menschen|WfbM nach immer noch ähnlich definierten 3 Leistungsgruppen bewertet werden ...) und so ausschlaggebend ist für den zumeist "finalen" Entscheid:

  • entweder "In-der-angestammten-Einrichtung-Verbleiben" [Daumen hoch = Leben]
  •  oder aber für "Abtransport"/"Verlegung" [Daumen runter = Tod] in eine der zumeist östlich gelegenen "Evakuierungs"-Anstalten  ...

An diesem Punkt hätten alle Beteiligten hellhörig werden können, die nach dem Krieg so ahnungslos taten, als hätten sie nichts davon gewusst oder auch nur geahnt, dass die aufnehmenden "Evakuierungs"-Anstalten in den besetzten östlichen Gebieten eigentlich als reine Abschiebungs- und Tötungsinstitutionen den dezentral abgewickelten "Euthanasie"-Aktionen der "Sonderaktion Brandt" dienten - denn nun wurde offensichtlich, dass sich die pure und ausgesucht zugeordnet gewollte Aufnahme aller leistungsmäßig minderbemittelten Patienten kriegs- und volkswirtschaftlich "ökonomisch" nicht plausibel rechnen ließ: Man hätte auf Dauer einen viel höheren Personalschlüssel zur Pflege und Betreuung benötigt und eine immense Ausweitung der jeweilig vorhandenen Belegungskapazität - da ja an die angeblich personalreduzierende "aktivierende Behandlungspflege" nach Hermann Simon, Gütersloh, mit Arbeitstherapie und Gartenkolonne bzw. Viehversorgung oder festen Leistungs- und Aufgabenzuweisungen bei einem solchen bewusst "niedergeführten" Leistungsstand gar nicht mehr zu denken war !!!

 

Also stellte man folgerichtig diese laufend eintreffenden Deportierten in den Aufnahmeanstalten rasch und "nachhaltig" im weitesten Sinne "ruhig"...

 

Ein weiterer eindeutiger Gesichtspunkt für die Fortführung der "Euthanasie" auch nach 1941 war die erneute punktgenaue Durchführung dieser zentral geplanten "Evakuierungs"-Deportationstransporte und das sonstige umfassende Know-How durch die Gekrat, der "Gemeinnützigen Krankentransport GmbH", einer Tarnorganisation der Zentrale Tiergartenstraße 4 - "T 4", die bereits die Krankentransporte zwischen 1939 und 1941 für die erste Welle der NS-"Euthanasie" zentral bis aufs I-Tüpfelchen genau organisiert hatte (Stichwort: "Graue Busse")...

 

 

Foto aus: Stefan Lechner, Die Absiedlung der Schwachen in das „Dritte Reich“, Innsbruck, Universitätsverlag Wagner 2016.

 

 

Erna Kronshage sitzt nun mit diesen Verstrickungen und Erlassen in einer unausweichlichen Todesfalle: Zum 12. November 1943 wurde ihre Deportation in die NS-Tötungsanstalt "Tiegenhof" bei Gnesen durchgeführt und mit diesem Schreiben vom 28.10.1943 der "Gekrat" an die Anstalt Gütersloh minutiös vorgeplant:

 

"Sehr geehrter Herr Direktor Hartwich! 

 

Zum Abtransport Ihrer Kranken hat mir die Reichsbahndirektion für den 12. November einen Sonderzug zusammengestellt. Es gehen am 12.11.43 fünfzig Kranke nach Meseritz, fünfzig Männer und fünfzig Frauen nach Gnesen und hundert Frauen und vierzig Männer nach Warta b. Schieratz. 

 

Der Sonderzug läuft bis Posen und wird dort aufgeteilt. Er geht abends um ca. achtzehn Uhr in Hamm ab. Ich werde noch versuchen, den Zug in Gütersloh abfertigen zu lassen, ob es möglich ist, weiß ich noch nicht. Genauere Nachrichten übermittle ich Ihnen noch telefonisch, am Termin ändert sich nichts mehr. Die restlichen fünfzehn Kranken für Bernburg werden im Laufe des Novembers, nach vorheriger Verständigung mit Ihnen abgeholt und per Autobus nach Bernburg gebracht. 

 

Heil Hitler! 
gez. Sawall."

 

 Abschrift in der Original-Kopie = click hier

 

Erna Kronshage wurde in der Vernichtungsanstalt "Tiegenhof" bei Gnesen nach 100 Tagen Aufenthalt ermordet. 

(SONDER-)AKTION BRANDT
 
Als Erna Kronshage in die Provinzial-"Heil"anstalt Gütersloh 1942 eingeliefert wurde, war die erste Welle von Krankentötungen von 1939-1941 gerade etwas abgeebbt, aber bereits ab Mitte 1943, ein gutes halbes Jahr nach ihrer Einlieferung, knapp nach ihrer Zwangssterilisation, begann nun eine neue Tötungs-Welle, in die die Anstalt Gütersloh erneut verstrickt wurde - und so auch Erna Kronshage.
 
 
Die sogenannte "(Sonder-)Aktion Brandt" diente nun dazu, angeblich dringend benötigte Bettenplätze für Ausweichkrankenhäuser und Lazarette zu schaffen - bzw. sie gab vor, "feindbomben"-gefährdete Abteilungen in weniger bedrohte Anstalten zu evakuieren. 

Hierzu wurden Patienten in entsprechende Heil- und Pflegeanstalten in den Süden des Reiches oder in die besetzten Gebiete im Osten, besonders nach Polen, verlegt und dort mittels Überdosierungen von Medikamenten und/oder systematischem Verhungernlassen getötet. Die nach dem Bevollmächtigten für das Sanitäts- und Gesundheitswesen Prof.Dr.Karl Brandt benannte Aktion trat in die Nachfolge der "Aktion T4", der ersten systematischen Welle der NS-"Euthanasie".
 
 

Die "Aktion T4", bei der ab Anfang 1940 in den insgesamt sechs Tötungsanstalten mindestens 70.273 (i.W.: siebzigtausendzweihundertdrei-undsiebzig) psychisch behinderte Menschen getötet wurden, war zuvor von Hitler durch eine mündliche Verfügung vom 24. August 1941 eingestellt worden, aufgrund der Proteste der Kirchen (z.B. "Euthanasie"-Predigt von Bischof Clemens August von Galen in Münster am 3. August 1941) und wegen der diesbezüglich kursierenden Gerüchte in der Bevölkerung.

 

Gleichzeitig hat Hitler aber bereits an diesem Tage der informellen Einstellungsverfügung auch die "Errichtung von Ersatzbauten für beschädigte Krankenhäuser in luftkriegsgefährdeten Städten" angeordnet - vielleicht schon unter der hinterlistigen Prämisse, mit dieser gleichzeitigen Anordnung die Voraussetzung für eine weniger auffällige andere und neue Form der dezentralen Krankentötung mit zu schaffen.
 












 
 
 
 
Prof. Dr. Karl Brandt

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
Da sich die standardisierten und perfekt durchorganisierten Abläufe beim Massenmord an den weit über 70.000 wehrlosen Menschen der ersten Tötungs-Welle unter der Führung der organisierenden "Behörde" in der T(iergartenstraße)-4 mit ihren Tarnabteilungen bewährt hatten, fand auch diese dezentrale Aktion unter der Lenkungs-Regie von Hitlers-Leibarzt Prof. Dr. Karl Brandt statt, ab 28. Juli 1942 Bevollmächtigter für das Sanitäts- und Gesundheitswesen sowie ab 5. September 1943 Leiter des gesamten medizinischen Vorrats- und Versorgungswesens, unter Einbeziehung der alten Seilschaften und Organisationen - besonders auch der alten T4-"Gutachter"-Ärzteschaft, die man gern als neue Anstaltsdirektoren rekrutierte, und der GEKRAT, der „Gemeinnützigen Krankentransport GmbH“, die mit der Aufgabe der Verlegung der Opfer in die Zwischen- beziehungsweise Tötungsanstalten weiterhin betraut wurde.
 
VERWERTBARKEIT
 
Auffällig ist im Zusammenhang mit der „Aktion Brandt“ als neue Welle einer gesteuerten Liquidierung psychisch kranker Menschen zunächst die hohe Zahl der Verlegungen im Jahr 1943.
 
 
Hatten 1941 insgesamt 541 Kranke - davon 350 Patienten im direkten Zusammenhang mit der Aktion T 4 - die Anstalt Gütersloh verlassen, sinkt die Zahl im Jahr 1942 auf "nur" 52 Verlegungen. 1943 steigt die Zahl der verlegten Patienten schlagartig auf 712 an. 649 dieser 712 Gütersloher Kranken wurden in weiter östlich gelegene Anstalten transportiert.
 
 

quelle: LWL-Archiv
 
 
Den ersten Hinweis auf geplante Verlegungen enthielt die Abschrift des Runderlasses IVg 8958/43–5100 des Reichsministeriums des Innern  an den Regierungspräsidenten in Minden vom 11. Mai 1943:
"Betr.: Verlegung von Insassen der Heil- und Pflegeanstalten aus luftbedrohten Gebieten.
Z.Zt. werden in größerem Umfange Verlegungen von Geisteskranken aus luftgefährdeten Gebiete in andere Anstalten durchgeführt. Wie bisherige Erfahrungen gezeigt haben, suchen Angehörige die Verlegung von Kranken dadurch zu vermeiden, daß sie sie auch gegen ärztlichen Rat nach Hause nehmen. Nach kurzer Zeit werden dann die Kranken der Anstalt wieder übergeben.
So sehr die Entlassung von Geisteskranken aus der Anstalt erwünscht ist, sobald ihr Geisteszustand dies zuläßt, so führen doch zu frühzeitige Entlassungen gerade in luftgefährdeten Gebieten zu unerwünschten Zuständen. Der Aufenthalt geistig anbrüchiger Personen in Luftschutzräumen usw. kann sehr leicht zu Unzuträglichkeiten führen, da sie in ihrem Verhalten unberechenbar sind. Wird die Entlassung seitens der Angehörigen erst nach der Verlegung erwirkt, der Kranke also wieder in das luftgefährdete Gebiet zurückgebracht und dort nach kurzer Zeit wieder in die Anstaltsbehandlung gegeben, so ist die ganze Verlegung umsonst gewesen.
 
Ich ersuche daher, Geisteskranke aus luftgefährdeten Gebieten - sei es vor, sei es nach der Verlegung - nur zu entlassen, wenn sie als geheilt anzusehen sind oder mindestens zu erwarten ist, daß sie sich längere Zeit in Freiheit halten werden.
 
[Man denke an die Eingaben vom Vater Adolf Kronshage zur baldigen Entlassung von Erna im Zuge des Zwangssterilisierungs-Verfahrens - aber nun - nach der Sterilisierung - bestand eigentlich kein gesetzlich notwendiger Grund mehr, die immer noch bestehenden Ersuchen des Vaters abzulehnen ...] - und so heißt es auch weiter:
 
Gegebenenfalls ist die Entlassung zu verweigern.
 
Bei Geisteskranken, die aufgrund der im Einzelfall gegebenen gesetzlichen Voraussetzungen (z. B. polizeiliche Einweisung wegen Gemeingefährlichkeit usw.) zwangsweise in der Anstalt zurückbehalten werden können, besteht ohne weiteres die Grundlage für die Ablehnung von Entlassungsgesuchen. In Ermangelung einer solchen Grundlage wird der Anstaltsleiter die für den Bereich der Anstalt geltenden landesrechtlichen Bestimmungen über die zwangsweise Zurückbehaltung von Geisteskranken in geschlossenen Anstalten zur Anwendung bringen müssen. Falls notwendig wird hierbei auch die Mithilfe der Polizei in Anspruch zu nehmen sein."  
Reichsministerium des Inneren 
gez. i. A. Dr. [med. Fritz] Cropp

 

 

Die konkreten Vorbereitungen für die Durchführung neuer Transporte begannen im September 1943.
 
 
Auf Anweisung des Provinzialverbandes werden alle Patienten der Provinzialheilanstalt Gütersloh dazu anhand von Melde- und Beurteilungsbögen erfasst - wobei damals schon das jeweilig abgestufte "Mindestmaß wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung" (wie heutzutage dieser Terminus apostrophiert wird) - bei der das jeweilige Leistungsvermögen der Patienten zu Einordnung und Beurteilung in eine von drei Leistungs-Gruppen führte - 
 

(ähnlich wie noch heute im SGB IX, § 136,2, wo explizit die Aufnahmekriterien in eine Werkstatt für behinderte Menschen|WfbM nach ähnlich definierten 3 Leistungsgruppen bewertet werden ...) 

 

und so ausschlaggebend war für den zumeist "finalen" Entscheid: 
  • entweder "In-der-angestammten-Einrichtung-Verbleiben" [Daumen hoch = Leben] 
  • oder aber für "Abtransport"/"Verlegung" [Daumen runter = Tod] in eine der zumeist östlich gelegenen "Evakuierungs"-Anstalten  ...

[An diesem Punkt hätten alle Beteiligten hellhörig werden können, die nach dem Krieg so ahnungslos taten, als hätten sie nichts davon gewusst oder auch nur geahnt, dass die aufnehmenden "Evakuierungs"-Anstalten in den besetzten östlichen Gebieten eigentlich als reine Abschiebungs- und Tötungsinstitutionen den dezentral abgewickelten "wilden" NS-"Euthanasie"epochen besonders auch der "Sonderaktion Brandt" dienten - denn nun wurde offensichtlich, dass sich die gewollte Aufnahme aller leistungsmäßig minderbemittelten Patienten kriegs- und volkswirtschaftlich "ökonomisch" nicht plausibel rechnen ließ: Man hätte auf Dauer einen viel höheren Personalschlüssel zur Pflege und Betreuung benötigt - da ja an eine angeblich personalreduzierende "aktivierende Behandlungspflege" nach Hermann Simon, Gütersloh, mit Arbeitstherapie und Gartenkolonne bzw. Viehversorgung oder festen Leistungs- und Aufgabenzuweisungen bei einem solchen bewusst "niedergeführten" Leistungsstand gar nicht mehr zu denken war !!! - also stellte man folgerichtig diese "Reisenden" in den Aufnahmeanstalten rasch und "nachhaltig" im weitesten Sinne "ruhig"
Ein weiterer eindeutiger Gesichtspunkt für die Fortführung der "Euthanasie" auch nach 1941 war die erneute Durchführung dieser "Evakuierungs"-Transporte und des sonstigen know-hows durch die GEKRAT, der "Gemeinnützigen Krankentransport GmbH", einer Tarnorganisation der Zentrale Tiergartenstraße 4 - T 4, die bereits die Krankentransporte zwischen 1939 und 1941 für die erste Welle der NS-"Euthanasie" zentral bis aufs I-Tüpfelchen genau organisiert hatte (Stichwort: "Graue Busse")]... 

Laut Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen - Landeshauptmann Kolbow - handelte es sich bei
 
 
Kategorie I
: "um ständig pflegebedürftige, insbesondere bettlägerige, sieche, altersschwache und ähnliche Kranke"
 
Kategorie II : "aus sonstigen Gründen ständig arbeitsunfähige Kranke".
 
Kategorie III: "in Haus- und Außenarbeit einsatzfähige Kranke".
 
Die Zuweisung zu dieser Gruppe sollte unter der Voraussetzung erfolgen, dass unter Aufsicht mit Regelmäßigkeit eine nützliche Arbeitsleistung erreicht wurde. Zu den 
Anstaltsbetrieben zählte seit 1943 auch das Lazarett der Wehrmacht.
 
Immer mehr Pflegehäuser, die eigentlich für die Unterbringung der psychisch Kranken der Anstalt vorgesehen waren, wurden von der Wehrmacht beansprucht. Neben der zunehmenden Luftgefahr war dies der handfeste Grund für die anstehenden Verlegungen. Es war in Zukunft nur noch für Patienten in der Anstalt ein Platz, die arbeitsfähig waren, d. h. die vor allem auch den Lazarettbetrieb mit aufrechterhalten konnten.
 
 
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Verordnung des Landeshauptmann Kolbow, Provinzialverband Westfalen, zur Erfassung aller Patienten in 3 Gruppen - hier an die Heilanstalt Marsberg, vom 15.06.1943. - Man kann auf dem Dokument deutlich erkennen, dass es sich um eine Durchschrift handelt. Ein gleiches Anschreiben wird die Heilanstalt Gütersloh, Direktor Dr. Hartwich, mit Sicherheit ebenfalls erhalten haben. Quelle: Archiv LWL - 
Bildquellen Akten: charite.de
 
Die vom Provinzialverband angeforderte Aufstellung der Patienten in drei Leistungs-Kategorien erfolgte am 09. September 1943. 178 Männer und 279 Frauen fielen in die Gruppen I und II, 338 Männer und 473 Frauen gehörten der Gruppe III an. Nach den Angaben der Anstalt (s. Korrespondenz im nächsten Abschnitt, Post) wurden zur Aufrechterhaltung der Anstaltsbetriebe aber nur 250 Männer und 350 Frauen benötigt. Damit konnten auch Patienten der Gruppe III verlegt werden - also erfolgte noch einmal eine willkürliche Selektion der nicht brauchbaren arbeitsfähigen Patienten.

 
Diese Verlegungs- und damit auch die "Desinfektions"-(Tötungs-)Entscheidungen in die jeweiligen Aufnahmeanstalten waren nun nicht mehr ärztliche Einzelfall-Entscheidungen, sondern entstanden "aus der Aktenlage", dem jeweilig abgestuften "Mindestmaß wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung", und aus "zahlenarithmetischen" Überlegungen heraus ... - z.B. auch der kostengünstigen Auslastung der Transportzüge der Reichsbahn durch die GEKRAT usw. usf. ... 
"Die Zeit der ärztlichen Planungsamateure war abgelaufen" (Aly). Jetzt hatten die Leiter der Wirtschaftsabteilungen die Fäden in der Hand und gaben sämtlichen ökonomischen Fragen den Vorrang." (Mäckel, Dissertation: Prof. Fr. Nitsche, S.96). 

Die Verrechnungsbeamten entschieden nun allein aufgrund der festgestellten Arbeitsfähigkeitsdaten und aufgrund der benötigten Lazarettbettenzahlen. Das geschah am Schreibtisch - vor Ort - und ggf. noch mit dem Abteilungsarzt der abgebenden Anstaltsstation, der aber grundsätzlich aus rein ökonomischen statt aus medizinischen Gesichtspunkten entschied - und wurde aus den Abteilungen der alten Seilschaft "T4" jeweils angeordnet und "auf den Weg gebracht". Der Mensch, der angeblich erkrankte bzw. behinderte Mensch, war zur reinen "Verfügungsmasse" instrumentalisiert worden ... 


Am 05. Oktober 1943 tritt im Schriftverkehr eben auch diese GEKRAT wieder auf den Plan, deren Organisationszentrale unter der Führung eines Herrn Sawall zur Zeit nicht mehr in Berlin sondern in Hösel bei Ratingen/Rheinland war. Die vier Abteilungen der T4-Organisation hatten sich in verschiedene Standorte über das ganze Reich verteilt - aus Tarnungs- und aus Luftschutzgründen. So saß die Abteilung I, dessen Chef Dr. Nitsche war, beispielsweise am Attersee.

Die gesamte Transportorganisation rangierte unter dem Decknamen "Sonderaktion Brandt". Dieses Stichwort findet sich auf allen Briefen der Anstalt Gütersloh an die GEKRAT.

Diese erneute Beteiligung der GEKRAT, die ebenfalls seit 1939/1940 in den Heil- und Pflegeanstalten bekannt war, hat den letztendlich perfiden Zweck der "Verlegungen" in den abgebenden Einrichtungen vor Ort unterstrichen - zumindest aber "angedeutet", dass nicht nur der Luftschutz und der damit vorgetäuschte "Schutz der Patienten vor Kriegseinwirkungen" der alleinige Grund für die Verlegung war.

Zwischen dem 08. Oktober 1943 und dem 13. November 1943 verließen in kurzer Abfolge sieben Transporte mit insgesamt 649 Menschen im Rahmen der "Aktion Brandt" die Anstalt Gütersloh. Diese Zahl übertraf die Verlegungen im Jahre 1941 (350 Patienten) deutlich.

 

 

 
                                       verlegt nach
08.10.1943         60 Frauen Bernburg/Anhalt
14./15.10.1943 160 Männer Warta/Warthegau
18.10.1943         75 Frauen Bernburg/Anhalt
29.10.1943         50 Frauen Bernburg/Anhalt
12.11.1943        100 Frauen Warta/Warthegau
                          39 Männer
12.11.1943          50 Frauen Meseritz/Obrawalde
12.11.1943          50 Frauen Gnesen/Tiegenhof
                           50 Männer
13.11.1943          15 Frauen Bernburg/Anhalt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Verlegungen aus den westfälischen Provinzial-Heilanstalten von Juni bis November 1943 (nach Walter 1996, S. 764) - Quelle: Heinz Faulstich, Hungersterben, 1998, S.411  - Vergrößern: auf Karte clicken - Gekennzeichnet ist der Abfahrtsort Gütersloh und der Ankunftsort "Tiegenhof/Gnesen" 
 
Textquelle vornehmlich: Rudolf Hans: Psychiatrischer Alltag im Nationalsozialismus, Hausarbeit, 1983 - und : Bernd Walter: Psychiatrie und Gesellschaft in der Moderne, 1996
 

AUSGEZÄHLT NACH DEM "ASCHENPUTTEL-PRINZIP"

 

 

 

 

S!NEDi|photography
 
 
 
Nach allem, was wir heute wissen, konnte Erna Kronshage wahrscheinlich zu den 473 Frauen  der "Gruppe III" gezählt werden, jener vom Provinzialverband angeforderten Aufstellung nach den vorliegenden Melde- und Bewertungsbögen (= "für den Anstaltsbetrieb verwendbar...") - hatte der Anstalts-Direktor Hartwich doch erst ein paar Monate zuvor Erna Kronshage vor dem Erbgesundheitsobergericht in Hamm bescheinigt, sie arbeite in der Anstaltsgärtnerei "doch auch ganz fleißig mit".
 
Es folgen 2 Reproduktionen der diesbezüglichen einschlägigen "Zahlen"-Korrespondenz zwischen dem Provinzialverband und der Heilanstalt Gütersloh - Quelle: LWL, Dr. Walter) - mit der die Schicksale der Verlegungskandidaten in die Vernichtungsanstalten letztlich besiegelt wurden. Die Entscheidungen zwischen Leben und Tod  wurden also mit bürokratischen Nützlichkeitsabwägungen in Fallzahlen getroffen. Der Mensch selbst trat hinter diese Fallzahlanforderungen zurück.  
 
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Zur Aufrechterhaltung der Anstaltsbetriebe mit dem neu eröffneten Lazarettbereich in Gütersloh benötigte man also nur 350 Frauen. 123 Frauen der besagten "Gruppe III" waren also "dabei über" und konnten somit auch "verlegt" werden. 
 
Da Erna Kronshage in den Unterlagen der Provinzialheilanstalt, die wir einsehen können, immer mal wieder als "anmaßend" und "frech" und "renitent" und "unruhig in der Nacht" bezeichnet wird - also vielleicht "missliebig" - und vielleicht nicht zuletzt wegen der mutigen mehrfachen Eingaben und Ein- und Widersprüche des Vaters und Sorgeberechtigten Adolf Kronshage (Erna Kronshage war bis zum 11.12.1943 immer noch minderjährig!!! - ) und seinem in dieser Hinsicht mehrfach gestellten Antrag auf rasche Anstaltsentlassung (= diesem Antrag hätte zumindest nach der erfolgten Sterilisation im August 1943 m.E. nichts mehr im Wege gestanden ...) - das alles zusammen könnte vielleicht den Ausschlag gegeben haben, dass Erna Kronshage mit auf diese Abtransport-Liste gesetzt wurde. Sie war arithmetisch "einfach über" - überzählig - und mit ihr weitere 122 Frauen ...
 
 
Neuere Informationen besagen, man habe vielleicht gar nicht so sehr auf die Leistungsgruppen abgehoben oder auf "Verhalten" bzw. "Sanktionen" gegenüber einzelnen Patienten bei der Zusammenstellung der Transportlisten - ausschlaggebend sei vielleicht vielmehr der komplette Räumungsbedarf mancher Häusertrakts im Gütersloher Anstaltsgebiet gewesen, um die von der "Sonderaktion Brandt" angeforderten und benötigten Betten zur Verfügung stellen zu können, damit die zu evakuierenden Kliniken und Lazaretteinrichtungen im Ruhrgebiet bei den dortigen andauernden Bombenangriffen entlastet werden konnten ...
 
Warum im Zuge der "Aktion Brandt" aber gleichzeitig immer wieder auf die angebliche "Evakuierung aus Luftschutzgründen" der Heilanstalten als Verlegungsgrund an sich verwiesen wurde - aber nun in diese "gefährdeten" Räumlichkeiten und Betten verletzte Zivilisten und Soldaten aus angeblich noch mehr gefährdeteren Gebieten verfrachtet wurden, bleibt etwas schleierhaft - zumal ja die Liquidierungen dieser nun tatsächlich zu "Ballast" gewordenen psychiatrischen Patienten eindeutig mit im Kalkül standen ...- und im Osten ebenfalls nur auf gerade erst durch Krankenmorde freigewordene Bettenkapazitäten treffen konnten ... 
 
 
Inwieweit dieser "Verlegungs"-Transport am 12.11.1943 mit den sorgeberechtigten Angehörigen kommuniziert wurde - und vielleicht dazu eventuell sogar diesbezügliche Genehmigungen eingeholt wurden - (Stichwort dazu auch: "Aufenthaltsbestimmung" ... s.d.) - oder ob - wie weiter unten beschrieben - den Angehörigen im Nachhinein einfach "Vollzug" mitgeteilt wurde, entzieht sich z.Z. im Fall Erna Kronshage noch meiner Kenntnis ...
 

Deportationsliste für den 12.11.1943 "50 Frauen nach Gnesen" - mit Erna Kronshage
als 6. von oben ...

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Die zur feierlichen Eröffnung 2014 der Gedenkstätte für die 1.017 deportierten Patienten aus Gütersloh gehaltenen für die historische Forschung und Einschätzung wichtigen Reden können sie hier als pdf lesen, wenn Sie auf das Bild clicken
 
 
Ja - der Rechenschieber - und eine willkürliche Zurechnung also - 
 
der Aufenthalt zur falschen Zeit am falschen Platz
 
oder das Aschenputtel-Prinzip: "Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen"  - "Eene meene muh und raus bist du!" entschieden hierbei über Leben und Tod - und hinzu kamen sicherlich urmenschliche Gründe wie "Sympathie" und "Antipathie" ...
 
Foto: NS-Propagandaplakat - theblackcordelias.wordpress.com

 

foto: footage.framepool.com
 
 
Für die Durchführung der Transporte am 12. November 1943 in diese weiter östlich gelegenen Anstalten teilte die Gekrat (damals nicht in Berlin - sondern in "Hösel bei Ratingen/Rhld." - als Unterabteilung einer effizienten "Eingreiftruppe" für Lazarettbetten-Beschaffung... - direkt dem Generalkommissar Prof. Dr. Karl Brandt unterstellt) am 28. Oktober unter dem Original Gekrat-Stichwort "Sonderaktion Brandt"*) mit:
 
"Sehr geehrter Herr Direktor Hartwich! Zum Abtransport Ihrer Kranken hat mir die Reichsbahndirektion für den 12. November einen Sonderzug zusammengestellt. Es gehen am 12.11.43 fünfzig Kranke nach Meseritz, fünfzig Männer und fünfzig Frauen nach Gnesen und hundert Frauen und vierzig Männer nach Warta b. Schieratz. Der Sonderzug läuft bis Posen und wird dort aufgeteilt. Er geht abends um ca. achtzehn Uhr in Hamm ab. Ich werde noch versuchen, den Zug in Gütersloh abfertigen zu lassen, ob es möglich ist, weiß ich noch nicht. Genauere Nachrichten übermittle ich Ihnen noch telefonisch, am Termin ändert sich nichts mehr. Die restlichen fünfzehn Kranken für Bernburg werden im Laufe des Novembers, nach vorheriger Verständigung mit Ihnen abgeholt und per Autobus nach Bernburg gebracht. Heil Hitler! gez.Sawall."
*) Die Bezeichnung "Sonderaktion Brandt" war zunächst ab Mitte 1943 sicherlich der Sammelbegriff für Adhoc-Maßnahmen zur raschen Bereitstellung von benötigten Lazarettbetten-Kapazitäten für den Ernstfall - z.B. nach massiven Bombenangriffen der Alliierten im Ruhrgebiet 1943/44 und für verwundete Soldaten an der Ostfront (Stalingrad).

Diese Kapazitäten ergaben sich natürlich am Besten in vorhandenen Anstalts- und Klinikbereichen bei dort gegebener ärztlicher und pflegerischer Versorgung, in dem die bis dahin dort Betreuten rechtzeitig prophylaktisch oder reaktiv adhoc verlegt wurden.

Für eine solche rasche "Austausch"-Aktion zeichnete nun Prof. Dr. Karl Brandt neuerdings als Generalkommissar und Begleitarzt Hitlers allein voll verantwortlich - und gab entsprechende Order in Form seiner typischen ambivalenten "Distanzierten Entscheidungsfindung" (wie Ulf Schmidt diese Art von indirekter Weisungserteilung nennt) über seine alten ihm unterstellten "Seilschaften" wie der "T4"-Tarnorganisation, nun aber zumeist recht dynamisch, mündlich - ohne langfristige vorbereitende Planung - vorbei an alle bisherigen "Dienstwege", unter Umgehung aller zäher Bürokratie - mit einer neu gebildeten "Eingreif-Truppe" in Hösel bei Ratingen/Düsseldorf.

Dabei wurde in der Logistik zu solchen Aktionen der "Gnadentod", die "Ausmerze", die "Desinfektion" in den "Verlege"- bzw.Tötungs-Anstalten der unter einer solchen Prämisse "verlegten" Patienten "notwendigerweise", ohne jede Alternative, stillschweigend billigend in Kauf genommen und einkalkuliert - ansonsten gingen solche raschen Adhoc-Entscheidungen in ihrer internen arithmetischen Logik gar nicht auf.

 

Man tat nach außen übereifrig alles für die Kriegsverletzten, und opferte dafür stickum die psychisch Kranken und andere.
Somit wurde der Begriff "Sonderaktion Brandt" gleichermaßen ein Synonym für viele nun tausendfach "dezentral" organisierte, aber zentral angewiesene und verantwortete Krankenmorde in den Verlege-Anstalten - eine Fortsetzung der NS-"Euthanasie" unter anderen hehren Vorzeichen.
Ob diese "tödlichen Konsequenzen" und Zusammenhänge den Handelnden vor Ort überhaupt noch bewusst geworden sind, sei mal dahin gestellt. (Literatur hierzu insgesamt in: Ulf Schmidt: Hitlers Arzt Karl Brandt, 2009)
In der einschlägigen Historiker-Literatur zum Thema "Krankenmorde/NS-"Euthanasie" wird immer wieder die Bezeichnung "Aktion Brandt" diskutiert als "missverständlich" und nicht originär aus der NS-Zeit rezipiert - aber hier abgebildet, in einem "zeitgenössischen Dokument" von der Gekrat, ausdrücklich als "Sonderaktion Brandt" benannt - und z.T. wird dann diese Phase der Krankentötungen (nach Wikipedia im Abschnitt "Kindereuthanasie: Phasen der NS-"Euthanasie") "nach neuesten Forschungen" angeblich gar nicht mehr zum Komplex "NS-Euthanasie" gezählt ... (?
)


Damit differenziert man dann begrifflich zwischen den "echten", den "halbechten" oder sogar den "falschen" Krankenmord-Opfern. Allerdings - wie mit dem Begriff "Euthanasie" = "schöner Tod" für brutale Krankenmorde - wird dann letztlich den ursprünglichen Verschleierungs-Intentionen der NS-Mörder und ihrem Sprachgebrauch Folge geleistet -: Man hatte ja die in der Öffentlichkeit allmählich publik gewordene und aufgeflogene "T4"-Aktion eingestellt, aber nur, um dann alle weiteren diesbezüglichen Mordaktionen insgesamt etwas mehr zu dezentralisieren und zu verheimlichen und unkenntlich zu machen - und die Todesursachen der massenhaften Opfer als "natürlich" hinzustellen.
 
Die Sterberate fast aller Verlegungstransporte, die der "(Sonder-)Aktion Brandt" aus Westfalen zuzuordnen sind, lag meist bei über 80%, die Anstaltssterbequote in Tiegenhof betrug in den Jahren 1939-1945 jährlich fast 70 % [ca. 1000 Bettenplätze Kapazität = ca. 3.600 Opfer in ca. 5,5 Jahren] - in Friedenszeiten bei "normaler Kost" betrug die Sterberate ca. 3 bis 5 %.
Diese unsinnigen Begriffs-Diskussionen der nachgeborenen "Historiker"-Generation und deren Erbsenzähl-Spiele ("echte" NS-"Euthanasie" - weniger "echte"...) folgen damit jener NS-Absicht, die Tötungsfakten und -gründe zu verschleiern und noch einmal zu differenzieren oder gar abzustufen in ihren jeweiligen Scheußlichkeiten.
Es wird immer wieder behauptet, Götz Aly habe diesen Begriff "Aktion Brandt" allein zur Unterscheidung von der so genannten "Wilden Euthanasie" selbstständig eingeführt und präzisiert. Auf diesem hier auch in der Vergrößerung reproduzierten Anschreiben der damals nach wie vor zentralgesteuerten Gekrat-Organisation (Herr Sawall) vom 28.10.1943 - finden wir nun ausdrücklich die Bezeichnung "Sonderaktion Brandt".
"Die gesamte Transportorganisation [der Verlegungstransporte 43/44] rangierte unter dem Decknamen 'Sonderaktion Brandt'. Dieses Stichwort findet sich auf allen Briefen der Anstalt Gütersloh an die Gekrat, die die vorübergehende Einschränkung der Lebensvernichtung 1941 überlebt hatte, ...die Beteiligung der Gekrat, ... hätte den Verdacht aufkommen lassen müssen, daß nicht nur der Luftschutz und damit der vorgetäuschte Schutz der Patienten vor den Kriegseinwirkungen der alleinige Grund für die Verlegung war." (Rudolf Hans: Psychiatrischer Alltag im Nationalsozialismus, unveröffentl. Hausarbeit, Bochum 1983, S. 71/72).
"Die Gemeinnützige Krankentransport GmbH (kurz: Gekrat) war ein nationalsozialistischer Tarnname, der jene Unterabteilung der Organisation T4 bezeichnete, welche im nationalsozialistischen Deutschen Reich für den Transport von kranken und behinderten Menschen verantwortlich war, die im Rahmen der NS-Rassenhygiene ermordet wurden." (
http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinn%C3%BCtzige_Krankentransport_GmbH)
 
Das lässt ziemlich zweifelsfrei darauf schließen, dass es sich bei der Bezeichnung "Sonderaktion Brandt" auch um einen "gewöhnlichen" Tarnnamen für eine weitere, zwar dezentral ausgeführte, aber zentral geplante NS-Krankenmord-Phase gehandelt hat, wie Aly das richtigerweise schon in den 80er Jahren umschrieben hatte (siehe dazu insgesamt auch: http://www.doew.at/thema/euth/schwarz2.html und http://www.lwv-hessen.de/files/266/Sandner_Verwaltung_5_Seite_511-690.pdf S. 587/588 und http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder-Euthanasie#Phasen_der_NS-.E2.80.9EEuthanasie.E2.80.9C).

 

 

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Aus einem diesbezüglichen Schreiben zu einem Transport der Alsterdorfer Anstalten - in Gütersloh sah das bei der Gleichschaltung der Bürokratie und der gleichen zentral operierenden Abteilungen der Organisation T4/GEKRAT sicherlich ähnlich aus.
"Die Markierung der Kranken" sollte mit einem "Leukoplaststreifen zwischen den Schulterblättern" erfolgen.
(Fotomontage: privat)

Sogar der Wortlaut des Schreibens, mit dem die Angehörigen zu benachrichtigen waren, wurde vorgegeben:
 
"Aufgrund eines Erlasses des zuständigen Reichsverteidigungskommissars wurde heute der Pflegling... durch die Gemeinnützige Krankentransport GmbH in eine andere Anstalt verlegt, deren Name und Anschrift mir noch nicht bekannt sind." (so ähnlich wir das Standardschreiben auch aus Gütersloh gelautet haben...)
 
foto: footage.framepool.com

 
 
 


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 




 
 
 
(GEKRAT-Abholbusse zum Bahnhof - hier in Grafeneck und Hartheim)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 











(Fotos: Google-Bilderdienst - zeitgenössische Motive Transport mit der Reichsbahn)
 
 
 
 
 
 
Abfahrt eines Transportes - Film-Still aus: Nicky's Family

DER SONDERZUG LÄUFT BIS POSEN ...

 

 

Ein Beitrag hier muss doch auch den (vor)letzten quietschenden Abrutsch auf der abwärts glitschigen Bahn nach unten ins schwarze Nichts zum Thema haben.

 

Die Fahrt zur Deportation von Gütersloh - wahrscheinlich über Hannover - Berlin - Frankfurt/Oder - nach Posen - und dann das Umsteigen in den Bus oder das Warten im Zugabteil, bis eine kleinere Rangierlok vielleicht die "50 Männer und 50 Frauen" nach Gnesen bringt - zur "Verlegung" - zur "Verlegung aus Luftschutzgründen" - wie das offiziell genannt wurde.


Ich hatte da schon mal ein paar Anläufe genommen, um etwas Gescheites und trotzdem leidvoll Emotionales dazu auszudrücken - und ich starre dazu auf die weiße Schreibfläche, die sich nur mühsam und unangemessen mit wenig sinnstiftenden Buchstabenabfolgen befüllt. Muss Trostlosigkeit noch extra aufgeplustert

werden ...?

 

Es ist doch nur diese verdammte Sinnlosigkeit, die sich hier zu einem schwarzen Nichts verflüchtigt, in einem stickig vor sich hin brütenden geronnenen Szenario: im Untergrund stundenlang begleitet von diesen gleichbleibend impulshaften stakkatoartigen Abrollgeräuschen der Waggonräder im Takt der holprigen Schienenstöße, durchsetzt und begleitet von einem leis vor sich hin rauschenden mehrtönigen Tinnitus aus dem Off.


Zwischen all den Gestalten, die da unnatürlich und halbliegend vor sich hin ruckelnd verharrten, sehe ich schlecht lackierte gelb-beige abgewetzte Holzbänke , in die gelangweilte oder verzweifelte vorab beförderte Fahrgäste ihre Spuren eingeritzt hatten - Wortfetzen, Schreibkleckse, Ritzen, Furchen - mit Taschenmesser, Korkenzieher und Fingernagel - manchmal mit Tinte nachgezogen - als kaum noch deutbare Hieroglyphen und Botschaften - als Vermächtnis und letztes Zeugnis - vielleicht.


Und diese Fahrt jetzt dauerte. Mindestens 8 bis 9 bis 10 Stunden und noch länger - die ganze Nacht durch - und auch in Posen - und wahrscheinlich noch auf dem Bahnhof Gnesen - war es jeweils stockdunkel, mit kleinen schmutzigrot blinkenden Lichtklecksen. Schneefall vielleicht - keine Ahnung - aber ansonsten stockdunkle vorbeihuschende Nacht, schon aus Luftschutzgründen wurde alles nach außen hin vertuscht. Ab und zu flog ein rot-gelb-weiß glühender Funke oder eine kleine Funkel-Kaskade aus der Dampflok am Fenster vorbei, was aber nur wahrgenommen werden konnte, wenn man die beschlagene Abteilscheibe mit dem Ärmel abgewischt hatte, um in die schwarzblau-qualmende wattierte Nacht zu starren.


Ob Erna da manchmal in all den Stunden versuchte, etwas zu sehen, weiß ich nicht. 
Vielleicht hatte man ihnen allen noch in Gütersloh eine ausreichend anhaltende Portion Schlafmittel verabreicht, um dann damit den ganzen Weg klaglos vor sich hinzudämmern - und nur die trotzdem besonders Aufgeweckten und Nervösen schwankten ab und zu durch das Abteil - vielleicht zum abgeteilten stinkenden Plumpsklo am Ende des Abteils.


In den Abteilen wabberte eine stickig heiße feuchte Luft, mit allerlei menschlichen Ausdünstungen beschwängert. Die Zugbegleitung, ein paar rigoros zupackende NSV-Schwestern und Zugbegleiter von der "Gemeinnützigen Kranken-Transport-G.m.b.H." oder der Reichsbahn, hatten sich in ihrem "Zugführer"-Extra-Abteil zurückgezogen. Sie schliefen, spielten Karten, quatschten leise miteinander - und sprachen sich ab, wer denn den nächsten vorgeschriebenen Kontrollgang durch die Abteile zu machen hatte.

 

Ich denke schon, dass auch Erna mit verabreichten Medikamenten ruhiggestellt und ihr inneres Licht auf Sparflamme heruntergedimmt worden war. Sie hatte sich dem ganzen Prozedere letztlich willenlos zu ergeben - schon in Gütersloh. Ihr anfänglicher Widerstand gegen diese plötzliche "Verlegung", diese Deportation ins unbekannte Nirgendwo, war rasch in sich zusammengebrochen - als sie spürte, wie sinnlos ein Aufbäumen gewesen wäre - und wie kraft- und energielos sie war - es war ihr plötzlich egal, je mehr sie wegdöste ...


Und eine Mitpatientin hatte ihr noch in Gütersloh zugeraunt: ein Zurück gebe es jetzt nicht mehr - "von nun an geht's bergab - wirst's schon sehen - Schluss - Aus". Sie kicherte - und meinte: "Aber da hast du es wenigstens geschafft - ich muss morgen früh wieder in die Kartoffelschälküche - und hör mir wieder das alte wirre Gezanke und Gekeife dort unten an - bis zum nächsten Fliegeralarm - immer weiter - immer weiter" ...

 

Und deshalb bietet diese letzte lange einzige Reise Ernas "in die Fremde" auch nicht mehr an Dramatik und Handlung ... und endet mit quietschend dampfend-stampfenden Lok- und Waggonrädern auf einem Bahnsteiggleis ...

 


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